Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 11.07.2015


Ratgeber

Fiat wagt sich ans Allerheiligste

Nach acht Jahren Erfolgslauf ist es so weit: Die Turiner nehmen Veränderungen am Cinquecento vor, sie fallen außen dezent, innen großzügig aus.

© Mit überarbeiteten Stoßfängern fährt der Fiat 500 ab 18. Juli zu den Händlern.Fotos: Hersteller



Turin – So sehr der seit 2007 angebotene Fiat Cinquecento die eigene Modell-Tradition bemüht – er darf ein Stückchen des 21. Jahrhunderts in sich aufnehmen: Mit der Überarbeitung, die die Italiener dem kultigen Kleinstwagen angedeihen lassen, erhält das Fahrzeug vorne Tagfahrlicht in LED-Technik und auf Wunsch gibt es das Uconnect-Multimediasystem mit einem fünf Zoll großen Touchscreen. Das mag nicht der ganz große Fortschritt sein in einer Zeit, in der deutsche Hersteller bereits mit serientauglichen Laser-Scheinwerfern agieren und LTE-fähige WLAN-Hotspots mit multiplen Anbindungsmöglichkeiten anpreisen.

Diese Entwicklung wird klassische Cinquecento-Bewunderer allerdings wenig beeindrucken. Wichtiger ist, dass der Wagen sein grundsätzliches Design beibehalten hat, das ihn weiterhin zu einem Unikat macht. Er bleibt, parkplatzfreundlich, sehr kurz, trotz eines Wachstums um 25 mm auf eine Länge von 3571 Millimetern. Und seine knackige Karosserieform ist en vogue.

Für ein paar Verfeinerungen haben sich die Fiat-Beauftragten aber erwärmen können: Die ovalen Hauptscheinwerfer sind leicht verändert, ebenso die Heckleuchten. Den unteren Kühlergrill haben die Italiener neu kreiert, sie betonen die dreidimensionale Ausrichtung desselben.

Innen fällt neben dem schon erwähnten, optional erhältlichen Uconnect-System ein auf Wunsch eingebauter Sieben-Zoll-TFT-Monitor auf, der als Zentralinstrument unter anderem den Tachometer, den Drehzahlmesser und den Kilometerzähler abbildet. Weitere Darstellungsmöglichkeiten sind frei einstellbar, bekannt aus anderen, neuen und konzerneigenen Baureihen. Verändert hat Fiat beim Cinquecento außerdem das Armaturenbrett und das Angebot an Sitzbezugsstoffen. Sogar Leder von Poltrona Frau gibt es für den Cinquecento.

Angemessen ist das Motorenprogramm für den Cityfloh: Zwei Zweizylinder-Turbobenziner mit 85 und 105 PS stehen zur Wahl, außerdem gibt es die Basisvariante mit einem 69 PS starken 1,2-Liter-Vierzylinder-Ottomotor. Später reicht Fiat einen 1,3-Liter-Vierzylinder-Turbodiesel mit 95 PS und 89 Gramm CO2-Emissionen je Kilometer nach.

Drei Ausstattungslinien zählen zum Rahmenprogramm des erneuerten Fiat 500, der ab 18. Juli bei den Händlern stehen wird: Die Basis Pop verfügt ab 12.650 Euro bereits über sieben Airbags, ein Basis-Uconnect-System mit USB- und Aux-Anschlüssen sowie eine Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung. Pop Star wartet ab 13.650 Euro mit einer segensreichen Klimaanlage auf, die Topversion Lounge fährt ab 15.050 Euro mit 15-Zoll-Alufelgen, Glasdach, Lederlenkrad, und dem erweiterten Uconnect-System (Bluetooth, Touchscreen). Das Facelift betrifft übrigens auch den 500C (Cabrio), das in der Preisliste ab 15.450 Euro zu finden ist. (hösch)

Begehrter Kleinster

Vor 58 Jahren stellte Fiat den „Nuova Cinquecento“ zum ersten Mal her, sofort explodierte die Nachfrage nach dem kleinen Fahrzeug. Weltweit verkaufte sich der geschichtsträchtige 500 immerhin 3,8 Millionen Mal.

Entsprechend groß waren die Erwartungen an die Neuauflage, die Fiat im Juli 2007 vorstellte – trotz deutlich geänderter Rahmenbedingungen in der Automobilwelt löste der Neuling Begehrlichkeiten aus, die bis heute anhalten: 1,5 Millionen Stück verkauften die Italiener inzwischen, vom Namen profitieren außerdem einige Ableger. Technisch eng verwandt ist der offene 500C, auf andere Karosseriekonzepte setzen dagegen der 500 L und der 500 L Living.