Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 17.06.2017


Renault

Alter Name, neue Ufer

Mit dem neuen Koleos, der mit dem Vorgänger nur noch den Namen gemeinsam hat, bläst Renault lautstark zum Halali im Revier der Mittelklasse-SUV.

Den Koleos der zweiten Generation bietet Renault ab 31.990 Euro mit Frontantrieb an, mit Allrad gibt es das Midsize-SUV ab 36.990 Euro.

© HerstellerDen Koleos der zweiten Generation bietet Renault ab 31.990 Euro mit Frontantrieb an, mit Allrad gibt es das Midsize-SUV ab 36.990 Euro.



Von Walter Schrott

Helsinki – Renault startet im SUV-Segment durch. Nach dem Kadjar und dem erst kürzlich überarbeiteten Crossover Captur folgt der komplett neue Koleos. Der Vorgänger, ein Koreaner mit Renault-Raute im Kühlergrill, war nicht der große Renner. Jetzt wollen die Franzosen alles besser machen und bringen ihn mit bewährten Zutaten aus der Allianz Renault-Nissan. Vom Band läuft er weiterhin in Korea.

Die technische Basis teilt sich der Koleos mit dem Nissan X-Trail, eingekleidet haben ihn die Blech-Couturiers aber ganz in der Renault-Fasson. Und damit rückt er optisch deutlich in die Nähe des Talisman, aber auch des kleineren Bruders Kadjar, der wiederum eng mit dem Nissan Qashqai verwandt ist. Chapeau kann man nur sagen, Re­nault hat da ein bildschönes Auto auf die Räder gestellt. Knapp 4,70 Meter lang, zählt der Koleos zu den Midsizern im SUV-Lager und wie bei fast allen Marken, ist er als Fronttriebler und als Allradmodell zu haben. Die Mehrzahl der Kunden wird sich beim Koleos für die 4WD-Version entscheiden. Und die sorgt mit dem All Mode 4x4 abseits fester Wege für sicheres Vorankommen.

Per Knopfdruck kann man zwischen spritsparendem Vorderradantrieb und Allradantrieb wählen. Ist Zweiterer aktiviert, dann verteilt das clevere System die Antriebskraft vollautomatisch je nach Traktion zwischen Vorder- und Hinterachse. Auf holprigen Pfaden und in kritischen Situationen kann das Antriebsdrehmoment auf 50:50 Prozent gesperrt werden. Dann ist der Koleos bis Tempo 40 Ausflügen in anspruchsvolles Terrain nicht abgeneigt und nimmt mit 20 cm Bodenfreiheit knifflige Passagen.

Im Gegensatz zum Konzern-Zwilling X-Trail ist der attraktive Franzose ausschließlich als Fünfsitzer zu haben. Dafür aber mit geradezu opulentem Platzangebot und rekordverdächtigem Kofferraumvolumen. 579 l passen immer ins Ladeabteil, bei dachhoher Beladung sind es 834 l und bei umgeklappten Rücksitzen 1795 l. Fein herausgeputzt und ergonomisch top präsentiert sich das Interieur. Gediegene Verarbeitung, hochwertige Materialien und großzügig geschnittenes Gestühl sorgen für hohen Wohlfühlfaktor. Das Infotainment ist auf Höhe der Zeit und mit Apple CarPlay und Android Auto kompatibel. Selbstverständlich hat der Koleos – teils serienmäßig, teils optional – bekannte Assistenzsysteme an Bord.

Das Motorenangebot beschränkt sich auf Commonrail-Dieselaggregate. Der Fronttriebler ist mit dem 1.6 dCi mit 130 PS bestückt, die Allradmodelle treibt der 2.0 dCi mit 175 PS an; je nach Version mit 6-Gang-Schaltgetriebe oder der neuen X-Tronic-Automatik.

Bei der ersten Ausfahrt hat der Koleos durch die Bank überzeugt. Der lange Radstand ist dem Fahrkomfort förderlich, das Fahrwerk – für einen Franzosen erstaunlich straff abgestimmt – schafft die Balance zwischen Fahrdynamik und Komfort souverän. Die akustisch zurückhaltenden Triebwerke glänzen mit forschem Antritt und nachdrücklichem Durchzug. Der Fronttriebler hat allerdings beim Losfahren auf nassem Asphalt mit der Traktion zu kämpfen. Was bei dosiertem Einsatz des Gaspedals aber kein Problem ist. Hierzulande startet der neue Koleos ab sofort in den drei Ausstattungsversionen Zen, Intens und Initiale Paris. Wer die Topversion wählt, hat einige Luxus-Features an Bord. Preislich geht es los bei 31.990 (2WD, 130 PS, Zen), um 36.990 gibt es die Allradversion mit 175 PS.




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