Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 26.01.2019


Smart

Smart EQ ForFour: Ein kleiner Sonderling mit Leinenzwang

DerEQ Forfour empfiehlt sich wie die meisten Smart-Modelle: als extrem wendige, parkplatzfreundliche und leicht handhabbare Mobilitätshilfe in Ballungs­gebieten.

Emissionsfrei im laufenden Betrieb: der Smart EQ Forfour.

© HöschelerEmissionsfrei im laufenden Betrieb: der Smart EQ Forfour.



Thaur – Lange mussten wir im Trüben fischen, ein elektrischer Smart der neuen Generation blieb uns über ein Jahr lang verwehrt. Andere Märkte hatten offenbar Vorrang, und bei der Produktion hinkte der Hersteller ganz offensichtlich hinterher, zumindest hinter der prognostizierten Nachfrage. Vor einigen Wochen war es trotzdem so weit, ein EQ Forfour schaffte es in unseren Fuhrpark. Der Viertürer empfahl sich mit genug Platz für vier Personen, mit einem erstaunlich kleinen Wendekreis, mit Gimmicks wie einem Faltdach und mit ansehnlichen Anzeigen. Der Kofferraum wirkt etwas reduziert, der Boden überhöht wegen der Lithium-Ionen-Batterie. Zusätzliche Einschränkungen des Ladeabteils ergeben sich durch die Mitnahme von Ladekabeln, wobei hier zwei verschiedene empfohlen werden, um ein Schnellladen und ein Laden an der gewöhnlichen Haushaltssteckdose zu ermöglichen. In unserem Fall fehlte die einfachere Variante, was uns später Sorgenfalten bereiten sollte. Denn die öffentlichen Ladesäulen waren während des Testzeitraums im Großraum Innsbruck immerzu besetzt, das Laden in der Tiefgarage fiel als Alternative wegen des Kabelmangels aus. Allzu ausgedehnte Ausflüge waren nicht möglich, denn die Gesamtreichweite schrumpfte auf realistische 80 Kilometer zusammen (anstelle des Normwertes von 155 km), was den praktischen Gebrauch des Fahrzeugs überschaubar machte. Insofern empfiehlt sich auch der EQ Forfour wie die meisten Smart-Modelle: als extrem wendige, parkplatzfreundliche und leicht handhabbare Mobilitätshilfe in Ballungs­gebieten.

In dieser Hinsicht ist es recht hilfreich, dass der Stromer recht schnell vom Fleck kommt – dem Nenndrehmoment von 160 Newtonmetern sei gedankt – und während der Fahrt keine Luftschadstoffe emittiert. Das gute Umweltgewissen hat jedoch seinen Preis: Der Testwagen hat dank einiger Extras einen Wert von 30.168,48 Euro.

Erschrecken lassen sollte sich aber niemand von diesem Preis, denn elektrisch fährt es sich auch günstiger: Der EQ Forfour fährt ab 23.750 Euro brutto vor, der EQ Fortwo ab 23.070 Euro; das EQ Fortwo Cabrio allerdings ist deutlich teurer: ab 26.380 Euro. (hösch)

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