Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 26.05.2018


Test

Frecher als der Prius, aber dieselbe Technik

Der C-HR lebt zwar von der Historie des Hybridpioniers, aber nicht von dessen Optik.

© Höscheler4,36 Meter lang ist der coupéartige C-HR von Toyota.



Von Markus Höscheler

St. Leonhard in Passeier – Richtig reagiert hat Toyota auf zweierlei: einerseits auf die stetig steigende Nachfrage nach Sport Utility Vehicles und Crossover-Modellen, andererseits auf die wachsende Skepsis gegenüber Dieselmotoren. Beides ist bei den Japaner nicht über Nacht gekommen. Seit mehr als zwanzig Jahren bietet das Unternehmen etwa den RAV4 an – und, wenngleich zuerst bei anderen Modellen, Hybridtechnik. Beides kombiniert Toyota seit mehr als einem Jahr im C-HR, dem Coupé High-Rider. Das 4,36 Meter lange Modell darf attraktive SUV-Optik zeigen und sich mit einer weiterentwickelten Kombination aus Verbrennungs- und Elektromotoren fortbewegen. Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so aussieht: Der C-HR basiert auf derselben technischen Plattform wie die aktuelle (vierte) Prius-Generation, und zwar auf der TNGA (Toyota New Global Architecture). Die wird auch Pate stehen für die dritte Auris-Generation, die Anfang des kommenden Jahres bei uns in den Handel gelangen dürfte. Bei diesem Kompakten kristallisiert sich im Übrigen einmal mehr Toyotas Abneigung gegenüber Selbstzündern heraus – der nächste Auris wird zwar zwei Hybridvarianten mit sich bringen, aber keinen Dieselmotor mehr.

Ähnlich verhält es sich beim C-HR. Der 4,36 Meter lange Crossover ist entweder mit einem reinen Benzintriebwerk oder mit einem 122 PS starken Leistungsbündel aus E-Aggregat und Ottomotor unterwegs. Im zweitgenannten Fall gibt es den C-HR nur als Fronttriebler – und als solcher befindet er sich ganz neu im TT-Dauertest-Fuhrpark. Nach ein paar Ausflügen ins Tiroler Unterland und nach Südtirol zeigt sich einmal mehr der hohe Reifegrad der japanischen Technologie: Praktisch reibungslos funktioniert das Zusammenspiel zwischen Benziner, E-Motor, CVT-Getriebe und Vorderradantrieb. Je nach Leistungsanforderung (Stellung des Gaspedals, kombiniert mit Straßenneigung) und Ladezustand des Nickelmetallhydrid-Akkus wird ausreichend kraftvoll beschleunigt, zeitweise bewegt sich das Modell rein elektrisch.

Obwohl der C-HR frisch vom Werk war, haben wir seine Motortechnik nicht geschont, ihn den Reschenpass und den Jaufenpass sowie später durchs Brixner Tal geschickt. Die sportlich-dynamische Ausstrahlung des Fahrzeugs lässt sich dabei nicht auf den Antrieb herunterbrechen – das Motorenduo treibt den 1,5-Tonner zwar ausreichend an, allzu rasant geht es allerdings nicht voran. Dafür arbeiten Lenkung und ausgewogenes Fahrwerk willig mit. Recht überzeugend stellen sich anfangs die Gestaltung des Cockpits, die verwendeten und fixierten Materialien sowie das Platzangebot dar, auch in der zweiten Reihe lässt es sich hinten auf den Außenplätzen aushalten. Der Kofferraum fasst netto 377 Liter, was angesichts der coupéhaften Silhouette fast schon eine Überraschung ist.

Die Technik

Motor: Vierzylinder-Benziner, E-Motor

Hubraum: 1798 ccm

Drehmoment: 142 Nm bei 3600 U/min

Systemleistung: 90 kW/122 PS

L/B/H: 4360/1795/1555 mm

Gewicht: 1460/1860 kg

Kofferraumvolumen: 377 l

Tankinhalt: 43 l

Höchstgeschwindigkeit: 170 km/h

0–100 km/h: 11,0 Sekunden

Verbrauch: 5,4 l/100 Kilometer

Kraftübertragung: Vorderradantrieb

Preis (C-LUB): ab 26.800 Euro

CO2-Emission: 87 g/km

Positiv schlug sich in den ersten Testwochen auch der Multimedia-Touchscreen samt Navigationssystem (gegen Aufpreis) nieder. Die Bedienung erfolgt weitgehend unkompliziert. Beim Tarif ist der derzeit angebotene Aktionspreis eine Erwähnung wert, denn Toyota bietet für alle C-HR-Varianten einen Rabatt von 2000 Euro an – die C-LUB-Ausstattung ist für den Hybriden somit ab 26.800 (statt 28.800) Euro erhältlich.




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