Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 19.01.2019


Test

Mazda CX-5: Schneekönig in schickem Pelz

Mazda hat sein Erfolgsmodell CX-5 überarbeitet. Glücklicherweise wurde das Design nicht angetastet. Euro6d-Temp-Aggregate und Assistenzsysteme erhalten die Aktualität. Der 194-PS-Allrad-Benziner im Test.

Mazdas „Kodo – Soul of Motion“-Designsprache: Fließende, klare Linien und scharfe Kanten ergeben ein SUV von seltener Attraktivität.

© Reinhard FellnerMazdas „Kodo – Soul of Motion“-Designsprache: Fließende, klare Linien und scharfe Kanten ergeben ein SUV von seltener Attraktivität.



Von Reinhard Fellner

Lans – Mazda hatte bereits vor Jahren erkannt, dass man nur mit Profil am umkämpften Automobilmarkt überleben kann. Seither gehören Mazdas nicht nur zu den schönsten, sondern auch zu den sportlichsten und hochwertigsten Japan-Produkten.

Der erstmals 2012 präsentierte CX-5 trug diesen Eigenschaftsmix ins SUV-Segment. Die 2017 präsentierte zweite Generation hatte zudem das Ziel, das SUV noch weiter in Richtung Premium-Niveau hieven. Operation gelungen.

So würde das außergewöhnlich reizvolle Blechkleid auch zu einem SUV eines Sportwagenherstellers passen. Unser Testwagen in Crystal Soul Red zog jedenfalls zahlreiche Blicke von Passanten auf sich. Ja einer fotgrafierte sogar – und es war kein Polizist.

Zur edlen Optik gesellen sich innere Werte, die den zweiten CX-5 in Qualität, Anmutung und Bedienung unter die Allerbesten seiner Klasse reihen. Hier passt optisch wirklich jedes Detail. Gerne lässt man Blicke und Handflächen durch den Innenraum gleiten. Manches, wie die Bedienung der Multimedia-Einheit, nimmt Anleihen bei deutschen Premiumfahrzeugen. Kein Fehler. So spiegelt in der Version „Revolution Top“ das Head-up-Display Informationen direkt auf die Frontscheibe. So etwas findet man auch heute noch ansonsten nur bei zumindest doppelt so teuren Modellen. Auch die Sitzposition passt zu einem SUV, das in seiner konzeptionellen Auslegung zu sportlicheren Konkurrenten aus Bayern schielt.

Man kann Mazda zu dieser Fahrwerksabstimmung nur gratulieren. Fahraktiv bewegt sich das Nippon-SUV fast ohne Wank- und Neigungsbewegungen durch Kurven und macht aufgrund der relativ direkt abgestimmten Lenkung so richtig Spaß. Das macht den CX-5 zu einem überaus souveränen und vor allem schnellen Bezwinger von Landstraßen. Auf der Autobahn vermittelt der Mazda die langenstreckentaugliche Ruhe eines 1,6-Tonnen-SUV.

Geht es auf verschneite Straßen zeigt das SUV, dass es nochmals anders kann. I-Acti­v AWD nennt Mazda seinen Allradantrieb. Er bewegt den CX-5 samt 20 Zentimetern Bodenfreiheit auf Schnee nicht nur unerschütterlich voran, sondern ermöglicht bei winterlichen Bedingungen auch ein souveränes und geradezu narrensicheres Fahrverhalten. Ein Auto, wie für Tirol gemacht.

Bewegt man den CX-5 hingegen durch die Stadt, spielt er in der getesteten 194-PS-Benzinerversion „G194“ gern­e den kultiviert-komfortablen Leisetreter.

Hinter dem Kürzel steht das derzeit hubraumstärkste Aggregat des Benziner-Spezialisten Mazda. 2488 Kubikzentimeter hat das Aggregat, das dafür – mazdatypisch – auf Drehzahl anstatt Turbo setzt. Dazu beherrscht die Maschine bis 130 km/h die Zylinderabschaltung. Bis zu diesem Geschwindigkeitsbereich liegen auch ihre größten Stärken. Ungemein leise und kultiviert macht sie den ­CX-5 im Zusammenspiel mit der serienmäßigen Sechsgang-Automatik zum idealen Gleiter. Zusammen mit den nunmehr an Bord befindlichen Assistenzsystemen, wie beispielsweise dem routiniert agierenden adaptiven Tempo­maten samt Stauassistent, sehr entspannend.

Wer darüber dauerhaft Kraft über die 258 Newtonmeter hinaus wünscht, könnte jedoch mit dem bulligen und mit der Abgas-Überarbeitung von 175 auf nunmehr 184-PS erstarkten Diesel besser bedient sein. Im TT-Dauertest spielte sich der saubere Top-Diesel mit dem 1,6-Tonner geradezu, während das nieder­tourig elegant agierende Benziner-Triebwerk bei Belastung etwas angestrengt wirkt. Im IG-Luft-Land Tirol relativiert sich das aber ohnehin. Sauber und sparsam (8,7 Liter im Praxistest) ist der große Benziner dazu.

Scharf ist hingegen wieder der Preis der SUV-Schönheit. 42.290 Euro kostet das Topmodell mit Allradantrieb, Automatik, Leder, LED-Matrix-Leuchten, Assistenzsystemen und allem Luxus. Für 25.990 Euro startet der günstigste 165-PS-Benziner. 2000 Euro Eintauschbonus oder Leasing ab 139 Euro warten zudem.

Die Technik

Motor: Vierzylinder-Benziner

Hubraum: 2488 ccm

Drehmoment: 258 Nm bei 4000 U/min

Leistung: 143 kW/194 PS

L/B/H: 4550/1840/1680 mm

Gewicht: 1650/2140 kg

Kofferraumvolumen: 506 – 1620 l

Tankinhalt: 58 l

Höchstgeschwindigkeit: 195 km/h

0 – 100 km/h: 9,2 Sekunden

Verbrauch: 8,7 l/100 Kilometer

Kraftübertragung: Allradantrieb

Preis: (Revolution Top) 42.290 Euro

CO2-Emission: 164 g/km




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