Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 23.06.2018


Test

Jeep Renegade: Ein Italo-Amerikaner macht sich modern

Aufpoliert und mit neuen Motoren – einem Dreizylinder und einem 1,3-l-Vierzylinder – präpariert, setzt der Jeep Renegade seine Karriere fort.

© WerkJeep Renegade: Ein Optik- und Technik-Update rückt den stadtfeinen Kompakt-Amerikaner näher an den urigen Wrangler.



Von Beatrix Keckeis-Hiller

Balocco – Die Rollenverteilung im Fiat-Chrysler-Automobiles-Konzern (FCA) hat dem US-Aushängeschild Jeep die Eroberung der SUV- und Crossover-Welt durch Wachstum verordnet. Dieser Auftrag zielt vor allem aufs Kompakt-Segment ab, wo derzeit die höchsten Stückzahlen zu holen sind und wo es nicht in erster Linie auf den fähigsten aller 4x4-Antriebe ankommt. Damit könnte es zusammenhängen, dass eine der bekanntesten und zudem ikonischen Allradmarken neuerdings mit kleinvolumigen Motoren in Zusammenhang steht.

Denn auch wenn die Überarbeitung des Renegade mit einer Reihe von optischen und technischen Updates einhergeht: Im Focus stehen die Antriebe, und zwar ausschließlich konventionelle. Neu ins Motoren-Portfolio ziehen ein Einliter-Dreizylinder- sowie ein 1,3-Liter-Vierzylinder-Benziner ein. Sie entstammen der neuen Aggregate-Generation der FCA-Gruppe, sind modular aufgebaut, mit hohem Anteil an Aluminium und dadurch leichtgewichtig. Eine Aufladung mittels Turbo sorgt jeweils für ein Leistungsniveau, das mit dem Technik-Bruder des Fiat 500X – der ab rund 1400 Kilo wiegt – nicht allzu viel Mühe haben sollte.

Der Einstieg in die downgesizte Benziner-Familie ist gleichbedeutend mit 120 PS aus dem Einliter. Die werden mittels sechsgängiger Handschaltung sortiert und gehen munter ans Werk, sorgen auch bei zweieinhalbfacher Besetzung für respektablen Vortrieb. Bei Autobahn-Drehzahlen bleibt der Dreizylinder akustisch kernig, wird nicht wirklich laut. Auf der Landstraßen muss man sich nicht immer hinten anstellen. Im urbanen Bereich beweist der Mini-Motor erstaunliche Elastizität. Allradantrieb ist hier kein Thema.

Will man den haben, muss man den naturgemäß kräftigeren 1,3-Liter entweder in der 150- oder in der 180-PS-Leistungsstufe ordern – wobei je nach Version (z. B. Trailhawk) das sehr ernsthafte und fähige Jeep-4x4-System an Bord sein kann. Schließlich soll auch der auf einer Frontantriebsplattform basierende Italo-Amerikaner authentisch bleiben.

Für die entsprechende Optik sorgen ja die Design-Retuschen, die einen Konnex zum Bruder fürs Grobe – dem Wrangler – herstellen sollen. Das funktioniert auch mit der Modernisierung der Scheinwerfer, die optional mit LED-Technik versehen sein können.

Die Moderne ist ebenso ins Cockpit eingezogen. Abgesehen von Material-Aufwertungen gehört jetzt zum Renegade die aktuelle Ausbaustufe des FCA-eigenen Infotainmentsystems, je nach Abstufung mit 5-, 7- oder 8,4-Zoll-Display. Dem Thema Konnektivität trägt Jeep Rechnung, unter anderem mit Smartphone-Integration. Den Ansprüchen der Zeit entsprechend wurde das Offert an elektronischen Assistenten verdichtet – soll heißen Spurhalteassistenz, Frontkollisionswarnung, Notbremsautomatik, Verkehrszeichenerkennung usw.

Bei allem motorischen Downsizing bleiben die Diesel – wenn es nach FCA-Boss Marchionne geht, bis längstens 2021 – im Programm. Der 1,6-Liter mit 120 PS sowie der 2,0-Liter mit 140 oder 170 PS sind mittels SCR-Kat frisch abgasgereinigt. Marktstart des aktualisierten Renegade ist im September. Mit der Preiskalkulation harrt man noch dem Abschluss der Homologation.




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