Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom So, 29.04.2018


Toyota

Bewährte Talente, neue Stärken

Der Land Cruiser von Toyota zehrt noch immer von einer älteren technischen Basis, aber genau darauf lässt sich noch recht vernünftig aufbauen, um den neuen Komfort des Offroaders mehr zu betonen.

© ZollerFür die fünftürige Variante spricht die erhöhte Variabilität, die deutlich kürzere dreitürige Ausführung des Land Cruiser bleibt allerdings im Angebot.



Von Markus Höscheler

Ranggen – Bewegung war notwendig beim Land Cruiser von Toyota. Denn die Konkurrenz ging immer mehr dazu über, Offroader wie beispielsweise Pick-ups mit mehr Komfortelementen und Lifestyle-Komponenten zu versehen. Dieser Entwicklung konnte sich auch der japanische Traditionshersteller nicht verschließen, als es um eine Modellpflege des Urgesteins ging. Erneut galt es aber, die unbestrittenen Geländetalente zu bewahren. Damit ist der Allradantrieb gesetzt, ebenso die Mitteldifferenzialsperre. Bei den Motoren gibt sich der Hersteller dirigistisch, es ist nur der 177 PS starke 2,8-Liter-Vierzylinder-Turbodiesel verfügbar, der die 4,84 Meter lange Fünftürer-Variante antreibt. Einen V8 sucht der Kunde hierzulande inzwischen vergeblich, geschuldet den immer strengerer werdenden CO2-Vorgaben der Gesetzgeber.

Ein Problem haben wir damit nicht, denn der eingebaute Vierzylinder verrichtet seine Arbeit vorzüglich: Schon ab 1600 Umdrehungen/Minute liegt das satte Drehmomentmaximum von 450 Newtonmetern an – damit lässt sich der bis zu drei Tonnen schwere Land Cruiser von jeglicher Trägheit befreien. Die Laufkultur gibt keinen Anlass zur Betrübnis, auch dann nicht, wenn knifflige Aufgaben im Gelände anstehen. Hier ist schon mit der Basistechnik viel möglich, erst recht geht etwas voran, wenn die gehobene President-Ausstattung mit einem umfassenden Geländeprogramm bemüht werden darf. Die zeichnet sich mit allerlei Hilfen und Anpassungen aus, um das Auto bestmöglich auf den jeweiligen Untergrund anzupassen. Um Schaltstress zu vermeiden, übernimmt die Sechsstufenautomatik den sorgfältigen Wechsel der Gänge.

Der Land Cruiser versteht sich aber nicht allein aufs Versprechen von Abenteuern, sondern auch aufs Verwöhnen der Insassen. Die zuvor erwähnte President-Ausführung geht zwar ins Geld, kann jedoch mit einer Dreizonen-Klimaautomatik, Lederbezügen, Sitzheizung und Sitzlüftung vorne, Sitzheizung in der zweiten Reihe und mit KDSS die Insassen verwöhnen. Hinter dem Kürzel steckt nichts anderes als ein bekömmliches, adaptives Dämpfersystem, das mit einem mehrstufigen Fahrmodi-Menü verknüpft ist.

Die Verbindung von lupenreinem Offroader mit Luxus versprechendem Innenraum findet ihre Entsprechung im Tarif. Mit 81.800 Euro Anschaffungspreis muss der Interessent rechnen.

Wer weniger Geld zur Verfügung hat, ist zu einem Streichkonzert eingeladen. Dafür bieten sich die drei Ausstattungsniveaus Country, City und Elegance an, außerdem die Überlegung, einen Dreitürer zu kaufen. Für einen solchen sprechen die kompakten Dimensionen und der sympathischere Preis.

Mit einer Länge von 4,4 Metern (ohne Ersatzreifen hinten) und einem Listenpreis von 45.300 Euro stellt er sich in die Auslage. Hier entfällt bauartgemäß die Option auf eine dritte Sitzreihe, außerdem ist das manuelle Bedienen eines Sechsgang-Handschalters erforderlich. Immerhin fix an Bord: das Untersetzungsgetriebe.




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