Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 16.03.2019


Test

Kleine Raubkatzen sind auch bissig

Das Jaguar-Einstiegsmodell E-Pace ist mit einer Länge von 4,4 Metern überschaubar, ist aber bei Bedarf ganz schön schnell, wenig und ausdauernd – jedenfalls mit dem 300 PS starken Turbobenzinmotor.

Der E-Pace von Jaguar ist ab 38.900 Euro in der Preisliste zu finden.<span class="TT11_Fotohinweis">Foto: Höscheler</span>

© Der E-Pace von Jaguar ist ab 38.900 Euro in der Preisliste zu finden.Foto: Höscheler



Von Markus Höscheler

Sterzing – Seit gut einem Jahr befindet sich der E-Pace im Sortiment von Jagua­r, einer Marke, die bis vor Kurzem auf Sportwagen und gediegene Limousinen setzte. Zwar gab es gelegentlich ein­e Ausnahme, sogar Kombi­s – aber erst mit dem Midsize-SUV F-Pace setzt­e eine Umwälzung bei den Briten ein. Und 2018 legten sie mit dem Kompakt-SUV E-Pace nach.

Das Modell ist elegant und dynamisch zugleich gezeichnet, durchaus schnittig fallen die Dachlinie und die Fensterumrahmung aus. Von besonderem Interesse sind aber die Zutaten, die ein feines Fahrerlebnis ermöglichen. Wir hatten Gelegenheit, das 300 PS starke Topmodell zu fahren, das mit Allradantrieb die nahezu optimale Traktion mit sich brachte, eine kraftvolle Beschleunigung garantierte – von null auf 100 km/h in 6,5 Sekunden –, und mit bis zu 240 km/h Höchsttempo glänzen kann. Eine Neunstufenautomatik befreit auf bequeme Art und Weise von lästiger Schaltarbeit – mit Schaltwippen hinter dem Lenkrad kann der Fahrer aber die vorgegebene Stufenwahl verändern. Zumeist trifft die Automatik aber die richtige Übersetzung, der Ottomotor immerzu den richtigen Ton. Die Lenkung jedoch ist Geschmacks­sache, unseres Erachtens ist sie zu leichtgängig ausgefallen. Immerhin korrespondiert sie mit dem recht leichtfüßigen Auftritt der kleinen Raubkatze, die sich selbst in engen Kurven­radien zu behaupten weiß.

Die Materialienwahl und -verarbeitung im Testwagen überzeugte, sie war allerdings auch einem recht hohen Ausstattungsniveau geschuldet – und so etwas schlägt sich im Preis nieder. Den E-Pace gibt es mit dem 300 PS starken Turbobenziner und der S-Ausstattung ab 62.900 Euro. Für die R-Dynamic-Ausführung sind weitere 3000 Euro fällig.

Keine Sorge, mit dem E-Pace kann auch jener Käufer Spaß haben, der nicht bereit ist, so viel zu investieren, und sich mit weniger Leistung begnügt. Das Basismodell, ein 150 PS starker Diesel, ist derzeit ab 38.900 Euro bestellbar, in Kombination mit Sechsgang-Handschalter und Vorderradantrieb. Gegen entsprechenden Aufpreis sind für diesen Selbstzünder eine Neunstufenautomatik und Allrad erhältlich. Weitere Dieselvarianten leisten 180 und 240 PS, ein Basisbenziner bringt sich mit 250 PS in Stellung. Bis auf den zuvor erwähnten kleinen Ölbrenner sind alle Triebwerke ab Werk mit einem Allradsystem verbunden.