Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 25.05.2019


Test

Der BMW i3 wird ausdauernder

BMW spendierte seinem Elektriker ein Reichweiten-Update. Wie praxistauglich der i3 dank seines längeren Atems ist, haben wir in einem Test überprüft.

Im Vergleich zur Konkurrenz sah der stromende BMW i3 immer schon recht normal aus. Lediglich das Türkonzept ist gewöhnungsbedürftig.

© zollerIm Vergleich zur Konkurrenz sah der stromende BMW i3 immer schon recht normal aus. Lediglich das Türkonzept ist gewöhnungsbedürftig.



Von Lukas Letzner

Innsbruck – Eines muss man den Bayern lassen. In Sachen Elektromobilität sind sie verdammt früh auf den Zug aufgesprungen. Dafür haben sie heute, im Vergleich zu so manchem Konkurrenten, einen äußerst konkurrenzfähigen Elektroflitzer am Start. Dieser hört auf den Namen BMW i3 und sah immer schon aus wie ein normales Auto. Das ist nichts Besonderes? Doch, das finden wir schon, denn aus irgendeinem Grund wurden die ersten Elektroautos extrem futuristisch de­signed, und das ging meistens nach hinten los.

Auch wenn BMW beim i3 vieles richtig gemacht hat, mit einem Problem haben alle Stromer zu kämpfen: der Reichweite. Mit einer realistischen Reichweite von 150 Kilometern war die erste Generation des BMW i3 auf den rein urbanen Raum beschränkt. Vor gut zwei Jahren legten die Ingenieure dann noch einmal nach und der kleine Stromer rollte schon 50 Kilometer weiter. Doch die Konkurrenz kann das schon besser. Aus diesem Grund mussten die Münchner reagieren und spendierten ihrem Stromer kürzlich ein weiteres Reicheweitenupdate. Die Praxistauglichkeit haben wir kürzlich in einem Test überprüft.

Also erst einmal Kindersitze montiert. Wie ging noch gleich die hintere Türe auf? Ach ja. Die hintere Tür klappt gegen die Fahrtrichtung auf, aber nur, wenn die vordere Tür bereits geöffnet ist. Vor allem am Anfang ist diese Türlösung gewöhnungsbedürftig, doch wenn man sich einmal damit abgefunden hat, denkt man nicht mehr darüber nach. Auch wenn wir uns immer wieder fragen warum, ein bisschen Extravaganz braucht wohl jeder Stromer.

Doch nun zum Wichtigsten: Wie fährt sich denn der i3? Als wir unseren Testwagen das erste Mal zum Leben erwecken, bescheinigt uns der Computer eine Reichweite von 270 Kilometern. Also raus aus der Garage und rein ins Gewusel der Stadt. Dort kann der kleine i3 seine wahren Stärken ausspielen. Mühelos wieselt der kleine Elektriker ums Eck, kein Turboloch, keine Gedenksekunde des Automatikgetriebes, kein hektisches Rauf- und Runterschalten bei Handschaltung. Vom ersten Moment an verfügt man über vollen Schub und der i3 macht richtig Spaß. Das ändert sich auch auf der Autobahn nicht. Mühelos schwimmt man mit und hat dank IGL nie das Gefühl, untermotorisiert zu sein. Allerdings geht die spaßige Fahrweise zulasten der Reichweite. Schnell purzeln die angezeigten Kilometer, nicht zuletzt, weil es im April bekanntlich recht frisch sein kann und wir die Heizung brauchen.

Dennoch, wir pendeln während der 14 Testtage problemlos zwischen dem Eigenheim und der Arbeit hin und her, erledigen zwischendurch unsere Besorgungen und das alles, obwohl wir nicht ständig nach der nächsten Steckdose Ausschau halten. Geladen ist der i3 innerhalb von drei Stunden (dank Starkstromanschluss in der heimischen Garage), an der normalen Steckdose dauert es 15 Stunden. Wer die Vorzüge des i3 selbst genießen will, der braucht allerdings auch das nötige Kleingeld: 43.950 Euro kostete unser i3s.




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