Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 18.08.2018


Test

Nagelprobe im Civic-Diesel

Die zehnte Generation des Honda Civic überzeugt mit seiner extravaganten Optik und reichlich Ausstattung. Es fehlte nur ein Diesel-Motor – bis jetzt.

© herstellerÜber 24 Millionen Stück sind seit 1972 vom Honda Civic gebaut und verkauft worden. Das zeigt eindrucksvoll, wie wichtig der Civic für den japanischen Automobilhersteller ist.Fotos: Hersteller



Von Lukas Letzner

Innsbruck – Wer der Meinung ist, dass die Skepsis vor den Dieseln dem Selbstzünder bald den Garaus macht, der könnte sich auch täuschen. Immerhin liegt der Diesel-Anteil in Europa immer noch bei knapp 50 Prozent und das wird sich nicht von heute auf morgen ändern. Für viele Hersteller bleibt der Diesel daher ein wichtiger Motor und so verwundert es wenig, dass Autobauer wie Honda ihrem neuen Civic für heuer ein umfassendes Diesel-Update spendierten. Wir haben kürzlich in einem Test überprüft, wie sich der japanische Selbstzünder schlägt.

Der Antrieb im neuen Honda Civic 1,6 i-DTEC wurde massiv überarbeitet. Mit der Kraft von 120 Pferden und einem maximalen Drehmoment von 300 Newtonmetern – welches schon bei 2000 U/min anliegt – wird unser Civic in Bewegung versetzt. Das klingt zwar im ersten Moment nach nicht viel, doch schon auf den ersten Metern fällt auf, wie direkt er jede noch so kleine Bewegung des rechten Fußes in Vortrieb umsetzt. Dass der Civic-Diesel ordentlich im Saft steht, sieht man auch an den stammtischrelevanten Zahlen. Für den Standardsprint brauchen wir nicht einmal 10 Sekunden und wer den Fuß auf dem Gaspedal lässt, der erreicht bald die maximale Endgeschwindigkeit von 201 km/h. Wesentlich wichtiger ist allerdings die Tatsache, dass der Motor äußerst gute Manieren an den Tag legt. Er verrichtet sein Tagwerk auffällig leise und vor allem vibrationsarm. Manchmal waren selbst wir uns nicht sicher, ob wirklich ein Diesel unter der Haube steckt.

Zudem hält sich der Kompakte an der Zapfsäule angenehm zurück. Lediglich 5,6 Liter genehmigte sich der Civic im 14-tägigen Test. Ein wirklich überzeugender Wert. Außerdem erfüllt der 1,6-Liter-Diesel des Civic auch ohne Harnstoffeinspritzung die Abgasnorm EU 6d-Temp. Ermöglicht wird dies durch einen neuen Stickoxid-Speicher-Konverter und einen Partikelfilter mit Silberbeschichtung. Letzterer fördert die Verbrennung von Feinstaub.

Und sonst? Ansonsten ist der Honda Civic ein wirklich fesches Auto geworden (was man nicht immer behaupten konnte). Im Innenraum bietet die Limousine reichlich Platz und Komfort. Außerdem sorgt eine Armada an Assistenzsystemen dafür, dass man sich rundum sicher fühlt. Zu haben ist der kompakte Japaner übrigens schon ab 20.990 Euro. Unser Testwagen rollt samt Premium-Paket und Metallic-Lackierung um 30.236 Euro in die eigene Garage.

Die Technik

Motor: Vierzylinder-Diesel

Hubraum: 1597 ccm

Drehmoment: 300 Nm bei 2000 U/min

Leistung: 88 kW/120 PS

L/B/H: 4518/2076/1434 mm

Gewicht: 1407/1835 kg

Kofferraumvolumen: 478–1267 l

Tankinhalt: 46 l

Höchstgeschwindigkeit: 201 km/h

0–100 km/h: 9,8 Sekunden

Verbrauch: 5,6 l/100 Kilometer

Kraftübertragung: Vorderradantrieb

Preis: 30.236 Euro

CO2-Emission: 93 g/km




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