Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 14.04.2018


Nissan

Bärenstarker Freund für die Reise namens Leben

Der Nissan X-Trail legte im TT-Dauertest über 10.000 Kilometer bisher eine lupenreine Bilanz hin. Sein 177-PS-Diesel ist eine Wucht.

© Reinhard FellnerStrahlende Erscheinung: Trotz Geländetauglichkeit und Raumfülle gefällt die Designlinie des X-Trail.



Brixen – Der neue Nissan X-Trail bewährt sich im TT-Dauer­test bislang als wahrer Kilometerfresser. Im Spätherbst angetreten, kratzt das ausgewachsene SUV bereits an der 10.000-Kilometer-Grenze. Bislang völlig störungsfrei, obwohl das SUV bei intensiver Nutzung nach langem Winter mittlerweile in der dritten Jahreszeit angekommen ist.

Nach einem halben Jahr X-Trail kann schon einmal festgehalten werden: Dieses Auto ist kein etwas größer geratener Qashqai, sondern – speziell in seiner Allradversion – ein ernstzunehmendes SUV zur Bewältigung aller Herausforderungen, die sich einem vom gebirgigen Tirol bis zur Reise in die südliche Toskana so stellen können.

Den Charakter des X-Trail machen gleich mehrere Dinge aus. So glänzt der 4,7-Meter-Geländegänger mit beeindruckender Raumfülle. Auch in der zweite Reihe sitzt und reist es sich großartig. Die vorderen Sitze überzeugen Tag für Tag als bequeme Fauteuils. Durch die Bodenfreiheit von 210 Millimetern ergibt das eine souverän hohe Sitzposition mit bester Übersicht. Wenige SUV bieten dazu bis zu 1982 Liter Ladevolumen (Siebensitzer 1877) und eine derartige Variabilität. Ob Laderaumboden oder Heckbank, alles ist verschieb- oder klappbar. Schon seine Karosserie stempelt den X-Trail zu einem – bis heute klapperfreien – Alleskönner. Und es muss einmal gesagt werden: Es ist nicht alles Premium, was glänzt, denn im Gegensatz zu manch aufgehübschten SUV-Wägelchen zum Phantasiepreis bewähren sich die teils etwas einfacheren Materialien des Nissan als weitgehend unempfindlich. Abwischen – fertig.

Wahre Stärke zeigt der X-Trail in der getesteten 177-PS-Dieselversion. Das Aggregat ist eine Wucht. 380 Newtonmeter liegen ab 2000 Touren an und reißen das SUV regelrecht mit, ganz gleich ob auf der Bergstraße oder auf einer Autobahnsteigung, die der Zweiliter einfach nicht zu bemerken scheint. Dies prädestiniert ihn nicht nur zum Zug-, sondern auch zum ungemein souveränen Reisewagen. Dabei überzeugt er auch mit einem feinen Federungskomfort, während der X-Trail bei niederen Geschwindigkeiten durch straffes Abrollen öfters deutlich macht, dass seine Federung bei Bedarf noch ganz andere Unebenheiten wegstecken könnte.

Im heurigen Winter konnt­e das ausgeklügelte „All-Mode“-Allradsystem zudem zeigen, was in ihm steckt. Es verteilt die Kraft in Sekundenbruchteilen an das jeweils gripstärkste Antriebsrad an Vorder- oder Hinterachse. Die Einstellung „Lock“ steht für permanenten Allradantrieb. Speziell auf Schnee zeigt sich der permanente Antrieb als auffallend spurstabil und souverän beim Anfahren. Wer sich traut, kann mit dem X-Trail sogar über Skipisten kurven. Die TT kurvt bis zum Dauertestende weiter. Der Testverbrauch stieg im Winter übrigens auf 8,5 Liter. Angesichts der Leistung noch angemessen. In einen X-Trail steigt man derzeit ab 22.790 Euro, unser Top-Modell steht mit 47.010 Euro in der Liste. (fell)




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