Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 06.07.2019


Renault

Renault Master und Trafic: Sparsame Lademeister mit mehr Pfiff

Aufgefrischter Look, mehr Ausstattung und neue Motoren für Master und Trafic, die beiden geräumigen Nutzfahrzeuge von Renault.

Ab 23.130 Euro netto bietet Renault den überarbeiteten Trafic an.

© WerkAb 23.130 Euro netto bietet Renault den überarbeiteten Trafic an.



Von Stefan Pabeschitz

Cascais – Von den Modellzyklen im Nutzfahrzeugsegment kann der deutlich kurzatmigere Pkw-Bereich nur träumen: Fünfzehn bis zwanzig Jahre Bauzeit kommen in den besten Herstellerfamilien vor. Umso wichtiger sind ein paar großzügige Retuschen zwischendurch, was Renault im Doppelpack erledigt: Die französischen Leichtnutzfahrzeuge Master und Trafic erhalten ein umfassendes Update außen, innen und unter dem Blech.

Der höher gezogene und mit Chrom-Querstreben gestaltete Kühlergriff verleiht beiden Modellen ein robusteres und zugleich dynamischeres Aussehen, dazu ist das LED-Tagfahrlicht in den neuen Scheinwerfern nun in Form des Renault-typischen C-Bogens ausgeführt. Der größere Master, in der Gewichtsklasse von 2,8 bis 4,5 Tonnen angesiedelt, bietet nun mit seinem komplett überarbeiteten Innenraum ein deutlich ansprechenderes Ambiente als bisher. Optional ersetzt ein Bildschirm den Innenspiegel, das Bild liefert eine hochauflösende Heckkamera. Dazu wird der Umfang an Assistenzsystemen etwa um einen Totwinkel-Warner erweitert.

Das 2,3-Liter-Diesel-Aggregat mit Twin-Turbo steht nunmehr für die Kastenwagen mit Vorderradantrieb in Ausbaustufen zu 135, 150 und 180 PS zur Verfügung, die beiden stärkeren Versionen wahlweise zum serienmäßigen Sechsgang-Schaltgetriebe auch mit sechs automatisierten Gängen. Für das vorderradgetriebene Plattform-Fahrgestell sowie die Versionen mit Hinterradantrieb wird der Motor mit 131, 146 und 163 PS angeboten. Praktisch mitgedacht wurde mit der Vergrößerung des AdBlue-Tankvolumens von 20 auf 28 Liter. Unverändert bleiben drei Radstände, vier Längen, drei Dachhöhen und das Ladevolumen von acht bis 22 Kubikmetern, die maximale Anhängelast von drei Tonnen und eine optionale Differenzialsperre für das Fahren auf schwierigerem Terrain.

Beim Trafic ist die Überarbeitung des Innenraums etwas weniger umfassend als beim großen Bruder – sie beschränkt sich neue Sitzbezüge und Dekors, die einen etwas hochwertigeren Gesamteindruck erzeugen. Bedeutender fällt die Motorenumstellung aus: Bis auf das Basisaggregat mit 95 PS werden alle bisherigen 1,6-Liter-Diesel durch 2-Liter-Aggregate mit nunmehr 120, 145 und 170 PS ersetzt, die beiden stärkeren optional mit Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe. Weiterhin sind zwei Radstände, Längen und Dachhöhen im Programm.

Sowohl Master als auch Trafic profitieren von den neuen Motoren, die je nach Fahrzeug-Tonnage entweder die Pkw-Norm Euro 6d Temp oder die Lkw-Homologation Euro VI-D erfüllen. Dem Master beschert das Aggregate-Update einen besseren Durchzug, der bei niedrigen Drehzahlen merkbar ist, dazu mehr Laufruhe und Souveränität bei starker Beladung – und nicht zuletzt einen guten Liter weniger Verbrauch im Vergleich zur vorigen Motorengeneration. Noch spürbarer ist die Veränderung beim Trafic: Der wirkte mit den bisherigen, hubraumschwächeren Aggregaten ein wenig angestrengt und fährt sich mit den neuen, drehmomentstärkeren Motoren in jeder Beladungssituation entspannter und leichtfüßiger. Auch hier fallen außerdem etwa 0,6 Liter weniger Durchschnittsverbrauch an als bisher. Beim Trafic beginnt die Preisliste mit 23.130 Euro netto für den Kastenwagen, knapp 900 Euro über dem bisherigen Einstiegstarif. Für den Master sind die Preise noch nicht festgelegt, gemessen am Sprung bei seinem kleinerem Bruder Trafic dürften sie aber ab etwa 25.500 Euro netto betragen. Der Marktstart für beide erfolgt noch im Juli, die Auslieferung ist ab September geplant.