Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 19.01.2019


Test

Ford Ka: Ein kleines bisschen Crossover

Familienzuwachs bei Fords Kleinsten: Der Ford Ka+ bekommt eine Crossover-Variante zur Seite gestellt. In der neuen „Active“-Version wirkt er noch ein wenig erwachsener, in jedem Fall robuster.

Bereit für Abenteuerchen: Der Ford Ka+ Active, hier in „Havanna Braun“, ist ein guter Einstiegswagen für Menschen mit aktivem Lebensstil.

© ZollerBereit für Abenteuerchen: Der Ford Ka+ Active, hier in „Havanna Braun“, ist ein guter Einstiegswagen für Menschen mit aktivem Lebensstil.



Von Gregor Zoller

Innsbruck – Wer Ford Ka hört, denkt zweifelsfrei immer noch an die putzige Knutschkugel, die mit ihrem eigenwilligen Design den Markt der Kleinstwagen über zwölf Jahre lang begleitete. Seit Oktober 2016 hat Ford diesem Segment Lebwohl gesagt und dem Ka neben einem Plus im Namen auch einige Zentimeter in der Länge sowie einen gänzlich neuen Look verpasst. Als Ford Ka+ bildet das Modell zusammen mit dem Fiesta den Einstieg in die Produktpalette.

Jetzt ist mit dem Ka+ Active eine neue Modellvariante dazugekommen, die mit verschiedenen Designelementen versucht, besonders für abenteuerlustige oder eben besonders aktive Menschen der optimale Flitzer zu sein. „Sportliches Charisma und urbane Alltagstauglichkeit“ sind die Schlüsselwörter im automobilen Marketingsprech, doch was steckt dahinter?

Der Test zeigt, ein kleines bisschen Crossover ist der Ka+ Active schon: Nach außen sind’s die überarbeitete Schnauze mit wabenförmigem und etwas höher gesetzten Kühlergrill, die Dachreling – optimal für den Transport von diversen Sportgeräten geeignet –, der Bodykit mit Stoßfängern vorne und hinten sowie die schwarzen Seitenschweller, die einem sagen sollen: Dieses Auto ist nicht für Stubenhocker gedacht. Zusammen mit der um 23 Millimeter gewachsenen Bodenfreiheit ist der Kleine durchaus für etwas schlechtere Wegbeschaffenheit gerüstet. Ein kleines Bisschen zumindest. Könnte bloß sein, dass dann die 15-Zoll-Leichtmetallfelgen im 4x2-Speichendesign dreckig werden. In jedem Fall bietet die höhere Position (auch die Sitze an sich sind etwas erhöht) ein angenehmeres Ein- und Aussteigen. Nicht, dass das für aktive Menschen ein Thema wäre.

Im Innenraum wartet neben Allwetter-Fußmatten (eben „Active“), Lederlenkrad mit Tempomat-Bedienelementen, Touchscreen und aufgeräumter Kleinwagenatmosphäre vor allem eines: Platz. Die Raumausnützung ist in der Tat sehr clever, der Kleine bietet vorne wie hinten ausreichend Platz, auch die Kofferraumladung von bis zu 1029 Litern kann sich sehen lassen.

Dasselbe gilt für die Serienausstattung: Neben Front-, Seiten- und Kopfairbags, Klimaanlage und Tempomat ist es vor allem der Touchscreen des Infotainment-Systems, der ins Auge sticht. Ford SYNC 3 nennt sich das System, über das sich die Multimedia-Dienste Musik, Telefon und Apps auch via Sprachbefehlen steuern lassen. Nette Spielerei, im Praxistest nicht immer treffsicher, aber auf jeden Fall zeitgemäß und einem erwachsen werdenden Kleinwagen angemessen.

Den Ka+ Active gibt es in zwei Motorenvarianten: Im Test ist bei uns der 1,2-Liter-Dreizylinder-Benziner vorgefahren, dieser bringt 85 PS Leistung mit. Der Charakter des Antriebs fällt positiv auf, alternativ steht ein 1,5-Liter-Diesel zur Verfügung. Beide Male heißt es dank 5-Gang-Schalter selbst Hand anlegen.

Welcher Eindruck bleibt nun? Das Gesamtbild passt, ein bisschen Crossover steckt auch wirklich drin – mit dem Fiesta wartet allerdings die Konkurrenz bei Ford gleich im eigenen Haus.

Die Technik

Motor: Dreizylinder-Benziner

Hubraum: 1194 ccm

Drehmoment: 115 Nm

Leistung: 63 kW/85 PS

L/B/H: 3955/1910/1551 mm

Gewicht: 1078/1560 kg

Kofferraumvolumen: 270 – 1029 l

Tankinhalt: 42 l

Höchstgeschwindigkeit: 169 km/h

0 – 100 km/h: 13,5 Sekunden

Verbrauch: 5,7 l/100 Kilometer

Kraftübertragung: Frontantrieb

Preis: ab 13.290 Euro

CO2-Emission: 129 g/km




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