Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 26.05.2018


Test

Kapazitätsgrenze rückt in weite Ferne

Der Peugeot Traveller lässt praktisch alles mit sich machen – üppig beladen bis auf die Oberkante, ohne Tankstopp tief in den Süden bewegen und millimetergenau rangieren in engen Parklücken.

© HöschelerDer Traum vieler Familien und Großeinkäufer: ein geräumiger Personentransporter mit komfortablen Einzelsitzen, hoher Variabilität und guter Sicherheitsausstattung – in Gestalt des Peugeot Traveller.



Von Markus Höscheler

San Gimignano – Er sieht zwar nicht abenteuerlich aus, aber mit ihm sind Abenteuer möglich: dem Traveller von Peugeot. Der Personentransporter lockt mit vielen Vorzügen, vor allem aber mit reichlich Platz. Im 4,96 Meter langen L2-Format stünden uns praktisch bis zu vier Kubikmeter Laderaum zur Verfügung, sollten wir gleichzeitig lediglich zwei Sitzplätze benötigen. In anderen Fällen lockt der voluminöse Franzose mit einer zweiten und dritten Reihe, bestuhlt mit komfortablen Einzelsitzen, etwa in der Business-VIP-Ausführung. Auf Schienen lässt sich das Gefüge verschieden kombinieren, mit Kraftanwendung auch reduzieren und erweitern. Seitliche Schiebetüren, elektrisch bedienbar, erleichtern die erforderlichen Manöver. Die große Schwierigkeit besteht lediglich darin, den Traveller komplett zu befüllen – eine fünfköpfige Familie kann jedenfalls für Langreisen den Traveller einplanen und dabei Räder, Kinderwagen und Kinder-Anhänger unterbringen; neben Koffern wohlgemerkt. Die dann eingeschränkte Sicht nach hinten ist nicht weiter besorgniserregend, zumal eine Rückfahrkamera und Parkpiepser hinten vor Hindernissen warnen. Weitere Kameras und Sensoren helfen zudem beim Rangieren in Parklücken oder auf sehr engen Straßen – diese Annehmlichkeiten sind Teil der hochwertigen Business-VIP-Ausstattung. Diese erfreut uns nicht nur mit den schon erwähnten seitlichen Schiebetüren, sondern auch mit einem funktionstüchtigen Head-up-Display, einem brauchbaren Navigationssystem samt sieben Zoll großem Touchscreen (den hätten wir uns in einem Fahrzeug dieser Klasse etwas größer gewünscht), einer Mehrzonen-Klimaautomatik, einer Lederbestuhlung und einer Massagefunktion vorne.

Das Technik-Ensemble wäre allerdings eher wertlos, triebe ein schwacher Motor den Traveller an. Idealerweiser hat Peugeot das Modell mit einem 150 PS starken Zweiliter-Turbodiesel zusammengespannt. Der kann einerseits mit einer hohen Laufkultur überzeugen, andererseits mit einem satten Drehmomentmaximum von 370 Newtonmetern, anliegend ab 2000 Touren. Die Kraft ist ausnahmslos den beiden Vorderrädern gewidmet, gezähmt von einem Sechsgang-Handschalter. Das 2WD-System ist dank des Grip-Control-Fahrprogramms, das die Traktion auf unterschiedliche Fahrbahnbeschaffenheiten per Drehrad einstellt, recht nützlich – sogar auf steilen Forstwegen im toskanischen Hügelland bewährte sich die Technik. Das manuelle Getriebe lässt sich unkompliziert bedienen, im Staubetrieb macht sich der Fahrer allerdings Gedanken über die Existenz und Anschaffung einer Automatik. Die gibt es tatsächlich, allerdings für die 180-PS-Version des Selbstzünders. Alleine damit würde sich der Preis für den Traveller von 51.350 auf 56.150 Euro erhöhen. Auch dafür gibt es ein hervorragend ausgestattetes, eher straff abgestimmtes Fahrzeug mit einem erstaunlichen Platzangebot und vielen Einsatzmöglichkeiten.

Die Technik

Motor: Vierzylinder-Turbodiesel

Hubraum: 1997 ccm

Drehmoment: 370 Nm bei 2000 U/min

Leistung: 110 kW/150 PS

L/B/H: 4956/1920/1890 mm

Gewicht: 1920/2780 kg

Kofferraumvolumen: 507 – 3968 l

Tankinhalt: 70 l

Höchstgeschwindigkeit: 170 km/h

0 – 100 km/h: 11,7 Sekunden

Verbrauch: 8,1 l/100 Kilometer

Kraftübertragung: Vorderradantrieb

Preis (Business VIP): ab 51.350 Euro

CO2-Emission: 139 g/km