Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 14.10.2017


Audi A8

Die feine bayrische Art

Mit der vierten Generation seines Flaggschiffes A8 setzt Audi wieder einmal die Maßstäbe und definiert den hauseigenen Slogan „Fortschritt durch Technik“ neu.

© WerkIm November kommt der neue A8 von Audi auf den Markt, ab 101.200 Euro ist er bestellbar.



Von Walter Schrott

Valencia – Audi bringt die vierte Generation des Flaggschiffes A8 an den Start. Und das Fünfmeter-Schiff (Normalversion 5,17, Langversion 5,30 Meter) ist nicht nur eine Augenweide, sondern auch ein technisches Wunderwerk. Da haben die Ingolstädter alle Register gezogen, um den hauseigenen Slogan „Fortschritt durch Technik“ neu zu definieren. Der Luxusliner ist vollgepackt mit revolutionärer Technik und Elektronik, die den Alltag auf der Straße komfortabler und sicherer machen sollen. Und er ist das weltweit erste Serienauto, das für hochautomatisiertes Fahren auf Level 3 konzipiert ist.

Stress im Stau? Kein Thema mehr. Der Staupilot übernimmt bis Tempo 60 auf Knopfdruck die Arbeit. Er beobachtet das Geschehen rundherum, lenkt, beschleunigt, hält Abstand und bremst vollautomatisch, während der Fahrer seine Mails checken kann. Allerdings: Das ist je nach Land frühestens ab 2019 möglich, wenn rechtliche Hürden aus dem Weg geräumt sind. Ab dem kommenden Jahr lenkt der Parkpilot den A8 wie von Geisterhand in Parklücken, der Garagenpilot bugsiert ihn in die Garage und wieder heraus. Und dabei kann der Fahrer auch neben dem Auto stehen und die nötigen Kommandos per Smartphone geben.

Für Rahmen und Fahrgastzelle wurden erstmals vier Werkstoffe eingesetzt. Mit 58 Prozent gibt Aluminium den Ton an, dazu gesellen sich hochfester Stahl, Magnesium und Kohlefaser. Ergebnis: eine extrem steife Struktur, die in punkto Gewicht, Handling, Komfort und Akustik neue Maßstäbe setzt. Revolutionär und neu die Fahrwerkstechnik, die am 48-Volt-Bordnetz hängt. Grundsätzlich ist der A8 mit Luftfederung bestückt. Der Knüller aber ist das Aktivfahrwerk mit seinem elektromechanischen Federungssystem, das je nach Fahrerwunsch oder Fahrsituation jedes Rad separat be- und entlasten kann. Damit ist von überragendem Fahrkomfort bis zu betont sportlicher Fortbewegung alles möglich. Wobei die Allradlenkung die physikalischen Grenzen neu auslotet. Beeindruckend, wie der große Luxusliner ohne seitliche Verneigung durch enge Kurven wieselt.

Wie schon in anderen Audi-Baureihen kommt auch im A8 ein volldigitales Instrumentarium zum Einsatz.
- Werk

In Österreich gibt es zunächst mit dem 3.0 TFSI Benziner und dem 3.0 TDI Diesel zwei Sechszylinder-Triebwerke mit 340 bzw. 286 PS. Im nächsten Jahr folgen der 4.0 TDI mit acht Zylindern und 435 PS und der W12 Benziner mit 12 Zylindern und 585 PS. Zudem ist ein Plug-in-Hybrid mit einer Systemleistung von 449 PS (V6 TFSI und 100 kW Elektromotor) im Programm. Immer sind der Quattro-Allradantrieb und die 8-Stufen-Tiptronic für die Kraftübertragung zuständig.

Mit seinem breiten und flachen Singleframe-Kühlergrill, den schmalen Scheinwerfern und der coupéhaften Seitenlinie vermittelt der A8 pure Ästhetik ohne einen Hauch von Überzeichnung. Das markante Heck samt durchgehendem Lichtband stemmt sich leicht schräg gegen die Fahrtrichtung und produziert damit optischen Vorwärtsdrang. Audi-Designer Marc Lichte läutet damit eine neue Formensprache ein. Das Interieur mit erlesenen Materialien und eine Verarbeitung in Manufakturqualität unterstreicht den hohen Anspruch. Dass das Platzangebot riesig ist und die Sitze exzellenten Komfort bieten, versteht sich von selbst. Auf Wunsch wird gewärmt, belüftet, gekühlt und massiert. Eine neue Ära auch in Sachen Bedienung. Schalter und Knöpfe sind weitgehend verschwunden, der Dreh-/Drückregler ebenfalls. Audi setzt auf Berührung. Auf zwei Touchscreens an der Mittelkonsole kann der Fahrer alle Funktionen abrufen. Dabei erleichtert die Spracheingabe die Suche nach Parkhäusern, Tankstellen, Restaurants, Museen etc. Nur zwischenmenschliche Kommunikation irritiert die freundliche Dame aus dem Lautsprecher. Unser „Guten Morgen“ hat sie prompt mit „Damit kann ich nicht dienen“ quittiert.

Der neue A8 kann ab Ende Oktober bestellt werden, die Markteinführung folgt im November. Preislich geht es bei 101.200 Euro los.




Kommentieren


Schlagworte