Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 24.06.2017


Test

Trotz gilt hausinterner Konkurrenz

Was Raumökonomie anbelangt, ist der Octavia schon seit Langem ein Meister seines Metiers – aber mit Škodas neuer SUV-Welle erwachsen ihm einige Rivalen. Der Kompaktwagen hat deswegen nachgeschärft.

Trotz Schrägstellung des Heckfensters gibt das Ladeabteil netto 610 Liter her, brutto sind es 1740 Liter. Fürs Ambiente sorgen Panoramaglasdach und Amundsen-Display.

© HöschelerTrotz Schrägstellung des Heckfensters gibt das Ladeabteil netto 610 Liter her, brutto sind es 1740 Liter. Fürs Ambiente sorgen Panoramaglasdach und Amundsen-Display.



Von Markus Höscheler

Stanz bei Landeck – Der hohe Anteil wird nicht zu halten sein: Im vergangenen Jahr, noch vor dem Wirksamwerden des neuen Facelifts, setzte Škoda vom Octavia weltweit 436.300 Einheiten ab, das entspricht einem Anteil von 38,7 Prozent an der gesamten Modellpalette der tschechischen VW-Marke. Keine andere Škoda-Baureihe ist so erfolgreich wie der Kompaktwagen (Limousine und Combi). Mit der Überarbeitung müsste dem Octavia dank Design-Feinschliffs (Vier-Augen-Gesicht) und einiger Technologie-Updates noch mehr Fortune beschieden sein. Aber der erneuerte Octavia hat es so schwer wie noch nie, denn mit Kodia­q und Karoq entstand eine SUV-Konkurrenz, die mit höheren Aufbauten und gehobener Sitzposition die Marktposition streitig macht.

Dabei ist dem Octavia, insbesondere dem Combi, kaum etwas entgegenzuhalten. Sein Äußeres wirkt erfrischend, verzichtet aber auf kurzfristig­e Kosmetik-Gag­s, das Platzangebot in den beiden Sitzreihen und im Ladeabteil gilt geradezu als musterschülerhaft. Aufgeräumt wirkt das Instrumentarium, gegen mögliche Langeweile stemmt sich ein Infotainmentsystem, bei dem die Navigationseinheit Amundse­n die Schlüsselroll­e mit einem acht Zoll großen, hochauflösenden Touchscreen spielt. Die 1095 Euro Aufpreis, die hier zusätzlich zur Style-Ausstattung zu entrichten sind, sind gut angelegt.

Fahrwerk, Langstreckenkomfort, Lenkung und Sechsgang-Handschalter erinnern unentwegt an den (von den Dimensionen her) kleinen Bruder Golf von VW, auch der im Testwagen verwendete 150-PS-Vierzylinder-Turbodiesel erfüllt die Erwartungen mit Bravour: Laufkultur vom Feinsten, satter Durchzug und genügsame Trinksitten (5,5 Liter je 100 Kilometer). Gerade hier könnte der 1,35-Tonner dem Karoq und dem Kodiaq Paroli bieten – denn es ist anzunehmen, dass die beiden Sport Utility Vehicles im Test mit vergleichbaren Motoren wegen des höheren Luftwiderstandes wohl mehr Treibstoff benötigen werden. Auch in preislicher Hinsicht kann der Octavia Combi trotzig sein – selbst wenn die hier veranschlagten 34.377,50 Euro schon Richtung Mittelklasse greifen.




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