Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom So, 22.07.2018


Test

Rundum strahlender Ringkämpfer

Der Audi A8 fügt dem niveauvollen Mix aus Luxus, Komfort und Dynamik eine weitere achtbare Komponente hinzu – die der Volldigitalisierung. Das Ergebnis überzeugt in vielerlei Hinsicht.

© HöschelerStattlich, aber keinesfalls schrill fällt der Auftritt der neuen A8-Generation von Audi aus.



Von Markus Höscheler

Elmen – Zunächst einmal waren wir froh, zu den temporär Auserwählten zu zählen. Gemeint ist damit nicht nur die Möglichkeit, die neueste Generation der Luxuslimousine A8 von Audi fahren zu dürfen, sondern auch eine recht ausgewogene Abstimmung aus 286 PS starkem V6-Turbodiesel und Achtgangautomatik serviert bekommen zu haben. Warum das hier eine Erwähnung findet? Ganz einfach: In den vergangenen Wochen fuhren wir mehrmals eine solche Kombination aus dem VW-Konzern, nicht immer verdienten Leistungsentfaltung, Klang­entwicklung und die Form der Stufenwechsel höchstes Lob. Beim A8-Testwagen waren diese Sorgen unbegründet, Leistung und Beschallung mehr als zufriedenstellend, die automatische Stufenwahl weitestgehend in Ordnung, erst recht im Dynamikmodus, der sich für Gebirgsstraßen empfiehlt.

Dass vom Verbrenner, der sich im Schnitt 8,4 Liter Treibstoff je 100 Kilometer genehmigte, im Innenraum wenig zu hören war, mag unter anderem an der Extra-Akustikverglasung liegen, wohl aber auch an dem hohen Niveau der ausgewählten Materialien und ihrer Verarbeitung. Hier spielte Audi die in Jahrzehnten intensiver Arbeit gewonnene Kernkompetenz einmal mehr gekonnt aus, auch wenn es dieses Mal mit der Display-Mania eine besondere Herausforderung zu bewältigen galt. Damit gemeint ist nicht nur die Einpassung eines volldigitalen Instrumentariums, sondern die Verwendung von zusätzlichen, berührungsempfindlichen Bildschirmen auf der Mittelkonsole, natürlich mit hoher Auflösung versehen. Was die Anzeigen hinter dem Lenkrad betrifft, konnte Audi in den vergangenen drei, vier Jahren ausgiebig Erfahrungen sammeln, seit Audi den Schritt des Virtual Cockpit im Sportcoupé TT gewagt hatte. Allmählich entwickeln sich die animierten Instrumente, die sich darüber hinaus anpassen lassen, zum Standard, nicht nur bei Audi, sondern auch beim Mitbewerb – selbst in unteren Fahrzeugklassen.

Jedoch ist die Display-Vielfalt, die im Audi dem Fahrer und den weiteren Insassen entgegenstrahlt – auf der Mittelkonsole dient ein oberes Element in erster Linie der Navigation und dem Infotainment, ein unteres Element unterstützt bei der Eingabe, bei der Klimatisierung und weiteren Einstellungen. Um jeglichen Zweifel an einem Bildschirmmangel auszuräumen, sei ein Aufenthalt im Fond angeraten. Dort sitzt es sich mindestens so bequem wie vorne, außerdem verdecken Entertainment-Displays die Rückansicht der Vordersitz-Kopfstütze.

Da der Selbstzünder als Beschallungsquelle durch die vorzüglichen Akustikmaßnahmen weitestgehend ausfällt, springt als Extra die hochwertige Bang & Olufsen-Anlage (als Premium-Sound-System) ein. Die ist durchaus in der Lage, bestens zu unterhalten, trägt aber das Ihrige dazu bei, den Anschaffungspreis von allfälliger Bescheidenheit zu befreien. Ist der A8 als 50 TDI Quattro mit Allradantrieb und 286-PS-Diesel grundsätzlich ab 102.274,81 Euro lieferbar, so entspricht der üppigst ausgeführte Testwagen einem Wert von 159.986,17 Euro. Dabei handelt es sich lediglich um die 5,17 Meter lange Normalversion, eine Langvariante mit mehr als 5,3 Metern schlüge mit knapp 4000 Euro mehr zu Buche.

Ist dem Interessenten der Bezug eines Selbstzünders in Zeiten von diskutierten Dieselfahrverboten zu riskant, so hat Audi als Alternative mit dem A8 55 TFSI Quattro eine 340 PS starke Benzinvariante parat, ab 103.500 Euro.




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