Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom So, 22.04.2018


Mercedes

Lass doch die Sonne rein

Mit dem Cabrio komplettierten die Schwaben das Programm der E-Klasse. Insassen können genießen und gleiten oder sich an der Kurvenjagd erfreuen. Begleitet werden sie jedenfalls von viel Luxus und Technik.

© LetznerIn etwas mehr als 20 Sekunden lässt das E-Klasse-Cabrio die Hüllen fallen.



Von Lukas Letzner

Pfaffenhofen – Das nennen wir perfektes Timing! Die kalten Tage sind vorbei und die Temperaturen klettern – dem Föhn sei’s gedankt – in Richtung der 20-Grad-Marke. Passend zum Wetterumschwung rollte die wohl stilvollste Art, den Sommer zu begrüßen, in unsere Garage: das Mercedes E-Klasse-Cabrio. Zwar sind wir noch keinen Meter gefahren, doch der schöne Schwabe sorgt schon im Stand für ordentlich Wind. Die Form des Cabrios stammt vom coupéhaften Bruder, was man vor allem am Heck erkennt. Die zwei Türen lassen die Silhouette noch gestreckter auf den vier 20-Zöllern stehen und wirken, in Kombination mit der lang gezogenen Haube, sehr edel und dynamisch. Dank der tiefen Dachlinie sieht unser 4,83 Meter langes E-Klasse-Cabrio geschlossen wie offen gleich gut aus.

Jetzt aber genug der Worte und ab hinter das Steuer. Als wir uns in den Fahrersitz sinken lassen, werden wir von den äußerst sportlichen Sesseln in Empfang genommen. Sie lassen erahnen, wozu der flotte Benz imstande ist. Doch bleiben wir noch eine Sekunde beim Interieur: Das Cockpit wird von zwei großen Displays (sie stellen so manchen heimischen Fernseher in den Schatten) dominiert, die dezent gezeichneten Luftauslässe bilden dazu den perfekten Kontrast. Man sitzt vorne wie hinten äußerst bequem (das war nicht immer so) und kann auf 385 Liter Stauraum zurückgreifen. Dass das Cabrio nicht mehr nur ein Sommerauto ist, zeigt auch die Variabilität. Dank der umlegbaren Rücksitze ließen sich locker drei Paar Ski verstauen. Dazu gibt es eine Fülle von Assistenzsystemen, wobei jeder Schalter genau dort sitzt, wo man ihn vermuten würde.

Jetzt aber ab auf die Landstraße. Das Herzstück unseres E-Klasse-Cabrios ist ein 3-Liter-Benziner. Der Sechszylinder schöpft die Kraft von 333 Pferden aus seinen sechs Brennkammern und stemmt ein maximales Drehmoment von 480 Nm auf die Kurbelwelle. Wozu dieses Zahlenwerk fähig ist, weiß man, sobald der rechte Fuß das Alupedal etwas kräftiger ins Bodenblech einmassiert: Nach 5,5 Sekunden erreicht die digitale Tachonadel den dreistelligen Bereich, während der Fremdzünder immer noch recht kräftig anschiebt. Zudem hat es den Anschein, dass die Beschleunigung direkt proportional mit Höhe unserer Mundwinkel zusammenhängt, denn der Schwabe zaubert uns augenblicklich ein Lächeln ins Gesicht.

Auch, wenn der offene Benz recht flott ist, Genießer kommen sicher nicht zu kurz. Den Wechsel der Lebenslagen absolviert das Dach in guten 20 Sekunden und bis Tempo 50. Dass man das offene Dach unter Umständen nicht gleich bemerkt, liegt daran, dass das automatische Windschottsystem vor unangenehmem Zug (komisch für eingefleischte Cabriofans) schützt. Hierfür fährt ein Abweiser an der Windschutzscheibe aus und im Heck erscheint ein Netz. Danach herrscht Stille. Wer bisher Angst vor einem steifen Nacken hatte, braucht sich keine Sorgen mehr zu machen: Der warme Windhauch des bewährten Airscarf-Systems legt sich um Hals und Schultern und verwöhnt die Insassen. Egal, welcher Lebenslage man auch frönen mag, das E-Classe-Cabrio beherrscht sie (fast) alle und verwöhnt seine Passagiere auf der ganzen Linie.




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