Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 04.05.2019


Test

Honda CR-V Hybrid: Immer schön auf Ruhepuls

Mit neuartigem Hybridkonzept geht der CR-V von Honda an den Start und zeigt: In der Ruhe liegt die Kraft.

Passt zum Neuschnee auf den Bergen: der Honda CR-V Hybrid in „Platinum Perlweiß“.

© ZollerPasst zum Neuschnee auf den Bergen: der Honda CR-V Hybrid in „Platinum Perlweiß“.



Von Gregor Zoller

Innsbruck – All denjenigen, die mit der Anschaffung eines SUV liebäugeln und gleichzeitig der zeitgemäßen Skepsis gegenüber dem Dieselantrieb verfallen sind, bieten sich seit geraumer Zeit interessante Alternativen: hybride Antriebe, in denen einer oder mehrere Elektromotoren ihre Arbeit neben dem klassischen Verbrenner verrichten.

Eine ganz besondere technische Raffinesse bringt dabei der neue Honda CR-V mit. Der japanische Hersteller beweist eindeutig, dass er im Bereich der Hybridantriebe auf Jahrzehnte an Erfahrung zurückgreifen kann und gleichzeitig clevere Ingenieure an Bord hat, die solch eine technologische Leistung erbringen können:

Der Kniff ist, dass in diesem Wagen der 2-Liter-Benziner mit seinen 145 PS quasi als Generator für die beiden Elektromotoren dient. Somit wird die Energie, die für den Antrieb verbraucht wird, über den Verbrennungsmotor erzeugt. Diese Technik firmiert unter dem Namen „i-MMD Technologie“, was für „Intelligent Multi-Mode-Drive“ steht.

Eine ausgeklügelte elektronische Steuerung schaltet quasi übergangslos zwischen den drei Fahrmodi Elektro-, Hybrid- und reinem Benzinantrieb um, Letzterer kommt nur bei gleichmäßigem Fahren im mittleren Geschwindigkeitsbereich zum Einsatz.

Was merkt nun der Fahrer von all dem? Der CR-V Hybrid bringt dank vollem Drehmoment die Agilität eines E-Autos im Stadtverkehr mit, die stets in nahezu lautloses Gleiten übergeht. Der Benziner werkelt eifrig im Hintergrund, hält sich aber von der Akustik her dezent zurück.

Zurückhaltend ist dann allerdings auch die Beschleunigung, wenn man es besonders eilig hat, hier mühen sich der Benziner und die E-Motoren dann schon redlich, dennoch will der Vortrieb nicht so richtig einsetzen. Ein Sport-Knopf schafft Abhilfe, doch dieser Modus passt eh nicht wirklich zum Charakter des CR-V.

Der ist und bleibt ein Cruiser: genau der Richtige, wenn der Fahrer im unteren Pulsbereich unterwegs sein und entspannt ans Ziel kommen will.

Interessant ist dieses Konzept auch für diejenigen, denen die Handhabung eines Plug-in-Hybriden zu lästig ist, weil zum Beispiel keine Lademöglichkeit am Wohnort zur Verfügung steht.

Im Innenraum des CR-V gibt es neben gutem Raumangebot je nach Ausstattung schicke Dekors, das Infotainment-System könnte einen etwas moderneren Look vertragen, dann wäre die Bedienung einfacher. Hingegen Honda-typisch clever gelöst: die Steuerung der Automatik.

Unser Fazit: Wer neueste Hybridtechnologie und eine Garantie für entspanntes Fahren, ja eigentlich schon Gleiten, haben will, sollte sich den CR-V Hybrid ansehen.