Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom So, 18.11.2018


Test

Subtil auf Abenteuer getrimmt

Unter dem Namen „Active“ schickt Ford seinen Publikumsliebling Fiesta als Einstiegs-Crossover ins Rennen. Die Fahrdynamik überzeugt, aber wie macht sich der Kleine abseits der Straße?

© ZollerDer Crossover-Bodykit prägt Form und Funktion des neuen Ford Fiesta Active – denn dieser will auch abseits des Asphalts zu Hause sein.



Von Gregor Zoller

Innsbruck – Der heurige Winter lässt auf sich warten. Temperaturen wie im ausklingenden Sommer lassen die einen bei ausgedehnten Herbstwanderungen jubeln, die anderen sehnen Schneefall und die damit einhergehenden Skitage herbei.

Ungeachtet der jeweiligen Präferenz ist beiden etwas gemeinsam: der Bedarf an einem Auto, das die gewählte Freizeitaktivität unterstützt. Soll’s dann aber gleichzeitig noch ein flinker Flitzer für die Stadt sein, bietet sich ab sofort ein neuer Kandidat dem potentiellen Käufer an.

Ford macht seinen Fiesta „Active“ und verbindet unter dieser Bezeichnung – wie versprochen wird – die Fahrdynamik des Fiesta mit den Vorteilen eines SUV. Das Konzept kennen wir in der Zwischenzeit zur Genüge, der Trend ist kein neuer. Bei Ford möchte man nun dieses Momentum und die guten Absatzzahlen des Kleinwagen-Bestsellers nutzen und schickt den Fiesta als Ersten von dreien ins Feld. Noch heuer folgen ein Ka+ Active und ein Focus Active.

Optisch zeigt das serienmäßige Bodykit, also Stoßfänger, Radkastenverkleidung und Seitenschweller, dass der Fiesta Active durchaus auch abseits der Straße sein Revier haben soll. Damit aus Schein Sein wird, hat man die Bodenfreiheit um 19 Millimeter erhöht, somit malträtieret nicht bereits die erste Unebenheit die Unterseite des Wagens.

Ansonsten bleibt der Fiesta seinem Aussehen treu, wirkt agil und hat erfreulicherweise durch die Outdoor-Aufmachung nicht zu sehr an optischem Ballast zugelegt.

Die Fahrleistungen der Motorenvariante, die zum TT-Test angerollt ist, kommen aus dem erprobten und prämierten EcoBoost-1-Liter-Benziner, der trotz Dreizylinder-Architektur mit erstaunlicher Laufruhe überzeugt. Gleichzeitig bewegt sich der Fiesta wahrlich „active“ nach vorne, die Performance macht durchaus Laune – diese wird auch bei einem Blick auf die Verbrauchswerte nicht getrübt. Mit unter 5 Litern erfüllt der Fiesta definitiv nicht so manches SUV-Klischee, was aber wohl aufgrund des offensichtlichen Größenunterschieds so und so ein unzulässiger Vergleich wäre.

Wem diese Variante noch zu wenig „Schmalz“ hat, der kann auf die 125- oder die 140-PS-Variante des EcoBoost-Benziners setzen, wer Diesel bevorzugt, findet eine 1,5-Liter-Maschine mit entweder 85 oder 120 PS im Sortiment.

Im Innenraum setzt man auf Bewährtes, die Anordnung der Elemente am Armaturenbrett ist intuitiv, der Look aufgeräumt und durchdacht. Über alledem thront ein 16,5-Zentimeter-Touchscreen, der ohne Verzögerungen die Eingaben des Fahrers verarbeitet und so die Steuerung des Infotainmentsystems SYNC 3 ermöglicht.

In puncto Konnektivität spielt der Kleine ebenfalls alle Stückerln, von CarPlay bis USB-Anschluss ist alles dabei. Und wer von alldem noch nicht genug hat, der kann mit der neuen Sprachsteuerung auch ohne Tastendruck zum Kapitän des Multimediasystems werden.

Die Pflicht ist erfüllt, das kann an dieser Stelle festgehalten werden. Zur Kür bietet Ford jede Menge Extras und Assistenzsysteme an: So kann der Fahrer (freilich im Stillstand) freien Blick nach oben durch das optionale Panorama-Schiebedach genießen, sich mit beheizbarer Frontscheibe und Lenkradheizung für die Wintermonate (die ja doch irgendwann kommen) wappnen oder sich auf die vielen Sicherheitshelferlein verlassen. Der Fahrspurassistent warnt bei unbeabsichtigtem Spurwechsel, der „Cross Traffic Alert“ warnt vor Querverkehr beim Ausparken und mithilfe der Frontkamera steuert der Fiesta Verkehrsschild-Erkennungssystem und Fernlicht-Assistenten.

Den Einstieg in das Ford-Crossover-Segment gibt es ab 17.950 Euro. Und dann heißt es auch für den Fahrer: Be active, seien Sie aktiv!




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