Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 11.11.2017


Test

Schöner Rücken kann entzücken

Immer mehr Qualität, immer bessere Technik – so hat sich Hyundai in die erste Liga der Massenhersteller hochgearbeitet. Der i30 ist Abziehbild des Aufstiegs. Im Test der bildhübsche Kombi. Startpreis: 13.990 Euro.

© Reinhard Fellner



Von Reinhard Fellner

Lans – Den unaufhaltsamen Aufstieg der koreanischen Produzenten an die Welt­spitze der Automobilhersteller darzulegen, wäre heute fast schon so etwas wie Eulen nach Athen tragen. In seltener Konsequenz hat es der koreanische Hyundai/Kia-Konzern verstanden, auf Marktströmungen zu reagieren, und hat gleichzeitig mit Benziner, Diesel, Hybrid, Plug-in-Hybrid, Elektroantrieb und Wasserstoffauto schon ein Antriebssortiment im Verkaufsprogramm, von dem Konkurrenten nur träumen können.

Aber auch Hausaufgaben werden weiter mit Akribie erledigt. Als Beispiel darf der neue i30 gelten, mit dem Hyundai rein gar nichts mehr falsch machen wollte. Der nun markenübergreifend verwendete Kaskadengrill gibt dem Kompaktklassemodell schon im Stand Profil. Die nun getestete Kombiversion ziert zudem ein Heck, das nur als bildschön bezeichnet werden kann, und so etwas kommt bei nutzorientierten Kompaktkombis doch eher selten vor. Schon erstaunlich, wie Hyundai mit der hinten dynamisch abfallenden Fensterlinie und den schmal gezeichneten Rückleuchten geschickt ein Raumwunder kaschierte. Der Kombi hat es nämlich in sich: 602 Liter in Normalstellung treffen auf 1650 Liter Maximalladevolumen – das sind Werte der Mittelklasse. Plus 25 Zentimeter zum normalen Fünftürer machen sich eindrucksvoll bemerkbar. Zum Transportmeister wird der i30 zudem durch einen nahezu ebenen Ladeboden, eine niedrige Ladekante und eine breite Heckklappenöffnung. Optional gibt es dazu ein Schienensystem, serienmäßig warten unter dem Boden weitere Staufächer. Leider nicht für das Heckrollo, dazu hält Hyundai eine elektrische Heckklappe in dieser Klasse offenbar für unnötigen Firlefanz.

Ansonsten lässt sich der neue i30 jedoch an den Besten der Kompaktklasse messen. Die Fahrwerksabstimmung beherrscht eine feine Balance zwischen Straffheit und Komfort. Letzterer setzt sich in der Bedienung fort, die wie bei allen Modellen des Konzerns denkbar einfach von der Hand geht – Danke, was für eine Erholung! Dazu präsentiert sich auch die Multimedia-Einheit mit Acht-Zoll-Bildschirm auf dem neuesten Stand und beherrscht Apple-Car-Play oder Android-Spiegelung. Als Allround-Talent präsentierte sich auch der 110-PS-Diesel. Kultiviert und flott (300 Newtonmeter) kam er im TT-Praxistest mit 6,7 Litern über die Runden. Die Sieben-Gang-Automatik muss indes nicht sein. Sie schaltet zwar schnell, aber nicht immer unbeirrt und leidet unter einer Gedenksekunde beim Anfahren. So einfach kann man 2000 Euro sparen.

Das Beste kommt neben fünf Jahren Garantie nämlich zum Schluss. Hyundai gibt den Kombi derzeit zum Preis des Fünftürers ab. Unfassbarer Einstiegspreis (bei Finanzierung) für den 100-PS-Benziner: 13.990 Euro – das sind 4000 Euro Preisvorteil.

Die Technik

Motor: Vierzylinder-Diesel

Hubraum: 1582 ccm

Drehmoment: 300 Nm bei 1750 U/min

Leistung: 81 kW/110 PS

L/B/H: 4585/1795/1475 mm

Gewicht: 1503/1940 kg

Kofferraumvolumen: 602–1650 l

Tankinhalt: 50 l

Höchstgeschwindigkeit: 188 km/h

0–100 km/h: 11,5 Sekunden

Verbrauch: 6,7 l/100 Kilometer

Kraftübertragung: Frontantrieb

Preis: (Style CRDi 7DCT) 31.490 Euro

CO2-Emission: 112 g/km




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