Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 10.11.2018


Test

Dieser Qashqai hält die Spur

Teils autonom fahrend durcheilt der Nissan Qashqai N-Drive den TT-Dauertest. 5000 Kilometer stellten bislang das Idealmaß eines hochentwickelten Kompakt-SUV dar.

© Reinhard FellnerGelungenes Design als Teil des Markterfolges: Der Nissan Qashqai ist das derzeit meistverkaufte SUV in Europa.



Von Reinhard Fellner

Innsbruck – 2007 präsentierte Nissan mit dem Qashqai das erste Kompakt-SUV modernen Zuschnitts. Ein Riesenerfolg, den sieben Jahre später die zweite Generation ausbauen konnte – so war der Qashqai 2017 nicht nur das meistproduzierte Auto Großbritanniens, sondern zugleich das begehrteste SUV Österreichs und im ersten Halbjahr 2018 das meistverkaufte SUV innerhalb der EU.

Frisch überarbeitet, schickt Nissan den Bestseller als „N-Drive“ mit Fahrassistenzsystemen auf die Straße, die teilautonomes Fahren erlauben.

Das „ProPilot“-System hat es in sich. Ein Knopfdruck am Multifunktionslenkrad genügt, um insbesondere Autobahn-Etappen wesentlich entspannter und sicherer zu machen. Der Radar-Pilot überwacht den umgebenden Verkehr derart, dass er den Qashqai bei Bedarf bis zum Stillstand abbremsen kann. Gestatten es die Verhältnisse, beschleunigt der „N-Drive“ auch wieder selbstständig. Ein Spurassistent letzter Generation überwacht nicht nur die Spurmarkierungen, sondern lenkt aktiv, um das Auto zwischen den Markierungen zu zentrieren. Komplettiert wird dies alles durch einen adaptiven Geschwindigkeits- und Abstandsassistenten, der per Tempomat­einstellung nicht nur in jeder Situation die Geschwindigkeit hält, sondern je nach vorausfahrenden Fahrzeugen den Qashqai abbremst und auch wieder auf den gewählten Abstand zur eingestellten Geschwindigkeit beschleunigt.

Die ersten 5000 Testkilometer offenbarten im Qash­qai autonomes Fahren auf Oberklasse-Niveau. Das System präsentiert sich im Alltagsverkehr als vollends ausgereift und macht vor allem lange Autobahnetappen zur erholsamen Entspannung.

Dazu trägt freilich auch der Qashqai selbst bei, der mittlerweile zu den Routiniers im Segment gezählt werden darf. Angenehme Platzverhältnisse und gute Sitze treffen auf hervorragende Verarbeitung sowie auf eine Leichtigkeit in der Bedienung, die heutzutage selten geworden ist. Und dies, obwohl der Qashqai gerade multimediatechnisch nochmals auf dem allerletzten Stand ist.

Ein äußerst guter Kompromiss gelang Nissan auch beim Fahrwerk. So fährt sich der Qashqai im Alltag durchaus sportlich, fällt im Gegensatz zu manchem Konkurrenten nicht durch allzu harte Federung auf. Top bislang auch der Testverbrauch des spritzigen 130-PS-Diesels: Ein Schnitt von 5,8 Litern verdient Respekt. So macht dieser Qash­qai weiter einen äußerst runden Eindruck. In Luxus-Vollausstattung bilanziert er mit 39.609 Euro. Schon ab 20.690 Euro geht jedoch beispielsweise der brandneue 140-PS-Turbo-Benziner an den Start. Bis Ende November gibt’s gratis Winterräder dazu.




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