Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 09.01.2016


Toyota

Toyotas Kasten für die nicht so leichten Lasten

Noch bevor die Japaner ihr Nutzfahrzeuggeschäft umkrempeln, fuhr die TT mit dem noch ziemlich frischen ProAce.

© HöschelerDen ProAce bietet Toyota mit zwei Radständen, zwei Dachhöhen und zwei Kabinenversionen an.



Thaur – Natürlich konzentriert sich Toyota heuer in erster Linie auf die neue Prius-Generation und auf das überarbeitete Sport Utility Vehicle RAV4 – mit beiden Modellen können die Asiaten ihr Spezialthema Hybridantrieb einmal mehr forcieren. Davon unberührt bleibt der nur mit Dieselmotoren erhältliche ProAce, ein Transporter, der vor gut zwei Jahren den betagten HiAce beerbte. Das Nutzfahrzeug wird in wenigen Monaten einen Nachfolger erhalten, entspringend einer verlängerten Kooperation mit dem französischen Hersteller PSA Peugeot Citroën. Um diesem Marktschritt zuvorzukommen, fuhren wir den keinesfalls betagten Vorgänger, und zwar die L2H1-Variante, also jene mit längerem Radstand und normaler Dachhöhe sowie Einzelkabine samt drei Sitzplätzen.

Die Dimensionen sind dabei wettbewerbsüblich: 5,14 Meter Länge und ein Laderaum mit sechs Kubikmetern dürften die Augen mancher Gewerbetreibender zum Leuchten bringen. Die Beladung erfolgt recht einfach, entweder über seitliche Schiebetüren (links wie rechts) oder über den Doppelflügel am Heck. Recht nützlich erwies sich im Test die Einparkhilfe hinten, zumal Kastenwagen wenig überraschend alles andere als übersichtlich sind. Relativ nüchtern gehalten ist die Fahrgastzelle, die Lenkung geht recht leicht, das Fahrwerk verzichtet auf unnötige Grobheiten.

Die Technik

Motor: Vierzylinder-Turbodiesel

Hubraum: 1997 ccm

Drehmoment: 320 Nm bei 2000 U/min

Leistung: 94 kW/128 PS

L/B/H: 5143/1895/1980 mm

Gewicht: 1829/2932 kg

Ladevolumen: 6000 l

Tankinhalt: 80 l

Höchstgeschwindigkeit: 170 km/h

Sitzplätze: drei

Verbrauch: 8,0 l/100 Kilometer

Kraftübertragung: Vorderradantrieb

Preis: ab 29.700 Euro

CO2-Emission: ab 168 g/km

Als adäquat bezeichnen wir die Motorisierung: Der Zweiliter-Turbodiesel kann 128 PS und ein Nenndrehmoment von 320 Newtonmetern ab 2000 Umdrehungen/Minute aufbieten – das erscheint uns als kraftvoll genug, um ein Fahrzeug mit 1,8 bis 2,9 Tonnen Gewicht auf der Straße zu bewegen. Durchzug und Laufkultur gehen dabei in Ordnung – allerdings hat die potenzielle ProAce-Klientel noch zwei weitere Diesel-Triebwerke zur Wahl, ein stärkeres und ein schwächeres.

Die Top-Variante leistet 163 PS, die Basisausführung, bestückt mit einem 1,6-Liter-Aggregat, darf mit 90 PS auskommen.

Bei den Karosserievarianten mit Einzelkabine gibt es neben der hier vorgestellten L2H1-Ausführung die Einstiegsversion L1H1 und die Großvariante L2H2. Der kürzere ProAce ist 4,81 Meter lang und wie der L2H1 1,98 Meter hoch, der größere ProAce kann mit 2,29 Metern Höhe aufwarten und sieben Kubikmeter Laderaum anbieten (L1H1: fünf m³).

Für beide Fahrzeuglängen (aber nur in Verbindung mit der gewöhnlichen Fahrzeughöhe) besteht außerdem die Möglichkeit, eine Doppelkabine zu ordern. Den ProAce bietet Toyota derzeit ab 25.200 Euro an. Ob es dabei bleiben wird, wenn – voraussichtlich im Frühjahr – der Nachfolger auf den Markt kommt, ist noch offen. Bei dieser Nutzfahrzeug-Neuheit werden es die Japaner im Übrigen nicht belassen: Beim HiLux, dem Pick-up, zeichnet sich im Laufe dieses Jahres ebenfalls ein Generationswechsel ab. (hösch)




Kommentieren