Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 06.04.2019


Test

Fiat 500X: Wie die anderen und doch anders

Der Fiat 500X passt perfekt in das Bild, das zurzeit allzu bekannt ist: In der Liga der Kompakt-Crossover weiß sich der Italiener aber abzuheben – mit dem aktuellen Facelift bleibt er dem Cinquecento-Charme treu.

Erfrischend in der Farbwahl, gefällig im Design: Der Fiat 500X im stilechten „Italia Blau“ macht gute Laune, egal ob man ihn von drinnen oder von draußen betrachtet.

© ZollerErfrischend in der Farbwahl, gefällig im Design: Der Fiat 500X im stilechten „Italia Blau“ macht gute Laune, egal ob man ihn von drinnen oder von draußen betrachtet.



Von Gregor Zoller

München – X steht für Crossover. Fiat stellt seit 2014 seinem Publikumsliebling, dem Cinquecento, diesen Buchstaben hinten an und schickt unter dem Namen 500X einen kleinen, feinen und sehr adretten Einstiegs-SUV ins Rennen, bei dem momentan alle mitmischen wollen.

Nun kommt der 500X etwas verjüngt daher und wurde von den Autobauern aus Turin in den Details nachgeschärft. So fällt in der Version „Cross“, die im TT-Test angerollt ist, vielleicht zwar nicht jedem sofort auf, was neu ist – im direkten Vergleich erkennt man aber: Der neue Front-Stoßfänger und die Voll-LED-Scheinwerferanlage verpassen dem Italiener den gewohnt verspielten, aber doch stilsicheren und eben etwas gereiften Look.

Neu ist auch die freche und gleichzeitig sehr attraktive Farbvariante, die mit dem klingenden Namen „Italia Blau“ die sportlich-jugendliche Anmutung des Klein-SUVs unterstreicht.

Nun zur Motorisierung: Neben einer Reihe erprobter Fiat-Maschinen wie den MultiJet-Dieselaggregaten schicken die Italiener unter dem Namen „FireFly Turbo“ einen Dreizylinder-Benziner mit 120 oder sogar 150 PS ins Rennen, der durch seine Turboaufladung stets für den nötigen Vortrieb und erstaunlichen Fahrspaß sorgt, kerniger Sound inklusive. Lenkung und Fahrwerk halten hier zwar nicht ganz mit, was aber im Gesamtbild keinen Kratzer hinterlässt. Das Konzept ist aus dem kleinen Bruder 500 mit TwinAir-Motor bekannt, doch das neue Aggregat holt mit 190 Newtonmetern doch merklich mehr Drehmoment heraus. Und das spürt man.

Auch der Innenraum kann sich sehen lassen: neu angeordnete Instrumententafel in der Front mit Touchscreen-Monitor für Infotainment und genug Platz für Passagiere vorne wie hinten. Durch die erhöhte Sitzposition ist auch der Überblick garantiert, im Zweifelsfall schafft die in der Variante „Cross“ serienmäßige Rückfahrkamera Abhilfe. Bei den Helferlein tritt eine Reihe von Systemen an, den Fahrer zu unterstützen, von Spurhalte- über Notbrems- und Geschwindigkeitsassistent bis hin zur Verkehrszeichenerkennung.

Freilich kann man nun sagen: Haben die anderen auch alle. Dann lässt man allerdings eines außer Acht: das 500er-Charisma, das vom originalen Cinquecento ausgehend mustergültig in die heutige Zeit transportiert wurde. Auch in der Crossover-Variante. Und darum ist der 500X eben doch nicht wie alle anderen.




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