Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 24.11.2018


Test

Zur Freude gesellt sich mehr Güte

Schon die älteren Focus-Generationen wussten zu überzeugen, für die neueste Ausführung gilt das dank ansprechendem Design, sorgfältig ausgewähltem Interieur und hohem Sicherheitsniveau erst recht.



Von Markus Höscheler

Pfitsch – Wie groß war die Freude von Ford-Händlern, als sie vor sieben Jahren die damals ganz neue dritte Generation des Focus vorstellen konnten. Was damals besonders herausstach, war die mögliche Bestückung mit Fahrerassistenzsystemen, die es in diesem Umfang im Kompaktwagensegment nicht einmal annähernd gegeben hat. Insofern ist die technische Revolution beim heurigen Modellwechsel ausgeblieben – allerdings wurde der Focus in vielerlei Belangen modernisiert, schlichtweg verbessert. Ford kann es sich beispielsweise erlauben, das 4,38 Meter lange Modell ungeniert mit einem Dreizylinder-Turbobenziner zu bestücken, ohne eine üble Nachrede befürchten zu müssen. Das Aggregat hängt gut am Gas, dreht willig hoch und bringt den 1,3 Tonnen schweren Focus stimmig in Schwung. Dies gilt insbesondere für die 125 PS starke Spielart, die im TT-Testwagen parat stand. Im Leerlaufmodus hatten wir gelegentlich sogar den Eindruck, der Motor sei überhaupt aus (entgegen der Anzeige des Drehzahlmessers), so gut haben die Techniker die Laufkultur abgestimmt. Sicher, beim Beschleunigen ist die Eigenart des Dreizylinders herauszuhören, von einer Störung können und wollen wir aber nicht reden. Das Zusammenspiel mit dem präzisen Sechsgang-Handschalter und dem Vorderradantrieb findet auf hohem Niveau statt, das ausgewogen abgestimmte Fahrwerk macht den Focus zum idealen Begleiter in Ballungsgebieten, auf Überlandverbindungen, auf Berg- und Talstraßen und natürlich auf der Autobahn. Bei einem abwechslungsreichen Nutzungsverhalten ist darüber hinaus nicht von einem allzu gierigen Triebwerk auszugehen: 6,6 Liter Treibstoff je 100 Kilometer wies der Bordcomputer aus. Der ist Bestandteil eines gemischt analog/digital ausgeführten Instrumentariums, das ebenso aufgeräumt wirkt wie der mittig angebrachte, gut ablesbare 8,2-Zoll-Touchscreen.

Bei zahlreichen Fahrerassistenzsystemen des Focus hat Ford nachgeschärft und aufgebessert, obwohl sich schon der Vorgänger auf hohem Niveau bewegte. Der Nachfolger bietet erstmals ein ausfahrbares Head-up-Display – kein „Must have“-Element, aber ein durchaus brauchbares, stilistisch gelungenes Detail.

Löblich finden wir die Auswahl und die Verarbeitung der Materialien, ebenso das Platzangebot für die Insassen und das Gepäck. Für den vollwertig ausgestatteten Testwagen verlangt der Importeur 31.846,11 Euro – verhältnismäßig ambitioniert angesichts der offiziellen Focus-Preisliste, die via Aktionspreis mit 15.390 Euro eröffnet.

Optional ist die Verwendung eines ausfahrbaren, hochauflösenden und informativen Head-up-Displays.
Optional ist die Verwendung eines ausfahrbaren, hochauflösenden und informativen Head-up-Displays.
- Höscheler



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