Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 21.10.2017


Hyundai Kona

Koreanische Grüße aus Hawaii

Hyundai bringt mit dem Kona sein erstes subkompaktes SUV, das dem Mokka und anderen Mitstreitern ernsthafte Konkurrenz machen soll – und wird.

© WerkVorerst startet der Kona mit konventionellen Verbrennungsmotoren, nächstes Jahr folgen auch Elektrovarianten.



Von Franz Farkas

Barcelona – Subkompakte SUV sind offensichtlich derzeit im Trend, fast jeder Hersteller hat Derartiges im Programm oder wird es demnächst bringen. So auch Hyundai. Man hat im Gegensatz zum Konzernbruder Stonic von Kia, der auf dem Rio basiert, sogar eine eigene Plattform geschaffen, um auch Vierradantrieb zu ermöglichen. Mit etwas über vier Metern Länge ordnet sich der nach einer Region in Hawaii benannte Kona unterhalb der hauseigenen SUV Santa Fe und Tucson ein. Vorne fällt der mächtige Grill mit den schma­len LED-Tagfahrlichtern optisch auf, die Seitenlinie ist eher schwülstig und geprägt von großen Radhäusern, die Handschrift des von Audi abgeworbenen Designers Peter Schreyer ist unübersehbar. Dafür passen auch 18-Zöller in die Radhäuser. Das Innenleben dagegen ist eher schlicht und aufgeräumt und passt irgendwie nicht zum auffälligen äußeren Erscheinungsbild. Wie üblich dominiert ein Bildschirm mit einem sieben Zoll großen Touchscreen die Mittelkonsole. Doch das ist noch nicht alles. Es gibt auch ein Head-up-Display mit einer Fläche von acht Zoll, das nicht nur die Geschwindigkeit anzeigt, sondern auch andere Informationen wie Navigationshinweise, Benzinverbrauch oder den Einsatz von Assistenzsystemen übermittelt. Motorisch setzt man vorerst auf zwei Benziner, einen 1,6-Liter-Vierzylinder mit 177 PS sowie einen 120 PS starken Dreizylinder mit einem Liter Hubraum. Zwei Diesel mit 115 und 136 PS werden Anfang 2018 nachgereicht, ebenso kommt nächsten Sommer eine reine Elektro-Version, für die man eine Reichweite von 500 Kilometern verspricht. DSG und Allrad gibt es vorerst nur für den Top-Benziner, der auch mit einer Einzelradaufhängung hinten ausgestattet wurde. Dazu kommt der Kona mit allerlei Assistenzsystemen wie etwa Smartphone-Anbindung für Apple und Android sowie induktivem Laden. Es gibt vier Ausstattungslinien, bereits die Basisausstattung verfügt natürlich über eine Klimaanalge, ABS und Ähnliches. Sehr kurz ist die Liste der Sonderausstattungen, sie bezieht sich hauptsächlich auf die Wahl der Farben.

Im Fahrbetrieb gibt sich der kleine SUV erstaunlich agil, der Antriebsstrang scheint direkt am Gasfuß zu hängen. Zusammen mit der sehr präzisen Lenkung und einem zwar komfortablen, aber nicht zu harten Fahrwerk vermittelt das Auto recht viel Fahrspaß, auch im (leichten) Gelände. Sehr empfehlenswert ist auch das optionale DSG. Die Markteinführung ist sofort, die Preise bewegen sich ab 18.990 Euro für den Dreizylinder und enden bei knapp 31.000 Euro. Etwa 50.000 Stück will man 2018 in Europa verkaufen – eine bescheidene Zahl angesichts der 1,24 Millionen SUV, die auf dem Kontinent seit der Einführung des ersten Santa Fe bereits an die Frau beziehungsweise den Mann gebracht wurden.




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