Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 14.10.2017


Mini Countryman

Mini-Kracher, der aus dem Vollen schöpft

Der Countryman wuchs zum Alltagsbewältiger heran. Die Verzierung steht für den John Cooper Works.

© Reinhard FellnerDer Countryman wuchs zum Alltagsbewältiger heran. Die Verzierung steht für den John Cooper Works.



Innsbruck – Es gibt Autos, die etwas ganz Besonderes sind. Der Mini gehört da zweifelsohne dazu. Es geht aber noch spezieller – beispielsweise mit dem Countryman, der wohl nobelsten und spaßigsten Interpretation eines Kompakt-SUV. Noch zu wenig scharf gewürzt? Dann könnte eine Prise „JCW“ ein Fahrzeug schaffen, das garantiert nicht an jeder Ecke steht. Die Abkürzung hat Tuner-Tradition und steht bei Mini für John Cooper Works.

Heißt für den Countryman: Ein speziell überarbeiteter Turbobenziner mit 231 PS und 350 Newtonmetern heizen dem britischen Bayern ein und beschleunigen zuerst in 6,5 Sekunden auf 100 und dann weiter auf 234 km/h. Die Kanonenkugel im Zaum hält das derzeit wohl sportlichste Fahrwerk eines SUV. Der All4-Allradantrieb sichert die Traktion, dazu stecken ein Sportfahrwerk, eine Brembo-Sportbremsanlage und ein 18-Zoll-Fahrwerk die Grenzen ab. Und die sind sehr, sehr weit an den äußersten Grenzen der Fahrdynamik angesiedelt.

Also Motor an und ab auf die nächste Landstraße. Sofort ist trotz Kompaktwagenformats das typische Mini-Gefühl zu spüren: direkt, lebendig und ein Kurvenwetzer ersten Ranges.

Im Sportmodus leuchtet dann nicht nur der Ring des Zentralinstruments rot. Mit geöffneten Auspuffklappen röhrt der JCW herzerfrischend und mit viel Druck durch die Gegend. Die im Testwagen verbaute Achtgangautomatik sortiert die Gänge blitzschnell und freut sich über Eingriffe des Fahrers per Schaltwippe. Ob auf Pässen, in der Stadt oder auf deutscher Autobahn: Das macht einfach richtig Spaß.

Steht man einmal im Stau, sticht die verspielte Detailverliebtheit im Innenraum ins Auge. Vom verchromten Kippschalter bis zu den Armaturen – alles hat hier seinen eigenen Stil.

Und dies, obwohl – zumindest dem Autotester – letztlich alles sehr bekannt vorkommt. Ist doch der bereits familientaugliche Countryman nichts anderes als ein BMW X1 in britischer Robe. Sogar der Radstand ist mit 2,67 Metern völlig ident. Dazu kommt eine Raumfülle, die ganz und gar nicht mehr mini ist.

Nicht nur hierbei zeigt sich, dass die Verwandtschaft zu BMW ja kein Nachteil sein kann. So wohnt auch dem schärfsten Countryman Souveränität inne.

Die neueste Generation des JCW zählt in dieser Form vielleicht nicht mehr zu den allerschrillsten Sportlern. Dafür erhält man ein fast einzigartiges Fahrzeug, das ein aufreizendes Wesen und immense Fahrfreude mit modernster Technologie des bayrischen Mutterhauses verbindet. Dazu war es im Alltag noch nie so angenehm, einen Mini zu fahren. Die nunmehr 4,3 Meter Länge stören allenfalls beim Einparken. Trotzdem wird der JCW rar und ein Fall für die Gutverdiener-Garage bleiben. Der Preis von 46.200 Euro für den Sechsgang-Schalter ist leider gar nicht mini. (fell)

Die Technik

Motor: Vierzylinder-Turbo-Benziner

Hubraum: 1998 ccm

Drehmoment: 350 Nm bei 1450 U/min

Leistung: 170 kW/231 PS

L/B/H: 4299/1822/1557 mm

Gewicht: 1615/2150 kg

Kofferraumvolumen: 450 – 1390 l

Tankinhalt: 51 l

Höchstgeschwindigkeit: 234 km/h

0 – 100 km/h: 6,5 Sekunden

Verbrauch: 9,4 l/100 Kilometer

Kraftübertragung: Allradantrieb

Preis: (JCW Automatik) 47.887 Euro

CO2-Emission: 158 g/km




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