Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 31.03.2018


Test

Babyblaues Wunder erleben

Koreanischer Kraftprotz: Hyundai geht beim i30 N Performance aufs Ganze und bietet Rennstrecken-Feeling pur in alltagstauglichem Format – und muss sich dabei nicht vor der Konkurrenz verstecken.

© ZollerDer Look ist jung und frech, die Technik ausgereift und der Klang brachial – willkommen im Rundum-Spaßpaket aus Korea.



Von Gregor Zoller

Zirl – Bloß nicht die Nachbarn wecken. Zu später Stunde in ruhigem Wohngebiet mag es vorkommen, dass der ach so verlockende N-Schalter am Lenkrad des Hyundai i30 N nicht nur Freude hervorruft.

Doch einmal getestet, möchte man den Performance-Modus des potenten Koreaners nicht mehr missen. Sind die Muskeln gespannt, zeigt der i30 N, was er kann: Der N-Modus versetzt den Fahrer auf die Rennstrecke – denn dafür wurde der Wagen entwickelt. Und wer nun den Nürburgring als Namensgeber wähnt, der irrt. Namyang – in diesem Entwicklungszentrum in Südkorea entstand der Power-i30 und bekam so den Namen „N“.

Aber nun zur Fahrleistung: Ein Zweiliter-Turbobenziner mit 275 PS sorgt für den nötigen Vortrieb, ein elektronisch gesteuertes Sperrdifferenzial sorgt beim Fronttriebler für zusätzliche Traktion. Technische Raffinesse zeigt sich in Dingen wie dem „Rev Matching“, einer Gangwechsel­erkennung, die beim Schalten automatisch Zwischengas gibt und somit schnellere Schaltwechsel mit geringerem Leistungsverlust ermöglicht – und außerdem die Gangwechsel mit lautem Brüllen des Klappenauspuffs zum Gänsehautmoment macht.

Auf die inneren Werte kommt es an: Unter der Haube des Hyundai i30 N 
versteckt sich ein Vierzylinder-Turbobenziner mit vergrößertem Turbolader.

- Zoller

Wer also über die verschiedenen Tasten am Lenkrad den Koreaner in Kampfmodus versetzt, wird mit ordentlich Performance belohnt. Und wer dabei seinem Gefühl nicht vertraut, der kann sich am Display die g-Kraft-Anzeige aktivieren und so die Beschleunigungskräfte ganz exakt mitlesen. Aber die Testerfahrung zeigt: Braucht’s nicht, man glaubt dem i30 N seine Power auch so.

In unserem Test fuhr der Hochleistungskompakte in jugendlich-frischem oder aber doch sehr gewöhnungsbedürftigem Babyblau vor – die Meinungen gingen hier auseinander. Das Ganze nennt sich „Performance Blue“ und ist eine Hommage an die WRC-Rallyefahrzeuge von Hyundai.

In jedem Fall haben die Hyundai-Designer beim i30 N ganze Arbeit geleistet, innen wie außen wirkt die Optik sehr aufgeräumt, unaufdringlich mit einem gewissen Understatement, was die sportlichen Details angeht. So zeugen die roten Linien an Front und Heck genauso von den Racing-Genen wie die nahezu obligatorischen roten Bremssättel, der Heckspoiler in Klavierlack-Optik oder freilich die mächtigen Doppel­endrohre des Auspuffs.

Im Innenraum erwartet den Fahrer ein vornehmlich in Schwarz gehaltenes Cockpit, wo auch sämtliche Annehmlichkeiten ihren Platz finden.

Bei all dem Spaß vergisst Hyundai nicht auf die Alltagstauglichkeit: Der i30 N lässt sich auch ganz zivilisiert bewegen und schützt die Insasssen mit einer ganzen Armada an Assistenzsystemen. Spurhalteassistent, Abstandsregelung, Notbremsassistent mit Fußgängererkennung und einige mehr sorgen neben dem Rundum-Fun-Paket auch für Rundum-Sicherheit.

Preislich reiht sich der Hyundai i30 N unterhalb seiner bekannten Konkurrenten ein, das Performance-Modell ist ab 38.990 Euro zu haben. Und wenn man dann noch zum rechten Zeitpunkt auf die N-Taste und Rennwagensound verzichtet, dann klappt’s auch mit den Nachbarn.

Die Technik

Motor: Zweiliter-Turbobenziner

Hubraum: 1998 ccm

Drehmoment: 353 Nm bei 1450 U/min

Leistung: 202 kW/275 PS

L/B/H: 4335/1795/1447 mm

Gewicht: 1509/1950 kg

Kofferraumvolumen: 381 – 1287 l

Tankinhalt: 50 l

Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h

0 – 100 km/h: 6,1 Sekunden

Verbrauch: 7,1 l/100 Kilometer

Kraftübertragung: Vorderrad

Preis: 38.990 Euro

CO2-Emission: 163 g/km




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