Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 03.11.2018


Test

Speed-Boot aus dem Hause Fiat: Abarth 695 Rivale

Fiat hat mit dem Abarth 695 Rivale einen besonders sportlichen Ableger des 500er am Start: 180 PS und eine Tonne Gewicht.

© ZollerDer Fiat Abarth 695 Rivale fährt in der passenden Lackierung vor.



Von Lukas Letzner

Gnadenwald – Angeblich begann alles 1842 mit einem Sturm, der die wichtigste Lebensgrundlage der meisten Einwohner des kleinen Örtchens Sarnico am Lago d’Iseo – die Fischerboote – zerstörte. Ein gerade in Sarnico eingetroffener Bootsschreiner war es, der die Boote im Handumdrehen wieder flottmachte. Sein Name war Pietro Riva und er legte den Grundstein für eine der bekanntesten Werften in Italien.

Heute, 176 Jahre später, leiht sich ein ebenso bekannter italienischer Autobauer den Namen aus. Schon der normale Fiat 500 Riva war ein echtes Highlight, von dem wir dachten, es sei sicher nur schwer zu toppen. Doch schon kurze Zeit später zeigte sich der leistungsstärkere Bruder Abarth im Rivale-Look. Die schicke Optik kombinierten die Ingenieure mit einem 1,4-Liter-Turbobenziner, der ordentliche 180 PS an die serienmäßigen 17-Zöller weiterleitet.

Das mussten wir uns natürlich genauer ansehen und haben den sportlichen Speed-Boot-Ableger zum Test geladen. Der erste Eindruck stimmt jedenfalls: Der Rivale rollt immer in der passenden Bicolore-Lackierung aus Riva Blau und Grau, gepaart mit den typischen Doppelstreifen in Aquamarin, aus dem Schauraum. Die Flirt-Faktoren im 17-Zoll-Format sind ebenso serienmäßig, wie die armdicken Endrohre der Abgasanlage und der Bremsanlage von Brembo. Die gelochten Bremsscheiben setzen dem ganzen Spektakel noch die Krone auf.

Die Technik

Motor: Vierzylinder-Benziner

Hubraum: 1368 ccm

Drehmoment: 250 Nm bei 3000 U/min

Leistung: 132 kW/180 PS

L/B/H: 3660/1627/490 mm

Gewicht: 1090/1480 kg

Kofferraumvolumen: 185 – 550 l

Tankinhalt: 35 l

Höchstgeschwindigkeit: 225 km/h

0 – 100 km/h: 6,7 Sekunden

Verbrauch: 8,4 l/100 Kilometer

Kraftübertragung: Vorderradantrieb

Preis: 30.695 Euro

CO2-Emission: 139 g/km

Abgerundet wird die Optik von einem aus echtem Mahagoniholz gefertigten Armaturenbrett und besonders sportlichen Lederpolstern mit dem Rivale-Emblem in den Kopfstützen. Was will das Herz mehr? Genau. Fahren. Also rein mit dem Schlüssel und los geht’s. Die ebenfalls serienmäßige Auspuffanlage von Acrapovic ist – wie könnte es auch anders sein – ein klangliches Fest. Man hat hier mittels Sport-Taste die Wahl zwischen „laut“ und „lauter“, denn schon im Standard Trim dringt der kernige Sound des Vierzylinders deutlich ans Ohr der Insassen. Der Druck auf die Sport-Taste bewirkt aber auch, dass die Gaspedal-Kennlinie deutlich nachgeschärft wird und der kleine Speed-Floh noch direkter auf die Befehle des rechten Fußes reagiert.

Den Standardsprint absolviert der Rivale in 6,7 Sekunden, die Maximalgeschwindigkeit soll bei 225 km/h liegen. Wer diese erreichen will, der braucht allerdings eine gehörige Portion Mut. Zwar sind Fahrwerk, Schaltung und Lenkung perfekt auf den kleinen Italiener abgestimmt, in Anbetracht der 1080 Kilo, die der Turbozwerg wiegt, und des kurzen Radstandes werden schnellere Autobahnfahrten aber holprig.

Deutlich wohler fühlt er sich im kurvigen Geläuf der Landstraße. Zwar überfordert das maximale Drehmoment von 250 Nm die Vorderräder gelegentlich, ein mechanisches Sperrdifferenzial (aufpreispflichtig) sorgt aber für Abhilfe. Apropos Aufpreis: Unser Testwagen wechselt ab 30.695 Euro den Besitzer.