Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 11.11.2017


Test

Fords großes Kleinwagen-Plus

Ford bietet mit seinem Ka+ ein preisgünstiges Raumwunder mit ausgezeichneten Alltagsqualitäten.

© Auto Medienportal



Innsbruck – Jahrelang war der dreitürige Ford Ka nach dem Fiesta der kleinste Ford im Programm des amerikanischen Autoherstellers. Doch mit der dritten Generation, die vor einem guten Jahr präsentiert wurde, ändert sich das nun. Mit fünf Türen, einer Länge von 393 Zentimetern, deutlich mehr Platz und einem Plus im Namen fährt der Ka+ jetzt auf Augenhöhe mit dem Fiesta. Dennoch rollt er zu Preisen unter der magischen 10.000-Euro-Marke in die heimische Garage und ist somit günstiger als sein Bruder.

Wir haben dem preiswerten Raumwunder kürzlich auf den Zahn gefühlt. Das Design des Ka+ gefällt auf den ersten Blick. Zwar hat es im Vergleich zu früher etwas an Verspieltheit verloren, der erwachsene Look steht dem Ka+ aber nicht schlecht. Der hoch angebrachte Trapezgrill und große, weit zurückreichende Scheinwerfer ziehen sofort die Blicke auf sich. Im Innenraum geht es nun auch etwas nüchterner zu als früher, dafür gibt die Bedienung keinerlei Rätsel auf und man findet sich schnell zurecht.

Ein echtes Plus ist das Mehr an Platz. Selbst vier Erwachsene sitzen im Ka+ noch bequem, und dank der 270 Liter Stauraum (erweiterbar auf 849 Liter) findet man auch noch Platz für ein bisschen Gepäck. Im Test konnten wir auf den stärkeren der beiden Vierzylinder-Benziner zurückgreifen. Das Aggregat leistete ordentliche 85 PS und schickte 112 Nm an die vorderen Räder. Freilich ist der Ka+ kein Sportwagen, das erwähnte Zahlenwerk reicht aber locker, um flott voranzukommen. Für den Standardsprint braucht man im kleinen Ford knappe 14 Sekunden, und bei Tempo 166 ist dann Schluss, doch dafür darf man sich über Verbrauchswerte von knappen 5 Litern freuen. Dass die Ingenieure von Ford wissen, wie man Fahrwerke auslegen muss, haben sie ja schon öfter bewiesen. Das ist beim Ka+ nicht anders. Straff ausgelegt schluckt der Kleine problemlos jegliche Art von Unebenheit, ohne dabei zu weich oder schwammig zu wirken. Selbst schnellere Kurvenkombinationen durcheilt der Ka+ souverän, was nicht zuletzt an der äußerst präzisen Lenkung liegt. Wir hätten uns lediglich über etwas mehr Rückmeldung gefreut.

Dass die Ausstattung im Ka+ etwas spärlich ausfällt, liegt natürlich am Preis. Unser Testwagen verfügte über die Ausstattung „Trend“ und zudem über Parksensoren, Leichtmetallräder, Audio-System mit Bluetooth-Schnittstelle und eine Klimaanlage, wodurch sich der Preis auf 13.660 Euro erhöhte. (luc)

Die Technik

Motor: Vierzylinder-Benziner

Hubraum: 1870 ccm

Drehmoment: 112 Nm bei 4000 U/min

Leistung: 63 kW/85 PS

L/B/H: 3930/1700/1520 mm

Gewicht: 1055/1830 kg

Kofferraumvolumen: 270–849 l

Tankinhalt: 42 l

Höchstgeschwindigkeit: 166 km/h

0–100 km/h: 13,9 Sekunden

Verbrauch: 5,2 l/100 Kilometer

Kraftübertragung: Vorderradantrieb

Preis: 13.660 Euro

CO2-Emission: 110 g/km




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