Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 09.06.2018


Test

Auch der neue BMW X5 geht an die Nieren

Die vierte Generation des großen Sport Utility Vehicles von BMW darf ab November mit verfeinerter Formensprache, perfektionierter Technologie und gewachsenen Dimensionen Kunden bezirzen.

© WerkAm 24. November erfolgt in Österreich ganz offiziell der Marktstart der vierten X5-Generation des X5.



Von Markus Höscheler

Spartanburg, Salzburg – Ambivalent sind derzeit die Nachrichten, die aus den Vereinigten Staaten von Amerika kommen: Einerseits provoziert US-Präsident Donald Trump mit Zöllen auf Aluminium und Stahl einen von den Europäern unerwünschten Handelskonflikt, andererseits rüstet sich die US-Produktionsstätte von BMW in Spartanburg für neue Sport Utility Vehicles. Der riesige Mercedes-GLS-Konkurrent X7, angekündigt für Anfang 2019, absolviert noch getarnt Testfahrten, der geringfügig kleinere Bruder X5 zeigt sich schon im Serienkleid und schickt sich an, sich im Spätherbst der Kundschaft anzudienen.

Dabei ist die Stammklientel schon eine recht beachtliche: Von den ersten drei Generationen setzte BMW weltweit mehr als 2,2 Millionen Einheiten ab – und das, wir unterstellen das ganz einfach, ziemlich sicher gewinnbringend. Mögen die Ahnen technisch, optisch und qualitativ ihre Meriten verdient haben, so stellt sie der Nachkomme gleichwohl in den Schatten. Er zieht sich um 36 auf 4922 Millimeter in die Länge, um 66 auf 2004 Millimeter in die Breite und um 19 auf 1745 Millimeter in die Höhe. Der Radstand wächst um 42 auf 2975 Millimeter.

Das üppige Format findet an den Flanken seine Spiegelungen: Der X5 ist das erste BMW-Modell, das sich optional mit 22 Zoll großen Alufelgen bestücken lässt. Geklotzt wird auch anderswo, etwa an der Front, wo der Kühlergrill vor allem in der Vertikalen noch größer wirkt. Die Scheinwerfer können auf Wunsch mit Lasertechnik die Umgebung besonders intensiv ausleuchten. Und Leuchtstärke kommt auch im Innenraum zum Tragen. Ein volldigitales Instrumentarium und ein 12,3 Zoll großer Touchscreen sind vorgesehen, der Hersteller verspricht „klare Grafikdarstellung und flache, auf Touchbedienung ausgerichtete Menüstruktur für schnellen Zugriff“. Ebenfalls fürs Auge gedacht ist die neue Generation des Head-up-Displays mit einer Projektionsfläche von sieben mal 3,5 Zoll.

Bewährt haben sich in der Vergangenheit die zweigeteilte Heckklappe und die Option auf eine dritte Sitzreihe – an beidem hält BMW beim neuen X5 fest. Die fünfsitzige Ausführung kann mit einem 645 Liter großen Volumen aufwarten, bei umgelegten Rücksitzlehnen der zweiten Reihe beläuft sich das Fassungsvermögen auf 1860 Liter.

Dem Ambiente zuträglich sind die serienmäßige Ledereinrichtung und die zahlreichen Extras. Darunter finden sich eine Vierzonen-Klimaautomatik, beheizbare Armlehnen, kühlbare (und beheizbare) Cupholder, ein vergrößertes Panorama-Glasdach und das Bowers&Wilkins-Diamond-Surround-Sound-System.

Trotz aller Komfortorientierung stellt der X5 aber markengemäß den Fahrspaß in den Mittelpunkt. Ab Werk gibt es einen weiterentwickelten xDrive-Allrad, natürlich mit Heckantriebsorientierung. Eine Differenzialsperre an der Hinterachse garantiert höhere Kurventempi, ein optionales Offroad-Paket regt mit Unterfahrschutz, Zweiachsluftfederung und vier Fahrmodi, angepasst an den jeweiligen Untergrund, zum Abenteuer jenseits befestigter Straßen an.

Dafür erforderlich sind erwartungsgemäß starke Motoren – mit vieren davon erfolgt die Markteinführung noch in diesem Jahr, wobei es nicht alle nach Europa schaffen: Ein neuer V8-Benziner mit 462 PS bleibt uns verwehrt, im Gegensatz zum Dreiliter-Reihensechszylinder mit 340 PS im X5 xDrive40i und einem Durchschnittsverbrauch von 8,5 bis 8,8 l/100 km und einem CO2-Ausstoß von 193 bis 200 g/km. Ihn begleiten zwei Sechszylinder-Turbodiesel mit 265 und 400 PS, die über einen Normverbrauch von 6,0 bis 6,8 beziehungsweise von 6,8 bis 7,2 Liter je 100 Kilometer verfügen (CO2-Emissionen: 158 bis 179 g/km und 179 bis 190 g/km). Der Benziner arbeitet mit Ottopartikelfilter, die Diesel sind mit SCR-Katalysatoren versehen, allesamt kooperieren sie mit einer Achtgangautomatik (Steptronic).

Noch nicht fixiert sind die Preise, BMW wird sie für Österreich aber bald nachreichen.




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