Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 23.12.2017


Test

Für Arbeit, Sport und Spiel

Der Renault Alaskan überzeugt in allen Lebenslagen. Außerdem versteht er es, seine Insassen zu verwöhnen.

© LetznerKein Problem: Die unscheinbar regelnde Traktionskontrolle ist auf tiefem, rutschigem Untergrund verblüffend effektiv.



Von Lukas Letzner

Sellrain – Dass Renault einmal auf harten Hund macht, wäre vor einigen Jahren noch undenkbar gewesen, denn bisher war der französische Autobauer doch eher für schnuckelige Kleinwagen oder Familienkutschen bekannt. Doch dank der Renault-Nissan-Allianz änderte sich das heuer und so rollt jetzt der Alaskan – ein Ableger der Pick-up-Legende Navarra – durch unsere Straßen. Manche Kollegen behaupteten, dass es sich dabei lediglich um eine billige Kopie handelt. Wir haben uns selbst ein Bild davon gemacht.

Zumindest optisch möchte sich Renaults Arbeitstier von seinem Organspender abheben. Erreicht wird das mit einem neuen Gesicht: Ein großer Grill, eine mächtige Schürze und die Scheinwerfer mit dem markentypischen LED-Lidstrich lassen ihn als waschechten Franzosen daherrollen. Bei der Heckklappe und den Rückleuchten legten die französischen Designer ebenso Hand an. Abgesehen von einem Lenkrad mit Re­nault-Emblem war es das allerdings mit den Unterschieden. Der Rest von Blech und Technik kommt von Nissan, doch das muss nicht unbedingt ein Nachteil sein.

Unter der Haube unseres Pick-ups saß der stärkere der beiden Selbstzünder. Aus seinen 2,3 Litern Hubraum schöpfte der Diesel 190 PS und ein maximales Drehmoment von 450 Nm. Das klingt schon mal nach großem Kino, doch in Anbetracht des Kampfgewichts von 2,2 Tonnen hat der Diesel doch einiges an Arbeit vor sich. Dafür kann der Alaskan – wie seine Brüder auch – so einiges wegstecken: 950 Kilo Nutzlast und maximal 3,5 Tonnen Anhängelast sind schon beeindruckend. Da stört es auch nicht, dass der Vierzylinder kein Leisetreter ist. Beim Druck auf den Anlasser holt der Motor tief Luft, und bei energischem Einsatz bleibt die Stimmlage recht kernig. Ein echtes Arbeitstier also. Dazu passt auch der Rest: Die Starrachse wird zwar mit Schraub- statt Plattfedern gedämpft und führt die Räder mit einer Mehrlenker-Konstruktion, doch wirklich komfortabler fährt sich der Alaskan – zumindest unbeladen – dadurch nicht.

Komfortabel geht es dafür im Innenraum unserer Doppelkabine (übrigens testeten wir die Ausstattungslinie Intens) zu: Voll-Leder, Audiosystem mit Bluetooth-Schnittstelle und 360°-Kamera sind nur einige der Highlights und zu Preisen ab 45.360 Euro zu haben.




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