Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 18.08.2018


Test

Zweitkleinster bleibt Zweitgrößter

Dem Volumen nach ist der Fabia trotz aufkommender, interner SUV-Konkurrenz die zweiterfolgreichste Modellreihe im Škoda-Programm. Ein Facelift bringt einige Neuerungen und den Abschied vom Diesel.

© WerkVom Fabia hat Škoda seit 1999 rund vier Millionen Einheiten verkauft.



Von Markus Höscheler

Prag – Die guten Nachrichten wollen bei Škoda nicht abreißen. In dieser Woche meldete die tschechische VW-Tochter einen neuerlichen Auslieferungs-Rekord – im Juli setzt­e das Unternehmen weltweit 99.700 Einheiten ab. Das kommt gegenüber dem Vorjahresmonat einem Wachstum von 14,6 Prozent gleich. Škoda profitiert dabei vor allem vom Octavia und vom frischen SUV-Duo Karoq und Kodiaq.

Und dann gibt es da noch einen zuverlässigen Volumenbringer, der seit 1999 das Škoda-Angebot bereichert: der Fabia. Dessen aktuelle Generation, die dritte, läuft seit vier Jahren vom Band, seit wenigen Tagen in rundum erneuerter Form. Denn fürs Herbstgeschäft ist der Marktstart des facegelifteten Kleinwagens vorgesehen. Dann darf er seine Stellung als das heuer meistverkaufte Škoda-Modell hinter dem Octavia verteidigen. Die Modellpflege bringt unter anderem eine Reduktion mit sich: Der Selbstzünder fliegt aus dem Fabia-Programm, die Baureihe wird einzig und allein von Dreizylinder-Benzinern angetrieben. Der Hubraum ist ident mit einem Liter, nicht jedoch die Technik. Zwei Basismodelle, 60 und 75 PS stark, vertrauen noch auf betagte Multipoint-Einspritzung. Darüber rangieren zwei Aggregate mit Turbolader und Direkteinspritzung sowie Ottopartikelfilter. Die beiden stärkeren Triebwerke leisten 95 und 110 PS. Das Basisaggregat, das anfangs noch nicht erhältlich sein wird, arbeitet mit einem Fünfgang-Handschalter zusammen. Dieses Getriebe steht auch für die beiden mittleren Motoren zur Verfügung. Lediglich beim Topbenziner besteht die Wahl zwischen einem manuellen Sechsganggetriebe und einer Siebenstufenautomatik in Form eines Doppelkupplungsgetriebes (DSG). Die Durchschnittsverbräuche variieren zwischen 4,6 und 4,8 Litern Treibstoff je 100 Kilometer, die CO2-Emissionen zwischen 104 und 110 Gramm je Kilometer.

Der von uns in Tschechien gefahrene 110-PS-Benziner erwies sich im Großen und Ganzen als solide Maschine, lediglich in unteren Drehzahlregionen war das Ansprechverhalten verhältnismäßig zurückhaltend.

Die vorsichtigen Modifikationen beim Motoren­portfolio spiegeln sich bei anderen Fahrzeugdetails wider. Dezent sind die Änderungen außen ausgefallen, Škoda spricht hier von einer dynamischeren Gestaltung von Front, Kühlergrill und Heckpartie. Immerhin gibt es neuer­dings die Optio­n auf LED-Scheinwerfer.

Der erneuerte Fabia darf mit einem veränderten Instrumentarium und neue­m Dekor aufwarten.
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Einer technischen Aufwertung begegnen wir im Innenraum: Ins Auge sticht etwa der 6,5 Zoll große Touchscreen, in Farbe gehalten, der als Basis für sämtliche Infotainmentsysteme dient. Sogar ein WLAN-Hotspot hält Einzug in den Vier-Meter-Kleinwagen.

Neu gestaltet hat Škoda beim Fabia das Armaturenbrett samt Instrumentarium, hier kommen außerdem neue Dekore und höherwertige Materialien zum Einsatz. Bei den Fahrerassistenzsystemen gibt es mehr Anwendung, darunter Hilfen für das Ausparken, das Spurwechseln und das Wechseln zwischen Fern- und Abblendlicht.

Schließlich kann Škoda auch bei den Simply-Clever-Features punkten. Hier handelt es sich um Kleinigkeiten, die den Insassen eine Alltagserleichterung verschaffen. Neu sind eine herausnehmbare LED-Taschenlampe, USB-Stromanschlüsse hinten und ein Reifenprofilmesser beim Eiskratzer.

Der facegeliftete Fabia kommt am 14. September auf den Markt – Adaptierungen betreffen sowohl die fünf­türige Limousine als auch den Combi. Vier Ausstattungs­stufen sind geplant: Active, Ambition, Style und Mont­e Carlo. Die Tarifliste beginnt mit 12.380 Euro für den 75-PS-Benziner, der Combi kostet 12.720 Euro.




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