Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 17.11.2018


Test

Der guten Dinge sind jetzt vier

Sportwagen in britischer Perfektion: Jaguar verstärkt die Motorenpalette beim F-Type und bietet als Einstieg nun einen 300-PS-Vierzylinder. Bei uns im Test: das Cabriolet.

© ZollerNicht gerade auf leisen Pfoten kommt diese britische Raubkatze daher: der Jaguar F-Type mit neuer Motorisierung.



Von Gregor Zoller

Oberperfuss – Dieses Design bedarf keiner Überarbeitung. Ohne merkliche Änderungen am Äußeren kommt der neue Jaguar F-Type i4 300 daher. Das knappe Heck, die markante Front mit der langen Haube – der Brite ist wahrlich ein ansehnlicher Bursche.

Großes gibt es aber in puncto Motorisierung zu berichten. Oder streng genommen eigentlich Kleines, denn Downsizing lautet hier die Devise. Vier statt sechs Zylinder befeuern das Zweiliter-Aggregat, 300 PS sind die Konsequenz.

Dieser neue, kleinere Motor aus der Ingenium-Reihe von Jaguar macht aus der Raubkatze aber keinesfalls ein Kätzchen: So lässt sich der tief liegende Sportler äußerst agil durch die Kurven bewegen. Wer zu motiviert am Gaspedal steht, erlebt schnell die Eigendynamik des Heckantriebs – freilich nur, bis die elektronische Stabilisierung eingreift und alles in geordnete Bahnen zurückbringt.

Aber genau das macht die Charakteristik des F-Type aus: extrem stilvoller Vollblutsportler mit ehrlicher Fahr-Performance und einer kleinen Portion jugendlichem Leichtsinn.

Im TT-Test fuhren wir das Cabrio des i4 300, trotz kühler werdender Temperaturen ein freudiges Erlebnis: In knapp 20 Sekunden ist das Verdeck per Knopfdruck geöffnet, dann geht es ab auf die Landstraße. Die Schaltvorgänge quittiert die Auspuffanlage mit sonorem Röhren, der Sound kann sich hören lassen. Insbesondere, wenn im Sportmodus die Schallklappen im massiven Endrohr geöffnet werden, bollert der F-Type so richtig los. Passend dazu lässt sich der Heckspoiler manuell ausfahren, das sieht neben den aerodynamischen Vorteilen und der verbesserten Traktion einfach richtig gut aus.

Doch auch wer in etwas gesetzterer Manier mit offenem Verdeck die Landschaft genießen will, kann das im F-Type tun. Das geht dank des Fahrwerks auch durchaus rückenschonend und dank der kleineren Motorisierung und dem dementsprechend gemäßigten Verbrauch auch mit gutem Gewissen. Die Werksangabe von 7,9 Litern Benzin auf 100 Kilometer haben wir zwar nicht geschafft, aber wir haben auch eher die eingangs beschriebene Herangehens- und Fahrweise gewählt.

Innen wartet der Zweisitzer mit britischem Understatement auf, edle Materialien treffen auf Jaguar-typische Designelemente. Die roten Sicherheitsgurte sind zwar aufpreispflichtiges Extra, lohnen sich aber vom Look her allemal. In Summe steckt der F-Type i4 300 nicht hinter seine großen Brüder zurück und bleibt so innen wie außen ein Sportler der Oberklasse. Für diese Klasse in Form eines Cabriolets muss der willige Käufer mindestens 73.100 Euro berappen, im getesteten Modell ergibt sich dank Extras wie Sitzheizung, Einparkhilfe, Rückfahrkamera, Keyless Go ein Preis von 87.619 Euro.

Die „bottom line“, wie der Brite sagt, also das Fazit: Der Umstieg auf den Vierzylinder hat dem F-Type auf keinen Fall geschadet, Jaguar bleibt sich treu und bietet eine launige Alternative aus der Familie seiner Raubkatzen.

Die Technik

Motor: Vierzylinder-Turbobenziner

Hubraum: 1997 ccm

Drehmoment: 400 Nm bei 1500 U/min

Leistung: 221 kW/300 PS

L/B/H: 4482/2042/1308 mm

Gewicht: 1545/1925 kg

Kofferraumvolumen: 207 l

Tankinhalt: 63 l

Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h

0 – 100 km/h: 5,7 Sekunden

Verbrauch: 7,9 l/100 Kilometer

Kraftübertragung: Heckantrieb

Preis: 87.619 Euro

CO2-Emission: 179 g/km




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