Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 11.05.2019


Test

Mit den wilden Kerlen spielen

Der brave Look des Audi A1 gehört seit dem letzten Update der Vergangenheit an. Der neue Look steht dem kleinen Ingolstädter aber richtig gut.

Der markante Kühlergrill des Audi A1 wird für den entsprechenden Eindruck im Rückspiegel der Konkurrenz sorgen.

© LetznerDer markante Kühlergrill des Audi A1 wird für den entsprechenden Eindruck im Rückspiegel der Konkurrenz sorgen.



Von Lukas Letzner

Innsbruck – Es hat eigentlich relativ lange gedauert, bis die Ingenieure von Audi dem A1 ein Update spendiert haben. Ganze acht Jahre rollte die erste Generation des kleinen Ingolstädter über unsere Straßen. Die wichtigste Neuerung: Der Neue teilt sich die noch recht frische A0-Plattform, auf der auch der Konzernbruder Polo anrollt. Das soll vor allem dem Platz zugutekommen, aber auch Oberklasse-Infotainment und moderne Assistenzsysteme bieten. Doch beginnen wir von vorne.

Von außen wirkt der neue Audi A1 deutlich dynamischer. Vor allem die scharfkantigen Linien, die optionalen LED-Leuchten und die geschickt eingearbeiteten Designanleihen des legendären Quattro Sport verfehlen ihre Wirkung nicht. Zudem ist er etwas länger und etwas breiter geworden und steht dadurch deutlich gedrungener auf seinen schicken 17-Zöllern. Dass der Audi A1 nicht nur von außen richtig schick ist, merkt man, sobald man den Fahrersitz entert. Die Materialauswahl ist typisch für Audi, unterschäumte Armaturentafel, übersichtliche Instrumente und klare Formen. Man findet sich auf Anhieb zurecht. Deutlich besser gefallen uns auch die neu gezeichneten Luftauslässe. Die runden Lüftungsdüsen des Vorgängers waren zu Beginn zwar ein Hingucker, doch irgendwie haben wir uns im Laufe der Zeit davon abgesehen. Deutlich zugelegt hat der A1 auch in puncto Platzangebot. Vorne sitzt man äußerst bequem und auch in der hinteren Reihe lässt es sich trotz unserer 190 Zentimeter Körpergröße leicht aushalten. Selbst vor langen Strecken braucht man sich nicht wirklich zu fürchten. Hinter der Heckklappe lässt der Audi A1 erstaunliche 355 Liter Gepäck verschwinden und ist damit nicht weit vom Konzernbruder Golf entfernt. Bei umgeklappten Rücksitzen stehen sogar über 1000 Liter Stauraum zur Verfügung.

Gut bedient ist man im wahrsten Sinne des Wortes mit dem Multimediasystem, das die Ingolstädter unserem A1 eingepflanzt haben. Mittels 10,1-Zoll großem Touchscreen lassen sich die wichtigsten Funktionen schnell und einfach aufrufen, das Telefon ist im Handumdrehen mit dem Auto verbunden.

Der kernige Dreizylinder legt sich mächtig ins Zeug und machte im Test einen äußerst quirligen Eindruck.
Der kernige Dreizylinder legt sich mächtig ins Zeug und machte im Test einen äußerst quirligen Eindruck.
- Letzner

Und wie fährt sich der Audi A1? Der Dreizylinder-Turbobenziner quetschte in unserem Fall ordentliche 115 PS aus seinen drei Brennkammern und schickte ein ordentliches Drehmoment von 200 Newtonmetern an die Vorderräder (einen Allradantrieb gibt es für den A1 übrigens nicht mehr). Der Turbozwerg legt sich also aus dem Stand ordentlich ins Zeug, wühlt sich munter durchs Drehzahldickicht und gefällt praktisch in jeder Lebenslage mit seinem kernigen Charakter. Die Sechs-Gang-Automatik, die unser A1 eingepflanzt bekam, passt hervorragend zum quirligen Charakter des Audi. Sie liefert die Gänge blitzschnell, unauffällig und immer zum richtigen Zeitpunkt. In Kombination mit der direkt arbeitenden Lenkung und dem straff ausgelegten Fahrwerk macht der Audi A1 richtig Spaß. Das Ganze hat allerdings auch seinen Preis. Die Basisversion des kleinen Ingolstädters rollt zu Preisen ab 21.330 Euro in die eigene Garage. Die Extras in unserem Testwagen addierten sich allerdings zu einer Endsumme von sportlichen 37.041 Euro.

Auch wenn mehr Hartplastik als beim Vorgänger zum Einsatz kommt: Die Materialanmutung im Innenraum ist – typisch für Audi – auf hohem Niveau.
Auch wenn mehr Hartplastik als beim Vorgänger zum Einsatz kommt: Die Materialanmutung im Innenraum ist – typisch für Audi – auf hohem Niveau.
- Letzner



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