Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 26.01.2019


Skoda

Skoda Fabia: Beliebter Tscheche in neuen Kleidern

Zur Halbzeit wurde die aktuelle Generation des Škoda Fabia renoviert. Frische Optik und neue Technik sollen dafür sorgen, dass er sich weiterhin gegen die Konkurrenz behaupten kann.

In Summe sieht der Fabia nach dem Facelift deutlich frischer aus.

© LetznerIn Summe sieht der Fabia nach dem Facelift deutlich frischer aus.



Von Lukas Letzner

Inzing – Vier Jahre hat die dritt­e Generation des Škoda Fabia nun schon auf dem Buckel. Zu viel, fanden die Ingenieure in Tschechien, und so ließ man dem Fabia für heuer einige optische und technische Raffinessen zuteil werden. Dank dieser Überarbeitung soll er den Anschluss an die komplett überarbeiteten Konzernbrüder Polo und Ibiza nicht verlieren. Wir durften kürzlich im Facelift Platz nehmen und prüfen, ob die gesetzten Aktionen ihre Wirkung auch nicht verfehlen.

Sichtbarste Neuerungen sind die leicht geänderten Scheinwerfer mit jetzt stets serienmäßigem LED-Tagfahrlicht und der etwas stärker ausgeprägte Grill. Man muss also schon genauer hinsehen, um die Modifikationen ausfindig machen zu können. Optional gibt es ab sofort übrigens – wie in unserem Fall – LED-Scheinwerfer.

Im Innenraum merkt man hingegen schnell, dass der Fabia schon etwas in die Jahre gekommen ist. Das soll aber nicht unbedingt als Nachteil ausgelegt werden. Zwar gewinnt der Fabia mit dem Armaturenbrett sicher keinen Schönheitspreis mehr, in Sachen Funktionalität und Übersichtlichkeit steht er der Konkurrenz aber um nichts nach. Im Gegenteil: Man findet sich auf Anhieb zurecht und alle Knöpfe und Schalter sitzen genau dort, wo man sie vermuten würde. Zudem sorgen die neuen Materialien für frischen Wind und lassen das Cockpit hochwertiger und zugleich eleganter wirken.

Außerdem findet man für jedes erdenkliche Utensil die richtige Ablage. Egal ob Schlüssel, Smartphone oder Geldbeutel, es gibt mit Sicherheit ein passendes Fach dafür. Kleines Highlight am Rande: Sogar ein kleiner Mistkübel ziert die Türablage. Wer jetzt – wie wir zu Beginn auch – darüber nur lächeln kann, wird schnell feststellen, dass so etwas durchaus praktisch ist. Zudem bietet der kleine Fabia erstaunlich viel Platz. Selbst in der zweiten Reihe sitzt man komfortabler als in manchem Konkurrenten und das Kofferraumvolumen mit 330 bis 1150 Litern Fassungsvermögen sollte für jede erdenkliche Schandtat aus­reichend sein. Wir können jedenfalls bestätigen: Ein Ski- oder Rodelausflug zu dritt stellt kein Problem dar.

Interessant ist, dass mit dem Facelift der Diesel endgültig auf das Abstellgleis gestellt wurde. Zu gering war die Nachfrage, zu hoch der Aufwand für die Umstellung auf Euro-6d-Temp. Die Benziner erfüllen hingegen allesamt die neueste Abgasnorm. Zudem schöpfen alle Antriebe ihre Kraft nur noch aus drei Brennkammern. So auch der von uns getestete Dreizylinder-Benziner. Immerhin presst er ordentliche 110 PS aus seinen drei Töpfchen und wuchtet ein maximales Drehmoment von 200 Newtonmetern auf die Kurbelwelle. In die Praxis übersetzt heißt das: Der Turbo­zwerg geht äußerst quirlig ans Werk. Das überrascht im ersten Moment und man merkt zu keinem Zeitpunkt (auch nicht akustisch), dass eigentlich ein Zylinder „fehlt“. Zudem harmoniert der Antrieb perfekt mit der Sieben-Gang-Doppelkupplung des kleinen Tschechen. Sie serviert die Gänge blitzschnell und sehr sanft, man hat nie das Gefühl, dass der Fabia zum falschen Zeitpunkt schaltet, und befindet sich eigentlich immer im richtigen Gang. So lässt sich der Fabia äußerst spritzig und mit viel Freude ums Eck zirkeln.

In Zurückhaltung übt er sich dafür in Sachen Spritverbrauch: 5,6 Liter bescheinigte uns der Computer nach 14 Testtagen. In Anbetracht dessen und der üppigen Ausstattung mit Style-Paket und allerhand Assistenten finden wir den Preis von 22.050 Euro auch angebracht.