Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 18.05.2019


Test

Audi gestaltet A4 spannender

Bei der zuletzt enttäuschenden Mittelklasse der Ingolstädter tut sich was: Das Blechkleid wird schöner, die Technik innovativer, das Motorenportfolio aufwändiger.

Vom Facelift profitieren auch die A4-Derivate Allroad (ganz oben) und S4 (unten rechts).<span class="TT11_Fotohinweis">Fotos: Werk</span>

© Vom Facelift profitieren auch die A4-Derivate Allroad (ganz oben) und S4 (unten rechts).Fotos: Werk



Von Markus Höscheler

Ingolstadt – Die Kritik an der aktuell angebotenen A4-Generation war in den vergangenen Jahren nicht eben zurückhaltend, die erzielten Stückzahlen sprechen oder sprachen im Großen und Ganzen gleichwohl für Audi. Der Geschäftsbericht 2018 wies für das vergangene Jahr bei der Limousine gar einen Anstieg von 215.146 verkauften Einheiten auf 244.707 Stück aus. Einbußen gab es beim Avant (83.744 statt 105.503 Exemplare) und beim Allroad (16.105 anstelle von 20.722). Dennoch waren Designer und Techniker gefordert, beim Facelift markante Punkte zu setzen, um das Mittelklassemodell deutlicher als bisher von seinem Vorgänger abzuheben.

Genau das ist den Ingolstädtern gelungen, wie ein Fototermin in Bayern an den Tag bringt. Schon der Kühlergrill zeigt neue, moderne Akzente, er geht mehr in die Breite und ist flacher gezeichnet. Mit horizontalen Linien will Audi die Breite des Fahrzeugs betonen, um in optischer Hinsicht einen satten Auftritt zu ermöglichen. Änderungen bei der seitlichen Linienführung, samt Verbindungen zu den Front- und Heckleuchten bewirken einen dynamischen Auftritt. Noch einmal expliziter wird das Ganze bei den Derivaten Allroad und S4 – mit jeweils eigenen Interpretationen des Singleframe-Kühlergrills.

Im Innenraum verschwinden auch hier die Dreh-Drück-Steller für die Bedienung des Multimediasystems, stattdessen darf ein 10,1 Zoll großer Bildschirm auf der Mittelkonsole mit Fingerberührung kommandiert werden. Das MMI-Touch-Display arbeitet dabei auch mit akustischer Rückmeldung. Weiterhin gibt es die Möglichkeit, den A4 anstatt eines analogen Instrumentariums mit einem Virtual Cockpit auszustatten. Dabei handelt es sich um ein volldigitales, leuchtstarkes Instrumentarium (mit einer Bildschirmdiagonale von 12,3 Zoll Größe), das sich zum Teil frei konfigurieren lässt.

Serienmäßig ist jeder erneuerte A4 mit LED-Frontscheinwerfern bestückt, gegen Aufpreis gibt es Matrix-LED. Umfangreich gestaltet sich das Angebot an Fahrerassistenzsystemen, ein Teil davon befindet sich ab Werk im A4, weitere wie der adaptive Tempomat mit Stop&Go-Funktion lassen sich via Paketlösungen (Tour, Stadt, Parken) ordern.

Anpassungen erfährt das Motorenprogramm, ein Teil der Aggregate wird „mildhybridisiert“. Dabei geht es um verbrauchsenkende Maßnahmen, die dank der Verwendung von Teil­bordnetzen (12 Volt bzw. 48 Volt) verwirklicht werden. Wenn der A4 im Herbst in renovierter Fassung auf den Markt kommt, dann stehen sechs Motorvarianten zur Verfügung – mit einem Leistungsspektrum, das von 150 bis 347 PS reicht. Topmodell stellt dabei der S4 dar, der hierzulande neuerdings mit einem V6-Turbodiesel versehen wird. Das Aggregat stemmt ein maximales Drehmoment von 700 Newtonmetern und beschleunigt die Limousine in 4,8 Sekunden von null auf 100 km/h. Auf Wunsch lässt sich dieser Selbstzünder, der mit einem elektrischen Turbolader arbeitet, auch für den S4 Avant bestellen. Bei beiden Karosserievarianten sind Allradantrieb (Quattro) und eine Achtstufen-Wandlerautomatik fix an Bord.

Für den Rest des A4-Programms gilt: Die Basis stellen Vorderradantrieb und Sechsgang-Handschalter dar, Quattro und S-tronic-Siebengang-Doppelkupplung werden zusätzlich angeboten. Ein Basis-Diesel mit 136 PS (und eine zweite Variante mit 163 PS) wird später nachgereicht. Etwas eingeschränkter ist das Motorenprogramm beim A4 Allroad – der Offroad-Kombi fährt mit einem Benziner und zwei Dieseln vor, dafür ausnahmslos mit Quattro. Die Preise sind noch nicht fixiert.




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