Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 11.05.2019


Test

Leistungssportler im Maßanzug

Mercedes versucht selbst bei Kapazundern wie dem CLS 53 AMG 4Matic auf die Umwelt zu schauen und setzt beim Topmodell der CLS-Klasse auf einen Mildhybrid.

Der so genannte „Twin-Blade“-Kühlergrill steht dem CLS richtig gut und verleiht ihm, in Kombination mit seiner langen Haube und den großen Lufteinlässen, einen sportlichen Auftritt.

© LetznerDer so genannte „Twin-Blade“-Kühlergrill steht dem CLS richtig gut und verleiht ihm, in Kombination mit seiner langen Haube und den großen Lufteinlässen, einen sportlichen Auftritt.



Von Lukas Letzner

Hatting – Beim Mercedes CLS lange über sein Aussehen zu diskutieren, ist wahrscheinlich vergebene Liebesmüh. Der sieht einfach nur traumhaft aus. Vor allem, wenn die Topversion, der Mercedes-AMG CLS 53 4Matic+, vor einem steht. Also beschäftigen wir uns doch gleich mit den relevanten Dingen und erwecken unseren Testwagen mittels Knopfdruck zum Leben. Was sofort auffällt, ist die „EQ-Boost“-Anzeige in der Instrumenten-Tafel. Richtig: Unser Testwagen verfügt über einen kleinen elektronischen Helfer. Ihn aber als echten Hybrid zu bezeichnen, wäre zu viel des Guten. Hier handelt es sich eher um einen so genannten Mildhybrid, soll heißen, dass der Startergenerator ein zentraler Bestandteil des 48-Volt-Netzes ist und nicht nur als elektrischer Generator genutzt wird, sondern auch Hybridfunktionen übernimmt. Dazu zählt ein Elektroboost mit bis zu 16 kW Leistung und 250 Newtonmetern Drehmoment, Rekuperieren, Segeln und das sanfte Wiederanlaufen des Motors bei der Start‑Stopp-Funktion.

Noch kurz zu den stammtischrelevanten Eckdaten: Der Reihensechszylinder leistet 435 PS und verteilt sein maximales Drehmoment von 520 Nm auf alle vier 18-Zöller. Der Sprint auf 100 gelingt unter fünf Sekunden. Fahrdynamisch sollte man also ein Auskommen finden, und doch, zumindest klanglich kommen die sechs Brennkammern nicht an den 8-Zylinder des Vorgängers heran. Was gibt man nicht alles auf, um der Umwelt was Gutes zu tun! Bei all den sportlichen Genen ist der CLS aber doch eher ein Langstreckenläufer. Freilich, man kann richtig viel Spaß mit ihm haben, doch in Anbetracht der zwei Tonnen und des komfortablen Luft-Fahrwerks ist er eher fürs schnelle Gleiten gebaut. Sportlich ist auch der Preis. Unser Testwagen steht für 147.930 Euro zum Verkauf.

Das Herzstück unseres CLS AMG: ein Reihensechzylinder kombiniert mit einem elektronischen Helferlein.
Das Herzstück unseres CLS AMG: ein Reihensechzylinder kombiniert mit einem elektronischen Helferlein.
- Letzner



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