Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 21.04.2018


Suzuki

Erholung von der Nüchternheit

Für Alltagsnutzen und für leistbare 4WD-Technik in kleinen Wagen steht die Marke Suzuki normalerweise – aus dem Angebotsrahmen der Japaner fällt allerdings der wendige Swift Sport mit Vorderradantrieb.

© WerkEnde Juni kommt der 140 PS starke und 210 km/h schnelle Suzuki Swift Sport in den Handel.



Von Markus Höscheler

Marbella – Beeindruckend ist es schon, was die Marke Suzuki ohne viel Aufhebens geschafft hat. Im Windschatten großer Konkurrenten wie Toyota und Nissan legt der japanische Autohersteller bei den wichtigsten Kennzahlen jährlich zu – global verkaufte das Label mit Hang zu Kleinwagen und Allradfahrzeugen im Vorjahr 3,1 Millionen Einheiten. Das Wachstum ist auch in Österreich sichtbar, wo der Marktanteil von Suzuki sich derzeit zwischen 2,5 und 2,7 Prozent bewegt, vor allem dank S-Cross, Vitara, Ignis und Swift.

Die zuletzt genannte Baureihe verfügt im Kleinwagensegment über ein Alleinstellungsmerkmal: Auf Wunsch gibt es ihn mit Allradtechnik – genau das wünschen sich recht viele, hierzulande fast 60 Prozent aller Swift-Kunden. Deutlich geringer ist der Bedarf nach einem besonders sportlichen Ableger. Dennoch ist ein Markt dafür da, sonst hätte sich Suzuki nicht entschieden, die dritte Generation des Swift Sport marktreif zu gestalten.

Kern des kleinen Rennflitzers ist der 1,4-Liter-Boosterjet-Vierzylinder-Benziner, der 140 PS leistet und ab 2500 Umdrehungen ein Drehmomentmaximum von 230 Newtonmetern stemmt (Verbrauch: 5,6 l/100 km, CO2-Ausstoß: 125 g/km). Suzuki bedient sich dabei eines Turboladers – erfreulicherweise bleibt das Aggregat weitestgehend vom befürchteten Turboloch verschont, sondern reagiert recht spontan auf Gaspedalbefehle, wie erste Fahrversuche mit dem Fronttriebler in Andalusien an den Tag bringen. Die begleitende Klangentfaltung ist nicht durchwegs eine harmonische, dafür geht es flott voran: Nur 8,1 Sekunden benötigt der 3,89 Meter lange Kleinwagen für den Sprint von null auf 100 km/h, bis zu 210 km/h lässt sich die Tachonadel bewegen – dabei unterstützen eine knackig abgestimmte Sechsgang-Handschaltung, eine für Suzuki-Verhältnisse relativ direkte Lenkung und ein straff abgestimmtes Fahrwerk. Hilfreich sind weitere Details, etwa die Tatsache, dass der Swift Sport gegenüber dem Vorgänger 80 Kilogramm leichter geworden ist und damit weniger als eine Tonne Eigengewicht hat.

Um beispielsweise die Wankneigung zu reduzieren, haben die zuständigen Ingenieur­e die Stabilisator-Gelenkstäbe dicker gemacht, zudem gibt es ein Teflonlager für die Stabilisatorhalterung. Gleichzeitig verfügt der Swift Sport über eine höhere Sturzsteifigkeit an der Vorderachse, was sich vorteilhaft auf zügige Kurvenfahrten auswirkt.

Nicht nur technisch hebt sich der Swift Sport vom Standardmodell ab, sondern auch optisch: Kühlergrill und Stoßfänger sind adaptiert, ins Auge stechen außerdem schwarze A-Säulen und der Dachspoiler. An den Flanken sind 17-Zoll-Alufelgen positioniert, hinten dominieren zwei kegelförmige Auspuffendrohre das Bild.

Das Cockpit ist dem Trend entsprechend fahrerorientiert, auffällig sind bunte Farbakzente am Armaturenbrett.
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Innen zeigen sich rote Farbakzente auf der Armaturentafel, passgenaue Sportsitze, ein ansehnliches Instrumentarium und ein hochauflösender Sieben-Zoll-Touchscreen auf der Mittelkonsole. Serienmäßig lässt sich damit die 3D-Navigation anbinden, zeitgemäß ist zudem die Verknüpfungsmöglichkeit mit gängigen Smartphones dank Apple CarPlay, Android Auto und MirrorLink.

Technisch fortschrittlich zeigt sich der Swift Sport im Weiteren in Belangen der Sicherheit: Eine Kamera und ein Lasersensor sind für die Abstandserkennung zuständig, um eine Kollision mit anderen Verkehrsteilnehmern zu unterbinden. Für den dynamischen Kleinwagen gibt es außerdem eine Müdigkeitserkennung, ein Spurhaltewarnsystem (mit Vibrationen im Lenkrad), einen Fernlichtassistenten und einen adaptiven Tempomaten.

Der Marktstart des Swift Sport erfolgt gegen Ende Jun­i, dann dürften die ersten Modelle bei den Händlern stehen. Noch nicht fixiert ist der Preis, er wird sich höchstwahrscheinlich zwischen 20.000 und 21.000 Euro bewegen.




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