Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 11.07.2015


Ratgeber

Die Teamfähigkeit des Zeitgeistes

Mit dem Touran schließt VW die aktuelle Van-Offensive ab. Der kompakte Familien-Transporter ist optisch dezent, technisch tiefgreifend aktualisiert. Dazu gibt es einen beträchtlichen Raumgewinn.

© Volkswagen AGMit einer Raumerweiterung und einer Verbrauchsverringerung sowie neuen Praxis-Details geht der VW Touran seine zweite Generation an.Fotos: Hersteller



Von Beatrix Keckeis-Hiller

Amsterdam – Hoch aktiv waren die Wolfsburger heuer bereits: Die Erneuerungswelle umfasste auch die Familienvan-Baureihen. Jetzt war der Touran dran. Während VW bei ihm die Aktivität in der Typenbezeichnung einem Mitbewerber überlässt, betonen die Entwickler angesichts der Fortführung des eher zurückhaltend-soliden Designs, dass es in erster Linie darum ging, „das Gesamtpaket zu optimieren“.

Dazu gehört, dass der bis zu siebensitzige Kompakte (nunmehr auf Basis des MQB) um 13 Zentimeter verlängert, ein wenig verbreitert und geringfügig flach gedrückt wurde. Retuschen an Front und Heck ergeben im Verein mit neu gezeichneten Leuchten optisch einen sportlichen Touch.

Die Karosserie-Dehnung ergibt eine neue Außenlänge von 4,527 Metern und einen Radstand von nunmehr 2,791 Metern (plus 113 Millimeter). Auf dieser Basis geht sich mehr Passagierraum aus. Auch in der dritten Reihe (wenn die Siebensitz-Konfiguration gewählt ist). Dem Teamgeist etwa einer Handballmannschaft kann das insofern förderlich sein, als es auf den beiden Einzelplätzen ganz hinten im Fond doch etwas kommoder um die Knie ist und es sich weniger strafbankartig sitzt. Gepäck geht sich dann zwar mehr als bisher, aber immer noch nicht allzu viel aus: 137 Liter. Freier atmen – und wesentlich mehr Equipment mitnehmen – könnte in der fünfsitzigen Variante ein Basketball-Team. Der Basis-Kofferraum offeriert nun 743 Liter Volumen. Das kann, wenn alle Sitze zusammengeklappt sind – geht easy mit neuem Flat-Fold-System –, auf bis zu 1980 Liter beim Fünf- und auf bis zu 1857 Liter beim Siebensitzer erweitert werden.

Nicht erweitert, sondern verknappt ist das Antriebs-Portfolio. Der Benziner-Einstieg erfolgt mit einem 1,2-Liter, der 110 PS leistet. Die nächste Stufe ist ein 1,4-Liter mit 150 PS. Im Spätherbst nachgereicht wird ein 1,8-Liter-TSI mit 180 PS. An Dieseln hat der Touran einen 1,6-Liter mit 110 PS bekommen. Der Zweiliter bringt es auf 150 PS. Im November kommt eine 190-PS-Variante dazu.

Trotz gleicher Nennleistung wird mit Sicherheit der 150-PS-Diesel vor dem 150-PS-Benziner das meiste Volumen machen. Den Selbstzünder gibt es ausschließlich mit manuellem 6-Gang-Getriebe, den Otto-Kandidaten nur mit 7-Stufen-DSG. Ersterer ist ansatzweise brummig, dafür bärig kräftig, Zweiterer erfreut mit hoher Geräuschkultur und munterer Drehfreudigkeit.

Zur familiären und sportlichen Teamfähigkeit des Touran hat VW Zeitgeist addiert. Das äußert sich einerseits in einer teils serienmäßigen, teils aufpreispflichtigen Sicherheits- und Fahrassistenzausrüstung (inklusive dynamischer Fahrwerksregelung und Anhänger-Rangierunterstützung). Andererseits bietet man für den kompakten Raumfahrer verschiedene Abstufungen der aktuellsten Konnektivitäts-Systeme an. Das reicht so weit, dass man dank bordeigenem WLAN-Hotspot gar nicht mehr miteinander zu reden braucht. Man kann online über die vielfältige Welt der sozialen Netzwerke kommunizieren, was der Teamfähigkeit eine interessante Dimension verleiht. Und wer in der letzten Reihe sitzt, der muss nicht schreien, um in der ersten Reihe gehört zu werden, man kann eine Gegensprechanlage ordern. Ganz abgesehen vom Offert einer Onboard-Kamera (GoPro), mittels derer Fond- oder auch Anhänger-Insassen (Pferde?) observiert werden können.

Die Tarif-Tabelle weist auf der Einstiegs-Ebene einen Betrag von 25.590 Euro aus. Marktstart ist im Oktober, die Bestellbücher sind schon geöffnet.




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