Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom So, 12.08.2018


Lexus

Eine Art Kaiseki auf vier Rädern

Japaner haben es nicht nur in der Kochkunst auf respektable Höhen gebracht, sondern auch im Autodesign und bei der Fahrzeugtechnik – einen speziellen Genuss verspricht der Lexus LC 500h.

© Eleganz und Athletik, ästhetisch vereint im Lexus LC 500h. Dessen Antriebskomponenten sind in der Lage, 359 Pferde zu motivieren und den schönen Zweitonner in 5,0 Sekunden von null auf 100 km/h zu beschleunigen.Fotos: Höscheler



Von Markus Höscheler

St. Anton a. A. – Japanisch essen – da denkt der Europäer normalerweise an Sushi; japanisch Auto fahren – da ist die Assoziation zu Toyota nicht weit. In beiden Fällen sind wir nicht schlecht unterwegs, aber es geht noch feiner. Was das Kulinarische anbelangt, eröffnet sich mit Kaiseki eine Art Haute Cuisine aus Fernost, ein ästhetischer Essgenuss vom Feinsten. Fürs mobile Hochgefühl empfiehlt sich Toyotas Tochtermarke Lexus, neuerdings mit dem 2+2-Sitzer LC. Das 4,77 Meter lange Sportcoupé ist entweder mit einem V8 erhältlich, oder mit einem erwartbaren Techno-Mix nach Art des Hauses, einem Hybridantrieb, bestehend aus einem 3,5-Liter-V6- und einem Elektromotor. Weitere erwähnenswerte Komponenten sind ein unterstützender, kleiner Lithium-Ionen-Akku, ein Spezialgetriebe (Multistage) mit virtuellen und echten Gangsprüngen (in Summe sind es zehn) und ein gegen Extrageld erschwingliches Hinterachsdifferenzial für den serienmäßig eingebauten Heckantrieb. Dazu kommt ein Drehschalter, am rechten Ende der digitalen Instrumententafel angebracht, der ausgewählte Parameter anpasst, insbesondere die Schaltcharakteristik, das Display und auch das Head-up-Display. Im Sportmodus wird der ohnehin nicht gerade zahme LC 500h noch bissiger. Das schlägt sich auch in belegbaren Zahlen nieder: Nur 5,0 Sekunden benötigt der technisch hochgerüstete Zweitonner für den Sprint von null auf 100 km/h, bis zu 250 km/h sind möglich mit dem 359 PS starken Motorenduo. Dabei spielen Aggregate und die hochgezüchtete Automatik recht passabel zusammen. Das Fahrwerk kann als ausgewogen abgestimmt betrachtet werden, es lässt sich kaum aus der Ruhe bringen. Die Lenkung arbeitet sorgfältig, die Stufenwechsel kann man gegebenenfalls via Schaltwippen am Lenkrad beeinflussen. Das Antriebskonzept ist beim LC 500h etwas Außergewöhnliches – und diese Zuschreibung lässt sich ebenso für die Innenausstattung und erst recht für die Formensprache außen verwenden. Der Testwagen war bestückt mit Leder und weiteren hochwertigen Materialien, außerdem mit einem qualitätsvollen Premium-Sound-System. Lediglich die Bedienbarkeit erfordert anfangs viel Konzentration und Übung, da der Controller sehr sensibel auf Bewegung reagiert. Schwer ablesbar ist außerdem bei ungünstigem Lichteinfall der großzügig arrangierte Infotainment-Bildschirm auf der Mittelkonsole. Umso besser leuchten das digitale Instrumentarium und das Head-up-Display.

Besonderes Augenmerk verdient die Außenansicht: Mächtig streckt sich dem Betrachter der Diabolo-Kühlergrill in Doppeltrapezform entgegen, flankiert von keilförmigen Scheinwerfern und hochkant gestellten äußeren Lufteinlässen. Öffnungen vor den hinteren Radhäusern, die 21-Zöller beherbergen, ausgeprägte Schultern und eine gekonnt nach unten gezogene Dachlinie sowie ein kantenreicher Heckabschluss verleihen dem LC 500h einen höchst individuellen Auftritt. Ein solcher verlangt natürlich Tribut – wenigstens 111.900 Euro sind für den LC 500h in Sport+-Ausführung erforderlich.




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