Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 17.06.2017


Subaru

Nippon-Kombi verteilt rechte Haken

Subaru setzt beim Levorg auf unkonventionelle Technik. Die Kernkompetenz beherrscht er aber perfekt.

Das Blechkleid des Subaru Levorg sorgt schon im Stand für Aufsehen. Dafür ist in erster Linie der Power-Dome in der Motorhaube verantwortlich.

© LetznerDas Blechkleid des Subaru Levorg sorgt schon im Stand für Aufsehen. Dafür ist in erster Linie der Power-Dome in der Motorhaube verantwortlich.



Von Lukas Letzner

Praxmar – Der Subaru Levorg gehört wirklich zu den Exoten auf unseren Straßen. Bei den unkonventionellen Zutaten wundert uns das allerdings nicht: Ein Turbo-Boxer-Motor unter der Haube, der mittels CVT-Getriebe mit der Kurbelwelle verkuppelt wird, dazu das permanent symmetrische Allradsystem Symmetrical AWD. Doch das Anderssein gehört bei Subaru ja mittlerweile zum guten Ton, und so waren wir recht gespannt, als wir den Levorg 1,6 GT-S Exclusive bei uns zum Test begrüßen durften.

Der unkonventionelle Look des Levorg sorgt schon im Stand für Diskussionen. Dafür ist vor allem der große Lufteinlass in der Kühlerhaube verantwortlich. Was man auch davon halten will, er wird sicher für den entsprechenden Eindruck im Rückspiegel der Konkurrenz sorgen. Außerdem erfüllt er bei Subaru tatsächlich einen Zweck. Er leitet Kühlluft zu dem auf dem Boxer montierten Ladeluftkühler.

Bleiben wir doch gleich beim Antrieb. Der Boxer schöpft seine Kraft zwar immer noch aus vier Brennkammern, doch der Hubraum beträgt nur noch 1,6 Liter. Bei wem jetzt Erinnerungen an das freisaugende 1500er-Aggregat wach werden, der irrt sich jetzt schon. Der Vierzylinder wird – wie bereits erwähnt – von einem Turbolader zwangsbeatmet, dazu gibt es eine Direkteinspritzung und eine Start-Stopp-Automatik. So leistet der Fremdzünder 170 PS und wuchtet maximal 250 Nm auf die Kurbelwelle. Dieses Zahlenwerk reicht aus, um in jeder Lebenslage ordentlich voranzukommen. Auffällig ist, wie unauffällig der Boxer sein Tagwerk verrichtet. Er ist so gut wie gar nicht zu hören. Irgendwie schade.

Verkuppelt wird der Motor mittels CVT-Getriebe und virtuellen Schaltstufen. Auch wenn uns ein manuelles Getriebe lieber gewesen wäre, das stufenlose Teil gibt uns keinen Grund zum Nörgeln, denn Subaru hat es geschafft, das Lineartronic genannte Getriebe zum besten CVT auf dem Markt aufzurüsten. Zwar braucht man beim Anfahren einen Moment länger als üblich, aber ansonsten passt die Kombination. Das Fahrwerk des Levorg ist straff abgestimmt, hält aber grobe Schläge von den Insassen fern.

Am meisten waren wir aber vom Innenraum des Japaners angetan. Die Materialauswahl und die Verarbeitung liegen auf sehr hohem Niveau, die Bedienung des Navigationssystems (mittels Touchscreen) fällt kinderleicht und die Konnektivitätsmöglichkeiten lassen keinen Wunsch offen. Dazu angenehme Sitze, Lederlenkrad und Platz im Überfluss. Der Kofferraum schluckt zwischen 522 und 1446 Liter, und auch in der zweiten Reihe hat man als Erwachsener genug Platz, um längere Fahrten zu überstehen.

Nur der Verbrauch des Levorg lässt zu wünschen übrig. Während unserer 14 Testtage wies uns der Bordcomputer knapp unter 10 Liter aus. Dafür kann man auch nicht das Zusatzgewicht des Allradantriebs verantwortlich machen. Zu haben ist der Subaru Levorg übrigens ab 29.990 Euro. Der von uns getestete Wagen bringt es dann auf mindestens 37.990 Euro.