Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 12.05.2018


Jaguar

Zum Anschauen und Abhauen

Der E-Pace, das zweite Sport Utility Vehicle von Jaguar, ist nicht nur flott gezeichnet, sondern fährt sich auch so – jedenfalls in der First Edition mit 250 PS starkem Benziner und Allradantrieb.

© HöschelerEin Jahr lang bietet Jaguar die First Edition in Caldera-Red-Lackierung an, bestückt wahlweise mit einem 250 PS starken Zweiliter-Turbobenziner oder einem 180-PS-Diesel.



Von Markus Höscheler

Götzens – Es ist ein harter Kampf, auf den sich Jaguar gerade einlässt. Bei den hochpreisigen „Premium“-Kompakt-SUV gibt es derzeit reichlich Aktivitäten. BMW hat soeben den X2 lanciert, Volvo ist mit dem begehrlichen XC40 unterwegs. Der Münchner fährt rein konventionell, vom Schweden dürfen wir in Bälde elektrifizierte Angebote erwarten. Das neue Fahrzeug von Jaguar, der E-Pace, orientiert sich in dieser Hinsicht eher am deutschen Artgenossen: Im Motorenportfolio finden sich fünf Aggregate, allesamt Vierzylinder mit zwei Litern Hubraum, versehen mit Aufladehilfen und ein Leistungsspektrum abdeckend, das von 150 bis 300 PS reicht. Auch in einer anderen Hinsicht scheint sich das britische Exemplar (das übrigens in Österreich produziert wird) mehr den deutschen Konkurrenten zur Brust zu nehmen: Im Zweifelsfall soll es dynamisch vorwärts gehen, kurvenfreudig obendrein, den Komfort zwar nicht vergessend, aber auch nicht priorisierend.

Dass sich mit dieser Orientierung Sympathien gewinnen lassen, ist gewiss: Der E-Pace mag es, seine präzise und direkte Lenkung für entsprechende Richtungswechsel einzusetzen. Gut am Gas hängt der im Testwagen zur Verfügung stehende 250 PS starke Vierzylinder-Turbobenziner, der mit einer Neungangautomatik harmonisch zusammenarbeitet, auch im Dynamikmodus. Mit Schaltwippen darf sich der Fahrer in Szene setzen, was sich auf Berg-und-Tal-Fahrten mitunter anbietet. Im Großen und Ganzen ist die Antriebs-Getriebe-Kombination jedoch eine überaus angenehme, erst recht in Verbindung mit dem traktionssichernden Allradantrieb. Zwar fährt unsere Version nicht mit dem neugierig machenden Active-Driveline-System, das nur für den stärksten Diesel (240 PS) und den stärksten Benziner (300 PS) im E-Pace-Programm vorgesehen ist. Mit diesem Tool lässt sich ein Fahrerlebnis kreieren, das wir sonst nur von Modellen kennen, die über einen Hinterradantrieb verfügen.

Aber es geht auch ohne, wie der E-Pace als P250 AWD First Edition offenbart. Lediglich sieben Sekunden benötigt das 4,4 Meter lange, hervorragend ausgestattete SUV für den Sprint von null auf 100 km/h, bis zu 230 km/h sind möglich. Die Laufkultur ist mehr als angenehm, der Verbrauch birgt mit 9,1 Litern je 100 Kilometer keine Überraschung – zumal das Fahrzeug verhältnismäßig schwer ist mit einem Eigengewicht von über 1,8 Tonnen.

Ein Teil der Last geht auf feine Design-Details, etwa serienmäßig verbaute 20-Zoll-Felgen, auf ein Panoramaglasdach samt elektrischer Sonnenblende, 18-fach verstellbare Vordersitze (mit Windsor-Leder in Ebony samt Kontrastnähten in Flame Red). Ein hochauflösendes Head-up-Display erweist sich im Alltagsgebrauch als nützlich, ebenso die elektrische Heckklappe mit Gestensteuerung. Beim Infotainmentsystem haben die Briten dazugelernt, die Bedienung wirkt einfacher als in anderen Baureihen der Firma.

Erstaunen löst das Ladeabteil aus: Der Kofferraum fasst wenigstens 577 Liter. Keine allzu großen Sprünge sind aber mit dem Bruttowert möglich: Mit umgelegten Rücksitzen sind es 1234 Liter, da sind wir eher im „Lifestyle“-Revier.

Ambitioniert fällt das Preisgefüge aus – für das hier vorgestellte Modell veranschlagen Importeur und Händler 72.300 Euro. Natürlich geht es auch deutlich günstiger, mit leistungsschwächeren Motoren, weniger Ausstattung und dem Verzicht auf Allradantrieb. Der E-Pace mit Vorderradantrieb, 150-PS-Diesel ist ab 37.000 Euro in der Basisausstattung erhältlich.




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