Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 02.02.2019


Ratgeber

Wenn das Auto plötzlich Walzer tanzt

Ein Winter-Fahrtraining ist eine gute Investition in die Sicherheit. Bei der „Opel Winter Experience“ vermitteln Profis aus dem Motorsport das nötige Know-how.

Opel-Modelle wie der Insignia sind winterfest.

© WerkOpel-Modelle wie der Insignia sind winterfest.



Von Walter Schrott

Thomatal – Dieser Winter ist ein Traum für Skifahrer, für Autofahrer dagegen eher ein Alptraum. Wer kennt nicht dieses Gefühl, wenn der fahrbare Untersatz auf schneeglatten oder eisigen Straßen plötzlich nicht mehr gehorchen will. Nur einmal zu schnell in die Kurve, zu hektisch gelenkt oder zu stark gebremst, und schon beginnt ein gefährlicher Tanz auf vier Rädern. Gebetsmühlenartig raten Experten zum Winterbeginn zu „Aufwärmübungen“. Will heißen: Man sollte passiv an die Verhältnisse herangehen und das Fahrverhalten seines Fahrzeuges ausloten. Was leichter gesagt ist als getan, denn: Im normalen Straßenverkehr ist es unmöglich, sich an Grenzen heranzutasten, ohne sich selbst oder andere Verkehrsteilnehmer in kritische Situationen zu bringen. Und es ist ein schmaler Grat zwischen „gerade noch einmal gut gegangen“ oder Abflug.

Überwiegend stimmt der Mensch sein Fahrverhalten auf visuelle Informationen ab. Wenn etwa plötzlich eine Schneefahrbahn auftritt, wird jeder vernünftige Lenker instinktiv den Fuß vom Gas nehmen. Studien zeigen, dass 80 Prozent aller Unfälle auf Kontrollverlust zurückzuführen sind. Vor allem im Winter. Aber man kann sich dagegen wappnen. Mit einem Winterfahrtraining, wie es einige Autohersteller oder die Automobilclubs anbieten. In Deutschland locken Versicherungen sogar mit Rabatten, wenn Autofahrer solche Trainingseinheiten nachweisen können. Wir hatten dazu Gelegenheit bei der „Winter-Experience“ von Opel im lungauischen Thomatal.

Der für diesen Event bereitgestellte, 260 PS starke und mit genagelten Reifen bestückte Opel Insignia 4x4 ist schon einmal ein Spaßgarant. Und auch einer für maximale Sicherheit, denn sein variabler Allradantrieb mit aktiver Kraftverteilung hält das sportliche Flaggschiff der Marke in der Spur. Aber beim Wintertraining will man ja unbedingt die Physik austricksen. Also ambitioniert hinters Steuer und ab auf die eisige Piste. Mit dem beruhigenden Gefühl, dass man schlimmstenfalls abseits der Fahrspuren weich im Tiefschnee landet, wenn das Vehikel nicht dahin fährt, wohin man es lenkt. Hütchenslalom, Ausweichmanöver, punktgenaues Bremsen und Gegensteuern: Das erforderliche Know-how vermitteln die Opel-Instruktoren, die überwiegend aus dem Rennsport kommen, perfekt und geduldig. Und mit jeder Runde wird man sicherer und lernt die Tücken des Winters einzuschätzen. Plötzlich entdeckt man bei lässigen Drifts, dass man das Auto sogar mit dem Gaspedal lenken oder einfach nur mit der Handbremse wenden kann. Manöver, die auf öffentlichen Straßen natürlich absolut tabu sind, aber die Routine erhöhen. Und dann kommt das berühmte „Popometer“ ins Spiel, diese schwer erklärbare Verbindung zwischen Maschine und Mensch. Man spürt ganz einfach, was geht und was nicht.

Dass man nach vielen Runden mit breiter Brust und wertvollen Erfahrungen aus dem Cockpit klettert, ist eine Sache; die andere: Übung macht in diesem Fall vielleicht noch lange keinen Meister. Aber sie steigert das Können und kann Unfälle verhindern. Und wie meinte Opel-Motorsportchef Jörg Schrott nach getaner Arbeit: „Für uns ist es immer ein Erlebnis, wenn die Leute mit einem breiten Grinsen im Gesicht aus dem Auto steigen. Dann wissen wir, dass auch der Spaßfaktor hoch war!“