Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom So, 02.08.2015


Ratgeber

Frischzellenkur für Japans Parade-SUV

Als der Mazda CX-5 vor drei Jahren präsentiert wurde, war er der Erste seiner Art und avancierte schnell zum besten Pferd im Stall. Jetzt sollen frische Schminke und mehr Ausstattung dafür sorgen, dass das so bleibt.

© LetznerDie optischen Retuschen am neuen CX-5 sind zwar auszumachen. Lediglich der neue Kühlergrill und die Voll-LED-Scheinwerfer verraten aber: Hier steht der Neue.Foto: Letzner



Von Lukas Letzner

Innsbruck – Kunden von deutschen Automobilherstellern kennen das Gefühl, wenn einem ständig das Modell seiner Wahl auf der Straße begegnet. Da ist es recht schwer, aus der Masse herauszustechen. Dass einem das aber nicht nur bei deutschen Modellen passieren kann, beweist der Mazda CX-5 eindrucksvoll. Innerhalb von drei Jahren mauserte sich das Mittelklasse-SUV zum besten Pferd im Stall von Mazda und wurde weltweit über 850.000-mal verkauft. Doch die Japaner sind nicht gerade dafür bekannt, sich mit dem Guten zufriedenzugeben und so legte man jetzt noch ein Schäuflein nach. Mit Erfolg.

Wer bereits einen CX-5 zu Hause hat, kann aber beruhigt sein. Lediglich dem Kenner werden die neuen Voll-LED-Scheinwerfer und der überarbeitete Kühlergrill, der der neuen Designlinie angeglichen wurde, auffallen. Ansonsten konnten wir keine nennenswerten Unterschiede zum Vorgänger ausmachen.

Anders sieht es da im Innenraum unseres Testwagens aus. Speziell die Mittelkonsole wurde überarbeitet und dort, wo früher der Stock für die Handbremse saß, befindet sich jetzt eine elektronische Parkbremse. Das Armaturenbrett wurde ebenso aufgepeppt und überzeugt mit feinsten Materialien und Verarbeitung auf sehr hohem Niveau. In der Mitte sitzt, wie beim Vorgänger, das Infotainment-System. Sein Bildschirm ist allerdings auf 7 Zoll angewachsen und kommt ohne Tasten und Regler aus. Wer die Navigation aus dem Vorgänger kennt, weiß, dass die Bedienung einfacher sein könnte. Das hat man auch in Japan erkannt und deshalb das System komplett überarbeitet. Menüs lassen sich jetzt wahlweise mittels Dreh-Drück-Schalter oder der Touch-Funktion ansteuern und erinnern stark an die deutsche Konkurrenz.

Über das Platzangebot brauchte man sich im Mazda CX-5 nie zu sorgen. Passagiere finden vorne wie hinten leicht das Auskommen und die 503 Liter (maximal 1620 Liter) Stauraum geben auch keinen Grund zu jammern.

Wirklich erstaunt waren wir, nachdem wir den 2,2-Liter-Diesel angeworfen haben. Während beim Vorgänger ein doch deutliches Brummen zu vernehmen war, ist es jetzt richtig leise geworden. Der Grund: eine deutlich dickere Dämmung und neue Verglasung schirmen die Insassen besser ab.

Ansonsten wird der 150 PS starke Motor mit dem knapp 1500 Kilo schweren CX-5 locker fertig. Der Skyactive genannte Vierzylinder verfügt über 2,2 Liter Hubraum und wird von einem Register-Turbo (eine große und eine kleine Turbine) zwangsbeatmet. Der Clou dabei ist, dass der Selbstzünder mit einem Verhältnis von 14:1 äußerst niedrig verdichtet (vergleichbare Diesel-Aggregate komprimieren mit 16 bis 18:1) um ein besseres Kraftstoff-Luft-Gemisch und somit eine homogenere Verbrennung zu erreichen. Pessimisten machten sich darüber zwar lustig, doch die letzten drei Jahre beweisen, dass das Konzept funktioniert. Das Resultat ist ein überzeugender Verbrauch von lediglich 6,6 Litern und das, obwohl das üppige Drehmoment von 380 Nm auch zum Sprinten animiert. Fahrwerk und Lenkung runden den guten Gesamteindruck ab.

Überzeugen kann der CX-5 auch in puncto Assistenzsysteme. Spurwechselhelfer, Notbremshilfe oder Toter-Winkel-Assistent sind nur die nennenswertesten Helfer, die die Liste der aufpreispflichtigen Extras ziert.




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