Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 16.02.2019


Test

Toyota: Ohne Benzin geht beim Corolla nix

Der neue Kompaktwagen von Toyota verzichtet auf den Einsatz von Dieselmotoren, offeriert dafür aber zwei verschiedene Hybridvarianten – und einen Basisbenziner.

Ab 20.990 Euro bietet Toyota den Corolla an (Fünftürer), der Kombi Touring Sports ist ab 22.290 Euro verfügbar.

© WerkAb 20.990 Euro bietet Toyota den Corolla an (Fünftürer), der Kombi Touring Sports ist ab 22.290 Euro verfügbar.



Palma de Mallorca – Der Tränen dürften nicht allzu viele geflossen sein beim Abgesang auf den Auris. Der mühte sich zwar zwölf Jahre lang redlich, als Nachfolger des Millionensellers Corolla die Wünsche der Kompaktwagenkunden zu erfüllen. Im Großen und Ganzen war die Akzeptanz aber keine allzu große, auch wenn er mit neuer Technik (Hybrid) und auch mit einem Kombi (Touring Sports) aufwarten konnte. Nun versucht es To­yota auf ein Neues und besinnt sich des Alten. Nicht hinsichtlich der Technik, sondern bezüglich des Namens. Die Japaner bringen den Corolla wieder auf die Straße zurück – und damit ins Gespräch.

Das wird viele der früher verprellten Kunden freuen – und um Jüngere nicht zu verprellen, geht es Toyota gleichzeitig innovativ an: Der in Ungnade gefallene Dieselmotor schafft es gar nicht mehr ins Motorenprogramm, der vom Unternehmen seit mehr als zwei Jahrzehnten forcierte Hybridantrieb kommt dieses Mal im Doppelpack. Für den Corolla liefert der Hersteller nicht nur das vom Prius bekannte System, bestehend aus einem 1,8-Liter-Benzintriebwerk und einem Elektromotor, sondern auch eine neue Kreation mit einem 2,0-Liter-Vierzylinder-Benziner und einem E-Aggregat. Der Unterschied bei der Systemleistung ist beträchtlich: Die Basis kommt auf 122 PS, die Topversion kontert mit 180 PS. Somit dient der Einstiegs-Hybrid mehr den spar­orientierten Fahrern, die stärkere Versio­n mehr den spaßorientierten. Die Topvariante benötigt beispielsweise nur 7,9 bis 8,1 Sekunden für den Sprint von null auf 100 km/h. Interessant ist dabei die Verwendung der Speicher: Während der größere Leistungs­verbund auf die betagten Nickelmetallhydridbatterien setzt, darf die Schmalspurvariante mit Lithium-­Ionen-Akkus operieren. Beim Normverbrauch bleiben beide Ausführungen unterhalb der Vier-Liter-­Marke je 100 Kilometer: Der kleine Hybrid benötigt am Prüfstand 3,3 l/100 km, der größere 3,7 l/100 km.

Zusätzlich im Angebot ist ein 116 PS starker Basisbenziner, der über einen Hubraum von 1,2 Litern verfügt. Seine Funktion ist die, ein relativ günstiges Einstiegsmodell darzustellen – im Falle des 4,37 Meter langen Schrägheckmodells sind dies 20.990 Euro, im Falle des 4,65 Meter langen Touring Sports sind es 22.290 Euro.

Da der Corolla auf der noch recht frischen TNGA-Basis (Toyota New Global Architecture) steht, sind Fortschritte beim Fahrwerk und bei der Lenkung zu erwarten, außerdem beim Platzangebot für die Insassen und für das Gepäck. Die Limousine kann mit 313 bis 361 Litern netto aufwarten, in Abhängigkeit von der gewählten Antriebsart. Der Touring Sports ist mit 581 bis 598 Litern vertreten, brutt­o sind es 1606 Liter. Offiziell nicht nach Österreich schafft es eine dritte Karosserievariante – das Stufenheck. Sogar hier wird der Tränenfluss ein bescheidener sein. (hösch)




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