Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 07.04.2018


Mitsubishi

Nicht nur das Heck ist keck

Mitsubishi bringt mit dem Eclipse Cross das SUV-Coupé in die Kompaktklasse. Neben einer scharfen Optik bietet der Japaner viel Platz, Variabilität und Qualität zu überschaubaren Preisen.

© Reinhard FellnerHingucker mit Bodenfreiheit: Mitsubishi verbindet das SUV-Konzept mit einer aufregend geschnittenen Silhouette. Der Innenraum präsentiert sich gediegen-modern. Vorne wie hinten gibt’s schön Platz.Fotos: Fellner



Von Reinhard Fellner

Innsbruck – Mitsubishi hat in seiner Firmengeschichte schon viele Trends gesetzt. Schon sehr früh haben die Japaner den Trend zum Allradantrieb erkannt, brachten einst den Van in die Kompaktklasse und sorgten für die allerersten Beiträge zum Thema SUV. Heute ist das SUV das einzig boomende Marktsegment und steht somit im Fokus aller Hersteller.

Konventionelles bedient die Marke schon lange mit dem ASX und dem Outlander. Jetzt holten die Japaner mit dem neuen Eclipse Cross jedoch zum Paukenschlag aus und präsentierten das erste SUV-Coupé der Kompaktklasse. Das Ergebnis sieht optisch erst einmal richtig cool aus. Einer dynamischen Front folgen eine aufregende Silhouette und ein äußerst keckes Heck. Das könnte vielen gefallen.

Wer nun aber glaubt, dass hier Optik zu Lasten des Nutzwertes geht, irrt. So warten nach dem bequemen Einstieg auf die Passagiere äußerst angenehme Platzverhältnisse. Die Sitzposition ist fein und die Übersicht durch die hohe Sitzposition glänzend. Dies gilt freilich nicht für den Blick nach hinten, wo die doppelten hinteren Fenster die ungestörte Sicht nehmen.

Im TT-Testwagen parkten wir aber ohnehin über die Rückfahrkamera am – ­optimal – hoch auf dem Armaturenbrett platzierten Sieben-Zoll-Bildschirm ein. Ergonomisch top, wie auch sonst die Bedienung des sehr gut verarbeiteten und schön gemachten Innenraums keine Rätsel aufgibt. Bedienen lassen sich die Funktionen am Bildschirm über Berührung oder zusätzlich über ein Touchpad hinter dem Gangwahlhebel. Kein Nachteil, kaum ein Vorteil. Die Neuzeit Einzug gehalten hat zudem im Multimediabereich. Hier wird über Apple Car Play oder Android Auto das Smartphone ins Auto integriert. Ein fixes Navi wird da erst gar nicht mehr angeboten – wohl die Zukunft.

Blickt man auf die Preisliste, so fällt die außergewöhnliche Ausstattungsfülle des Eclipse Cross auf. Schon ab dem Ausstattungsniveau Intense+ herrscht praktisch Vollausstattung inklusive schlüssellosem Zugang und 18-Zoll-Felgen. Dazu kommen handfeste Vorteile, die Mitsubishis langjährige Erfahrung im Automobilbau ausdrücken. So sind die schmalen Türschweller vor Schmutz geschützt und verschmutzen keine Hosen. Die neunfach verstellbare Rückbank lässt sich um 20 Zentimeter verschieben und bietet so einen Basiskofferraum von 378 bis 485 Liter bei wechselnder Beinfreiheit.

Zum Thema SUV pflegt Mitsubishi zwei Zugänge: mit Frontantriebsversionen mit 163-PS-Turbobenziner und Schaltgetriebe als Preisbrecher ab 23.900 Euro. Dazu kommt derzeit noch die Allradversion mit stufenlosem Automatikgetriebe, das sich per Schaltwippen aber auch wie ein Achtganggetriebe fahren lässt. Im Testwagen funktionierte das erstaunlich gut und empfiehlt sich vor allem für entspannte Fortbewegung durch den Alltag. Wer es sportlich liebt, wird von der Automatik aber in höhere Drehzahlen geschickt. Das lässt sich vermeiden. Entweder durch eine ruhigere Fahrweise oder den Griff zum in Kürze präsentierten 2,2-Liter-Diesel mit 150 PS und einer komplett neu entwickelten (echten) Achtgangautomatik.

Nicht nur wegen seiner Bodenfreiheit ist der Eclipse ein feines Auto fürs Tirolerland. So ist eine Berganfahrhilfe an Bord und auch der Allradantrieb stammt halt vom 4WD-Spezialisten. Elektronisch gesteuert, kann man zwischen automatischer Verteilung, Schnee- und Schottermodus wählen. Und nach diesem Winter erwähnenswert: Je nach Version lassen sich die Vorder- und Rücksitze sowie das Lenkrad beheizen.

Klingt alles in allem nach einem Fahrzeug, das nicht nur ein neues Segment begründete, sondern bei dem auch an ziemlich viel gedacht wurde. Fünf-Sterne-Crash-Sicherheit mit 97 % Erwachsenenschutz gibt es dazu. Unser Allradler bilanzierte mit 33.900 Euro.




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