Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 15.06.2019


Test

Audi Q3: Ein blaues Wunder erfahren

Optisch war der Q3 der zweiten Generation von Anfang an gefällig, im Alltagsbetrieb erweist sich Audis Kompakt-SUV zudem als überaus wandlungsfähig.

Lackierung und Form fallen sofort ins Auge, der Alltagsnutzen des Q3 erschließt sich auf Kurzfahrten und ausgedehnten Reisetouren.

© HöschelerLackierung und Form fallen sofort ins Auge, der Alltagsnutzen des Q3 erschließt sich auf Kurzfahrten und ausgedehnten Reisetouren.



Von Markus Höscheler

Innsbruck – Mit der gewählten Lackierung unseres neuesten Dauertesters war nicht jeder Passant einverstanden: Das Königsblau, das den Audi Q3 ziert, empfanden einige als zu gewagt – ein dezentes Grau hätte es auch getan. Das allerdings wäre kein Quell der Freude für die Fotografen, da darf es lieber etwas Poppiges sein. Und etwas Stimmiges angesichts der Karosserieform, die die Ingolstädter dem Kompakt-SUV verpassten. Der in dieser Hinsicht auch von uns gescholtene Vorgänger sollte keine Fortsetzung erhalten, stattdessen wagte das Designteam einen radikalen Bruch. Ein dreidimensional herausragender Kühlergrill, eine markante Dachlinie, auffällige Seitenschweller und ein pikanter Heckabschluss hatten die Aufgabe, auch nur den leisesten Hauch von Langeweile zu vertreiben. Dem Augenmerk aufs Optische zum Trotz erfüllten weitere Techniker ihre Aufgabe mit Bravour. Gekonnt etwa war die Entscheidung, jeden Q3 mit einer längs verschiebbaren Rückbank zu versehen. Das erhöht die Nutzbarkeit des Ladeabteils, das eigentlich durch das schräg stehende Heckfenster für Sperrgut nicht allzu empfänglich wäre. Die Variabilität ist in dieser Hinsicht jedoch eine recht hohe.

Nicht minder angetan waren wir in den ersten Wochen hinsichtlich des Fahrwerks: Der Q3 basiert wie viele Fahrzeuge des VW-Konzerns auf dem modularen Querbaukasten – und damit schafft das Modell vom Stand weg einen nahezu idealen Kompromiss zwischen Komfort und Sport. Die Fahrten auf schlechteren Wegen waren ebenso auszuhalten wie jene zeitlich ausgedehnten, die wir auf süddeutschen Autobahnen absolvierten. Auf Landstraßen als recht zweckdienlich erwies sich der ausgesuchte Motor: ein 230 PS starker Vierzylinder-Turbobenziner. Das Aggregat macht mit gediegener Laufkultur Werbung für sich, die Gasannahme, der Durchzug und das Durchhaltevermögen überzeugen in Situationen, die etwa ein rasches Überholmanöver erfordern. Für eine ausreichende Traktion sorgt der im Hintergrund arbeitende Quattro-Allradantrieb. Für den Komfort zuständig ist im Allgemeinen die Siebengang-Doppelkupplung. Die ist im Normalmodus manchmal etwas betulich, in der Sporteinstellung dafür recht wachsam.

Aufmerksam agierten die Fahrerassistenzsysteme: Der Spurhalteassistent alarmierte gerne bei zu starker Annäherung an Leitlinien, der Tote-Winkel-Assistent fiel mit gelbem Licht im Außenspiegelgehäuse auf. Ebenfalls brauchbar waren die volldigitalen Anzeigen, die sich im Instrumentarium und auf dem Mittelkonsolen-Touchscreen präsentierten. Den Q3 bietet Audi grundsätzlich ab 35.650 Euro (150 PS, Frontantrieb) an, die 230-PS-Variante ist ab 47.800 Euro verfügbar.

Die Technik

Motor: Vierzylinder-Turbobenziner

Hubraum: 1984 ccm

Drehmoment: 350 Nm bei 1500 U/min

Leistung: 169 kW/230 PS

L/B/H: 4484/1856/1616 mm

Gewicht: 1695/2200 kg

Kofferraumvolumen: 530 l

Tankinhalt: 60 l

Höchstgeschwindigkeit: 233 km/h

0–100 km/h: 6,3 Sekunden

Verbrauch: 10,2 l/100 Kilometer

Kraftübertragung: Allradantrieb

Preis: ab 47.800 Euro

CO2-Emission: 173 g/km




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