Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 12.01.2019


Audi

A6 fährt mit Hochtechnologie Richtung Oberklasse

Sieben Generationen nach dem Audi 100 wuchs der A6 zum Bruder des A8 heran. Technik und Qualität prägen den Audi der Audis.

Applaus von Passanten: Die A6-Limousine präsentiert sich formvollendet.

© Reinhard FellnerApplaus von Passanten: Die A6-Limousine präsentiert sich formvollendet.



Von Reinhard Fellner

Innsbruck – Seit den Siebzigerjahren gehört Audis obere Mittelklasse zum Straßenbild. Weltweit ist der A6 Inbegriff deutscher Premium-Fahrzeugkultur und ist schon von seiner Modellhistorie her für viele der Audi der Audis. Was Europäer vielleicht überrascht: Während in unseren Breitengraden der Hang zum Avant ungebrochen ist, spielt weltweit die Limousine die erste Geige. Ja, sogar in Österreich wurden aufgrund hohen Firmenwagenanteils 40 Prozent der A6 als Limousine verkauft.

Audi hat dies natürlich erkannt und die Limousine in ihrer nunmehr siebten Generation zum optischen Leckerbissen modelliert. Breite Spur, perfekte Proportionen und ein geradezu sportlich anmutendes Heck lassen den neuen A6 optisch glänzend dastehen. Da trifft den Fahrer auch immer wieder spontaner Applaus von Passanten. Begehrlichkeit: hoch!

Diesen bleiben freilich die inneren Werte des neuen Ingolstädters verborgen. Und da fehlt in Qualitätsanmutung, Platzangebot und multimedialer Ausführung speziell im vorderen Bereich eigentlich nicht mehr allzu viel zum Luxus-Liner A8. Man sitzt erhaben und geräuschmäßig von der Außenwelt angenehm abgekoppelt. Das Gefühl, einen besonderen Wagen zu fahren, stellt sich ein. Vor allem in der Qualitätsanmutung bleibt auch dieser A6 Premium unter den Premiums. Dazu kommen Multimedia-, Komfort- und Assistenzumsetzungen aus dem Bereich der Oberklasse.

So viel Aufwand erfordert aber auch relativ viel Aufwand in der Bedienung. Audi hat versucht, das Dilemma über zwei Bildschirme zu lösen und gleichzeitig den gut funktionierenden Drehregler des Vorgängers abgeschafft. Da heißt es jetzt während der Fahrt viel tippen, vor allem weil auf Sprachbefehle nicht immer Verlass ist. Hervorragend gelöst ist indes die Klimaregelung am unteren Schirm.

Die volle Konzentration sollte aber eh auf dem Fahren liegen. Und da treibt der getestete 286-PS-Diesel (Mild Hybrid) den A6 eindeutig in Richtung Sportlimousine. Ein Allrad-Top-Fahrwerk, das den Spagat zwischen Komfort und Sportlichkeit beherrscht, trifft auf einen 620-Newtonmeter-Hammer, der den A6 in 5,5 Sekunden auf 100 km/h bringt. Das 48-Volt-Hybridsystem lässt den A6 zudem auch spritsparend „segeln“. Der TT-Testverbrauch von gerade 7,2 Litern stellte die Wirksamkeit des Systems unter Beweis. Auch die generös agierende Achtgangautomatik kann jedoch eine kurze Anfahrschwäche des 286-PS-Aggregats nicht ganz kaschieren. Peanuts. Der Preis von 69.255 Euro relativiert sich in der Gesamtschau: Die technisch nahe Oberklasse kostet schnell das Doppelte.




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