Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 12.01.2019


Suzuki

Mit dem Vitara wird die Sicht klarer

Vor wenigen Wochen erhielt der subkompakte Allrounder von Suzuki ein Facelift – für die Tiroler Tageszeitung der ideale Zeitpunkt, das SUV als neuen Dauertestwagen willkommen zu heißen.

Wenn’s ungemütlich wird, macht’s der Suzuki Vitara wieder gemütlich. Mit Allgrip-Allradantrieb bleibt das subkompakte SUV manövrierfähig.

© HöschelerWenn’s ungemütlich wird, macht’s der Suzuki Vitara wieder gemütlich. Mit Allgrip-Allradantrieb bleibt das subkompakte SUV manövrierfähig.



Von Markus Höscheler

Absam – Die Suzuki-Schlagzeilen im vorigen Sommer und Herbst beherrschte freilich eine andere Baureihe: der Jimny. Dessen neueste Generation fand und findet regen Beifall bei Kritikern und Käufern, doch sein Konzept weist Beschränkungen auf: Er ist sehr kurz, hat keine Fondtüren und ist versehen mit einem mager ausgefallenen Ladeabteil. Auch seine Qualitäten auf der Autobahn sind überschaubar. Wer sich darob unbehaglich fühlt, ist bei Suzuki gleichwohl gut aufgehoben – er oder sie muss nur ein anderes Modell wählen, das ebenfalls im Herbst 2018 neu oder zumindest adaptiert auf den Markt gekommen ist: den Vitara.

Dem 4,17 Meter langen subkompakten Sport Utility Vehicle verpassten die Japaner für die zweite Lebenshälfte unter anderem einen veränderten Kühlergrill, Chromapplikationen und ein neues Instrumentarium mit einem 4,2 Zoll großen LCD-Farbbildschirm. Die Oberflächen sind mit mehr Wertigkeit verbunden, außerdem gibt es neue Fahrerassistenzsysteme. Verändert hat sich zudem das Motorenprogramm – die Option auf einen Diesel fällt weg, der Selbstzünder wurde im Zuge des WLTP-Prozederes geopfert (überhaupt hat Suzuki von der Verwendung von Ölbrennern Abstand genommen). Stattdessen beschränken sich die Japaner auf die Verwendung von zwei aufgeladenen Benzinern, einem Dreizylinder und einem Vierzylinder. Beide gibt es optional mit Automatik beziehungsweise Allradantrieb.

Wir sind zugegebenermaßen glücklich darüber, dass wir in tiefwinterlichen Zeiten, wie sie derzeit in den Nordalpen vorherrschen, einen Vitara mit Allgrip-Allradantrieb für längere Zeit fahren dürfen. Der Dauertestwagen ist bestückt mit einem 140 PS starken Ottomotor, der mit einem Sechsgang-Handschalter und dem Allgrip-System zusammenarbeitet. Der ist im Auto-Modus grundsätzlich auf Spritschonung aus, kann aber über Snow-Modus oder über Lock-Modus (oder sogar über Sport-Modus) in seinem Arbeitsverhalten traktionssichernd verändert werden. Wenig erstaunlich zeigte der subkompakte Vitara seine großen Stärken auf verschneiten, vermatschten und teils vereisten Tiroler Fahrbahnen, auch bei starken Steigungen war ein sicheres Vorankommen garantiert. Das Triebwerk ist stark genug (220 Nm maximales Drehmoment), beim Verbrauch sind wir vorläufig bei 7,9 Litern angekommen.

Dem Winter trotzt der Vitara aber nicht nur äußerlich gekonnt, sondern auch im Innenraum: Die Klimaautomatik kommt rasch auf Touren, eine zweistufige Sitzheizung überzeugt. Der Behaglichkeit zugute kommen außerdem Fahrerassistenzsysteme wie Spurhalteassistent und Ausparkhilfe – wobei die Sensorik bei zu ausgiebigen Schneefällen mitunter zu kämpfen hat.

Übersichtlich gehalten ist das Instrumentarium, problemlos lässt sich der mittig positionierte Touchscreen für das Infotainmentsystem bedienen. Die Anbindung ans Smartphone klappt auf Anhieb, die Navigationshilfe beherrscht ihr Metier so, wie es sein soll. Mit den Stoffsitzen kommen wir ebenso gut zurecht wie mit dem Platzangebot. Vorne wie hinten lässt es sich gut aushalten, das Ladeabteil ist mit 375 Litern recht passabel ausgefallen. Bei umgeklappten Rücksitzlehnen kommen wir auf 1100 Liter. Das ist akzeptabel, vor allem wesentlich mehr als beim Jimny.

Nicht vergessen dürfen wir allerdings, dass der Testwagen über die Höchstausstattung Flash verfügt. Damit lässt sich der Preis – 28.290 Euro – rechtfertigen. Der Vollständigkeit halber müssen wir jedoch anmerken, dass es den Vitara auch wesentlich günstiger gibt, als 2WD-Variante mit Basisbenziner und Basis­ausstattung Clear. Dann legt das sympathische SUV bereits ab 18.990 Euro los. Und nicht ganz unwichtig: Suzuki Austria offeriert derzeit einen Jubiläumsbonus von bis zu 3030 Euro anlässlich der 30 Jahre währenden Erfolgsgeschichte des Vitara in Österreich.




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